Buddenbrooks. Verfall einer Familie

Dritter Teil. (Meiner Schwester Julia sei dieser Teil zur Erinnerung an unsere Ostseebucht von Herzen zugeeignet.)
8.
Hiermit begannen schöne Sommerwochen für Tony Buddenbrook, kurzweiligere und angenehmere, als sie jemals in Travemünde erlebt hatte. Sie blühte auf, nichts lastete mehr auf ihr; in ihre Worte und Bewegungen kehrten Keckheit und Sorglosigkeit zurück. Der Konsul betrachtete sie mit Wohlgefallen, wenn er Sonntags mit Tom und Christian nach Travemünde kam. Dann speiste man an der Table d'hôte, trank bei der Kurmusik den Kaffee unter dem Zeltdach der Konditorei und sah drinnen im Saale der Roulette zu, um die lustige Leute, wie Justus Kröger und Peter Döhlmann, sich drängten: Der Konsul spielte niemals. –

Tony sonnte sich, sie badete, aß Bratwurst mit Pfeffernußsauce und machte weite Spaziergänge mit Morten: den Chausseeweg zum Nachbarort, den Strand entlang zu dem hoch gelegenen »Seetempel«:, der eine weite Aussicht über See und Land beherrschte, oder in das Wäldchen hinauf, das hinterm Kurhause lag und auf dessen Höhe die große Table d'hôte-Glocke hing ... Oder sie ruderten über die Trave zum »Priwal«, wo es Bernstein zu finden gab ...

Morten war ein unterhaltender Begleiter, wiewohl seine Meinungen ein wenig hitzig und absprechend waren. Er führte über alle Dinge ein strenges und gerechtes Urteil mit sich, das er mit Entschiedenheit hervorbrachte, obgleich er rot dabei wurde. Tony ward betrübt und sie schalt ihn, wenn er mit etwas ungeschickter aber zorniger Geste alle Adeligen für Idioten und Elende erklärte; aber sie war sehr stolz darauf, daß er ihr gegenüber offen und zutraulich seine Anschauungen aussprach, die er den Eltern verschwieg ... Einmal sagte er:

»Dies muß ich Ihnen noch erzählen: Auf meiner Bude in Göttingen habe ich ein vollkommenes Gerippe... wissen Sie, so ein Knochengerippe, notdürftig mit etwas Draht zusammengehalten. Na, diesem Gerippe habe ich eine alte Polizistenuniform angezogen... ha! Finden Sie das nicht ausgezeichnet? Aber sagen Sie es um Gottes Willen nicht meinem Vater« -

Es konnte nicht fehlen, daß Tony oftmals mit ihrer städtischen Bekanntschaft am Strande oder im Kurgarten verkehrte, daß sie zu dieser oder jener Réunion und Segelpartie hinzugezogen wurde. Dann saß Morten »auf den Steinen«. Diese Steine waren seit dem ersten Tage zwischen den beiden zur stehenden Redewendung geworden. »Auf den Steinen sitzen« das bedeutete: »Vereinsamt sein und sich langweilen«. Kam ein Regentag, der die See weit und breit in einen grauen Schleier hüllte, daß sie völlig mit dem tiefen Himmel zusammenfloß, der den Strand durchweichte und die Wege überschwemmte, dann sagte Tony:

»Heute müssen wir beide auf den Steinen sitzen... das heißt in der Veranda oder im Wohnzimmer. Es bleibt nichts übrig, als daß Sie mir Ihre Studentenlieder vorspielen, Morten, obgleich es mich greulich langweilt.«

»Ja«, sagte Morten, »setzen wir uns ... Aber, wissen Sie, wenn Sie dabei sind, so sind es keine Steine mehr!« ... Übrigens sagte er dergleichen nicht, wenn sein Vater zugegen war; seine Mutter durfte es hören.

»Was nun?« fragte der Lotsenkommandeur, wenn nach dem Mittagessen Tony und Morten gleichzeitig aufstanden und o sich anschickten, auf und davon zu gehen ... »Wohin mit den jungen Herrschaften?«

»Ja, ich darf Fräulein Antonie ein bißchen zum Seetempel begleiten.«

»So, darfst du das? - Sage mal, mein Sohn Filius, wäre es nicht am Ende angebrachter, du setztest dich auf deine Stube und repetiertest deine Nervenstränge? Du hast alles vergessen, bis du wieder nach Göttingen kommst...«

Frau Schwarzkopf aber sprach sanft: »Diederich, mein Gott! warum soll er nicht mitgehen? Laß ihn doch mitgehen! Er hat d doch Ferien! Und soll er denn gar nichts von unserem Besuche haben?« - So gingen sie.

Sie gingen den Strand entlang, ganz unten am Wasser, dort wo der Sand von der Flut benetzt, geglättet und gehärtet ist, sodaß man mühelos gehen kann; wo kleine, gewöhnliche, weiße Muscheln verstreut liegen und andere, längliche, große, opalisierende; dazwischen gelbgrünes, nasses Seegras mit runden, hohlen Früchten, welche knallen, wenn man sie zerdrückt; und Quallen, einfache, wasserfarbene sowohl wie rotgelbe, giftige, welche das Bein verbrennen, wenn man sie beim Baden berührt...

»Wollen Sie wissen, wie dumm ich früher war?« sagte Tony. »Ich wollte die bunten Sterne aus den Quallen heraus haben. Ich trug eine ganze Menge Quallen im Taschentuche nach Hause und legte sie säuberlich auf den Balkon in die Sonne, damit sie verdunsteten ... dann mußten die Sterne doch übrig bleiben! Ja, schön ... Als ich nachsah, war da ein ziemlich großer nasser Fleck. Es roch nur ein bißchen nach faulem Seetang...«

Sie gingen, das rhythmische Rauschen der langgestreckten Wellen neben sich, den frischen Salzwind im Gesicht, der frei und ohne Hindernis daherkommt, die Ohren umhüllt und einen angenehmen Schwindel, eine gedämpfte Betäubung hervorruft ... Sie gingen in diesem, weiten, still sausenden Frieden k am Meere, der jedes kleine Geräusch, ob fern oder nah, zu geheimnisvoller Bedeutung erhebt...

Links befanden sich zerklüftete Abhänge aus gelbem Lehm und Geröll, gleichförmig, mit immer neu hervorspringenden Ecken, welche die Biegungen der Küste verdeckten. Hier irgendwo, weil der Strand zu steinig wurde, kletterten sie hinauf, um droben durch das Gehölz den ansteigenden Weg zum Seetempel fortzusetzen. Der Seetempel, ein runder Pavillon, war aus rohen Borkenstämmen und Brettern erbaut, deren Innenseiten mit Inschriften, Initialen, Herzen, Gedichten bedeckt waren ... Tony und Morten setzten sich in eine der kleinen abgeteilten Kammern, die der See zugewandt waren und in denen es nach Holz roch wie in den Kabinen der Badeanstalt, auf die schmale, roh gezimmerte Bank im Hintergrunde.

Es war sehr still und feierlich hier oben, um diese Nachmittagsstunde. Ein paar Vögel schwatzten, und das leise Rauschen der Bäume vermischte sich mit dem des Meeres, das sich dort tief unten ausbreitete und in dessen Ferne das Takelwerk eines Schiffes zu sehen war. Geschützt vor dem Winde, der bislang um ihre Ohren gespielt hatte, empfanden sie plötzlich eine : nachdenklich stimmende Stille.

Tony erkundigte sich:

»Kommt der oder geht er?«

»Wie?« fragte Morten mit seiner schwerfälligen Stimme ... und als ob er aus irgend einer tiefen Abwesenheit erwachte, sagte er rasch: »Geht! Das ist der >Bürgermeister Steenbock<, der nach Rußland fährt. - Ich möchte nicht mit«, setzte er nach einer Pause hinzu. »Dort muß es noch empörender zugehen als bei uns!«

»So!« sagte Tony. » Nun gedenken Sie wieder mit den Adligen anzufangen, Morten, ich sehe es Ihrem Gesichte an. Es ist nicht schön von Ihnen ... Haben Sie jemals einen gekannt?«

»Nein!« rief Morten beinahe entrüstet. »Gott sei Dank!«

»Ja! ja, sehen Sie wohl? Ich aber. Ein Mädchen allerdings, Armgard von Schilling dort drüben, von der ich Ihnen schon erzählte. Nun, sie war gutmütiger, als Sie und ich, sie wußte kaum, daß sie Von hieß, sie aß Mettwurst und sprach von ihren Kühen ...«

»Sicherlich giebt es Ausnahmen, Fräulein Tony!« sagte er eifrig. »Aber hören Sie ... Sie sind eine junge Dame, Sie sehen alles persönlich an. Sie kennen einen Adligen und sagen: Aber er ist doch ein braver Mensch! Gewiß ... aber man braucht gar keinen zu kennen, um sie alle zu verurteilen! Denn es handelt sich um das Prinzip, wissen Sie, um die Einrichtung! Ja, darauf müssen Sie schweigen... Wie? Jemand braucht nur geboren zu werden, um ein Auserlesener und Edler zu sein ... der verächtlich auf uns andere herabblicken darf, ... die wir mit allen Verdiensten nicht auf seine Höhe gelangen können? ...« Morten sprach mit einer naiven und gutherzigen Entrüstung; er versuchte, Handbewegungen zu machen, sah selbst, daß sie ungeschickt waren, und unterließ sie wieder. Aber er redete fort. Er war in Stimmung. Er saß vorgebeugt, einen Daumen . zwischen den Knöpfen, seiner Joppe, und gab seinen gutmütigen Augen einen trotzigen Ausdruck... »Wir, die Bourgeoisie, der dritte Stand, wie wir bis jetzt genannt worden sind, wir wollen, daß nur noch ein Adel des Verdienstes bestehe, wir erkennen den faulen Adel nicht mehr an, wir leugnen die jetzige Rangordnung der Stände... wir wollen, daß alle Menschen frei, und gleich sind, daß niemand einer Person unterworfen ist, sondern alle nur den Gesetzen unterthänig sind! ... Es soll keine Privilegien und keine Willkür mehr geben!... Alle sollen gleichberechtigte Kinder des Staates sein, und wie keine Mittlerschaft mehr existiert zwischen dem Laien und dem lieben Gott, so soll auch der Bürger zum Staate in unmittelbarem Verhältnis stehen! ... Wir wollen Freiheit der Presse, der Gewerbe, des Handels ... Wir wollen, daß alle Menschen ohne Vorrechte miteinander konkurrieren können und daß dem Verdienste seine Krone wird! ,.. Aber wir sind geknechtet, geknebelt ... was wollte ich eben sagen? Ja, passen Sie auf: Vor vier Jahren sind die Bundesgesetze über die Universitäten und die Presse erneuert worden - schöne Gesetze! Es darf keine Wahrheit niedergeschrieben oder gelehrt werden, die vielleicht nicht mit der bestehenden Ordnung der Dinge übereinstimmt ... Verstehen Sie? Die Wahrheit wird unterdrückt, sie kommt nicht zum Worte ... und warum? einem idiotischen, veralteten, hinfälligen Zustand zuliebe, der, wie jedermann weiß, früher oder später ja dennoch abgeschafft werden wird ... Ich glaube, Sie begreifen diese Gemeinheit gar nicht! Die Gewalt, die dumme, rohe, augenblickliche Polizistengewalt, ganz ohne Verständnis für das Geistige und Neue ... Nein, von Allem abgesehen will ich nur noch Eines sagen ... Der König von Preußen hat ein großes Unrecht begangen! Damals, anno dreizehn, als die Franzosen im Lande waren, hat er uns gerufen und uns die Konstitution versprochen ... wir sind gekommen, wir haben Deutschland befreit...«

Tony, die ihn, das Kinn in die Hand gestützt, von der Seite betrachtete, überlegte einen Augenblick ernstlich, ob er selbst wohl wirklich geholfen haben könne, Napoleon zu vertreiben.
»... aber meinen Sie, daß das Versprechen eingelöst worden ist? Ach nein! - Der jetzige König ist ein Schönredner, ein Träumer, ein Romantiker, wie Sie, Fräulein Tony ... Denn Eines müssen Sie beachten: Wenn die Philosophen und Dichter eine Wahrheit, eine Anschauung, ein Prinzip soeben wieder überwunden und abgethan haben, dann kommt allmählich ein König, der nun gerade dabei angelangt ist, der nun gerade dies für das Neueste und Beste hält und sich danach benehmen zu müssen glaubt... Ja, so ist es mit dem Königtum bestellt! Die Könige sind nicht nur Menschen, sie sind sogar höchst mittelmäßige Menschen, sie sind immer um mehrere Postmeilen zurück ... Ach, mit Deutschland ist es gegangen, wie mit einem Burschenschafts-Studenten, der zur Zeit der Freiheitskriege seine mutige und begeisterte Jugend hatte und nun zum kläglichen Philister geworden ist...«

»Jaja«, sagte Tony. »Alles gut. Aber lassen Sie mich das Eine fragen ... Was geht Sie das eigentlich an? Sie sind ja gar kein Preuße ...«

»Ach, das ist alles Eins, Fräulein Buddenbrook! Ja, ich nenne Ihren Familiennamen und zwar mit Absicht... und ich müßte eigentlich noch >Demoiselle< Buddenbrook sagen, damit Ihnen Ihr ganzes Recht wird! Sind bei uns etwa die Menschen freier, gleicher, brüderlicher, als in Preußen? Schranken, Abstand, Aristokratie - hier wie dort! ... Sie haben Sympathie für die Adligen ... soll ich Ihnen sagen warum? Weil Sie selbst eine Adlige sind! Ja-ha, haben Sie das noch nicht gewußt? ... Ihr Vater ist ein großer Herr, und Sie sind eine Prinzeß. Ein Abgrund trennt Sie von uns Ändern, die wir nicht zu Ihrem Kreise von herrschenden Familien gehören. Sie können wohl einmal mit Einem von uns zur Erholung ein bißchen an der See spazieren gehen, aber wenn. Sie wieder in Ihren Kreis der Bevorzugten und Auserwählten treten, dann kann man auf den Steinen sitzen ...« Seine Stimme war ganz fremdartig erregt geworden.

»Morten«, sagte Tony traurig. »Nun haben Sie sich doch geärgert, wenn Sie auf den Steinen saßen! Ich habe Sie doch gebeten, sich vorstellen zu lassen ...«

»Oh, Sie nehmen die Sache wieder als junge Dame, zu persönlich, Fräulein Tony! Ich spreche doch im Prinzip... Ich sage, daß bei uns nicht mehr brüderliche Menschlichkeit herrscht, als in Preußen ... Und wenn ich persönlich spräche«, fuhr er nach einer kleinen Pause mit leiserer Stimme fort, aus der aber die eigentümliche Erregung nicht verschwunden war, »so würde ich nicht die Gegenwart meinen, sondern eher vielleicht die Zukunft,... wenn Sie als eine Madame So und so einmal endgültig in Ihrem vornehmen Bereich verschwinden werden und ... man Zeit seines Lebens auf den Steinen sitzen kann ...«

Er schwieg, und auch Tony schwieg. Sie blickte ihn nicht mehr an, sondern nach der anderen Seite, auf die Bretterwand i neben ihr. Es herrschte ziemlich lange eine beklommene Stille.

»Erinnern Sie sich«, fing Morten wieder an, »daß ich Ihnen einmal sagte, ich hätte eine Frage an Sie zu richten? Ja, die beschäftigt mich seit dem ersten Nachmittage, als Sie hier ankamen, müssen Sie wissen ... Raten Sie nur nicht! Sie können unmöglich wissen, was ich meine. Ich frage ein anderes Mal, bei Gelegenheit; es hat keine Eile, es geht mich im Grunde gar nichts an, es ist bloß Neugierde ... Nein, heute will ich Ihnen nur das Eine verraten ... etwas Anderes ... Sehen Sie mal.«

Hierbei zog Morten aus einer Tasche seiner Joppe das Ende ; eines schmalen, buntgestreiften Bandes hervor und sah mit einem Gemisch von Erwartung und Triumph in Tonys Augen.

»Wie hübsch«, sagte sie verständnislos. »Was bedeutet das?«

Morten aber sprach feierlich:

»Das bedeutet, daß ich in Göttingen einer Burschenschaftsverbindung angehöre - nun wissen Sie es! Ich habe auch eine Mütze in diesen Farben, aber die habe ich für die Ferienzeit dem Gerippe in der Polizistenuniform aufgesetzt... denn hier dürfte ich mich nicht damit sehen lassen, verstehen Sie .,. Ich kann doch darauf rechnen, daß Sie reinen Mund halten? Wenn mein Vater von der Sache erführe, so gäbe es ein Unglück ...«

»Kein Wort, Morten! Nein, auf mich können Sie zählen! ... Aber ich weiß gar nichts davon ... Sind Sie Alle gegen die Adligen verschworen? ... Was wollen Sie?«

»Wir wollen die Freiheit!« sagte Morten.

»Die Freiheit?« fragte sie.

»Nun ja, die Freiheit, wissen Sie, die Freiheit...!« wiederholte er, indem er eine vage, ein wenig linkische aber begeisterte Armbewegung hinaus, hinunter, über die See hin vollführte, und zwar nicht nach jener Seite, wo die mecklenburgische Küste die Bucht beschränkte, sondern dorthin, wo das Meer offen war, wo es sich in immer schmaler werdenden grünen, blauen, gelben und grauen Streifen leicht gekräuselt, großartig und unabsehbar dem verwischten Horizont entgegendehnte ...

Tony folgte mit den Augen der Richtung seiner Hand; und während nicht viel fehlte, daß Beider Hände, die neben einander auf der rauhen Holzbank lagen, sich vereinigten, blickten sie gemeinsam in die selbe Ferne. Sie schwiegen lange, indes das Meer ruhig und schwerfällig zu ihnen heraufrauschte ... und Tony glaubte plötzlich einig zu sein mit Morten in einem großen, unbestimmten, ahnungsvollen und sehnsüchtigen Verständnis dessen, was »Freiheit« bedeutete.

9.

»Es ist merkwürdig, daß man sich an der See nicht langweilen kann, Morten. Liegen Sie einmal an einem anderen Orte drei oder vier Stunden lang auf dem Rücken, ohne etwas zu thun, ohne auch nur einem Gedanken nachzuhängen ...«

»Ja, ja ... Übrigens muß ich gestehen, daß ich mich früher manchmal gelangweilt habe, Fräulein Tony; aber das ist einige Wochen her...«

Der Herbst kam, der erste starke Wind hatte sich aufgemacht. Graue, dünne und zerrissene Wolken flatterten eilig über den Himmel. Die trübe, zerwühlte See war weit und breit mit Schaum bedeckt. Große, starke Wogen, wälzten sich mit einer unerbittlichen und furchteinflößenden Ruhe heran, neigten sich majestätisch, indem sie eine dunkelgrüne, metallblanke Rundung bildeten, und stürzten lärmend über den Sand.

Die Saison war völlig zu Ende. Der Teil des Strandes, den sonst die Menge der Badegäste bevölkerte und wo jetzt die Pavillons zum Teile schon abgebrochen waren, lag mit wenigen Sitzkörben fast ausgestorben da. Aber Tony und Morten lagerten nachmittags in einer entfernten Gegend: Dort, wo die gelben Lehmwände begannen, und wo die Wellen am »Möwenstein« ihren Gischt hoch emporschleuderten. Morten hatte ihr einen fest geklopften Sandberg getürmt: daran lehnte sie mit dem Rücken, die Füße in Kreuzband-Schuhen und weißen Strümpfen übereinandergelegt, in ihrer weichen grauen Herbstjacke mit großen Knöpfen; Morten, ihr zugewandt, lag, das Kinn in die Hand gestützt, auf der Seite. Eine Möve schoß dann und wann über die See und ließ ihren Raubvogelschrei vernehmen. Sie sahen die grünen, mit Seegras durchwachsenen Wände der Wellen an, die drohend daherkamen und an dem Steinblock zerbarsten, der sich ihnen entgegenstellte ... in diesem irren, ewigen Getöse, das betäubt, stumm macht und das Gefühl der Zeit ertötet.

Endlich machte Morten eine Bewegung, als ob er sich selbst erweckte, und fragte:

»Nun werden Sie wohl bald abreisen, Fräulein Tony?«

»Nein ... wieso?« sagte Tony abwesend und ohne Verständnis.

»Ja, mein Gott, wir haben den zehnten September,... meine Ferien sind ohnehin bald zu Ende ... wie lange kann das noch dauern! Freuen Sie sich auf die Gesellschaften in der Stadt...? Sagen Sie mal: Es sind wohl liebenswürdige Herren, mit denen Sie tanzen ... Nein, das wollte ich auch nicht fragen! Jetzt müssen Sie mir Eines beantworten«, sagte er, indem er mit plötzlichem Entschlüsse sein Kinn in der Hand zurechtrückte und sie anblickte. »Es ist die Frage, die ich so lange aufgespart habe, ... wissen Sie? Nun! Wer ist Herr Grünlich?«

Tony fuhr zusammen, sah ihm rasch ins Gesicht und ließ dann ihre Augen umherschweifen wie Jemand, der an einen fernen Traum erinnert wird. Dabei wurde das Gefühl in ihr lebendig, das sie in der Zeit nach Herrn Grünlichs Werbung erprobt hatte: Das Gefühl persönlicher Wichtigkeit.

»Das wollen Sie wissen, Motten?« fragte sie ernst. »Nun, dann will ich es Ihnen sagen. Es war mir zwar höchst peinlich, verstehen Sie, daß Thomas den Namen am ersten Nachmittage erwähnte; aber da Sie ihn einmal gehört haben ... genug: Herr Grünlich, Bendix Grünlich, das ist ein Geschäftsfreund meines Vaters, ein wohlsituierter Kaufmann aus Hamburg, der in der Stadt um meine Hand angehalten hat... aber nein!« antwortete sie rasch auf eine Bewegung Mortens, »ich habe ihn zurückgewiesen, ich habe mich nicht entschließen können, ihm mein Jawort fürs Leben zu erteilen.«

»Und warum nicht... wenn ich fragen darf?« sagte Morten ungeschickt.

»Warum? O Gott, weil ich ihn nicht ausstehen konnte!« rief sie beinahe entrüstet ... »Sie hätten ihn kennen sollen, wie er aussah und wie er sich benahm! Unter Anderem hatte er goldgelbe Favoris ... völlig unnatürlich! Ich bin überzeugt, daß er sie mit dem Pulver frisierte, mit dem man die Weihnachtsnüsse vergoldet... Außerdem war er falsch. Er schwänzelte um meine Eltern herum und sprach ihnen in schamloser Weise nach dem Munde ...«

Morten unterbrach sie:

»Aber was heißt... Sie müssen mir noch Eines sagen ... was heißt: >Das putzt ganz ungemein<?«

Tony geriet in ein nervöses und kicherndes Lachen.

»Ja ... so sprach er, Morten! Er sagte nicht: >Das nimmt sich gut aus<, oder: >Das schmückt das Zimmer<, sondern: >Das putzt ganz ungemein<... so albern war er, ich versichere Sie!... Dabei war er im höchsten Grade aufdringlich; er ließ nicht von mir ab, obgleich ich ihn niemals anders, als mit Ironie behandelte. Einmal machte er mir eine Scene, bei der er beinahe weinte ... ich bitte Sie: ein Mann, der weint...«

»Er muß Sie sehr verehrt haben«, sagte Morten leise. »Aber was ging mich das an!« rief sie erstaunt, indem sie sich an ihrem Sandberg zur Seite wandte...

»Sie sind grausam, Fräulein Tony ... Sind Sie immer grausam? Sagen Sie mir... Sie haben diesen Herrn Grünlich nicht leiden können, aber sind Sie jemals einem Anderen zugethan gewesen? ... Manchmal denke ich: Haben Sie vielleicht ein kaltes Herz? Eines will ich Ihnen sagen... es ist so wahr, daß ich es Ihnen beschwören kann: Ein Mann ist nicht albern, weil er darüber weint, daß Sie nichts von ihm wissen wollen ... das ist es. Ich bin nicht sicher, durchaus nicht sicher, daß ich nicht ebenfalls ... Sehen Sie, Sie sind ein verwöhntes, vornehmes Geschöpf... Moquieren Sie sich immer nur über die Leute, die zu Ihren Füßen liegen? Haben Sie wirklich ein kaltes Herz?«

Nach der kurzen Heiterkeit begann nun plötzlich Tonys Oberlippe zu zittern. Sie richtete ein Paar großer und betrübter Augen auf ihn, die langsam blank von Thränen wurden, und sagte leise:

»Nein, Morten, glauben Sie das von mir? ... Das müssen Sie nicht von mir glauben.«

»Ich glaube es ja auch nicht!« rief Morten mit einem Lachen, in dem Ergriffenheit und mühsam unterdrückter Jubel zu hören war ... Er wälzte sich völlig herum, so daß er nun auf dem Bauche neben ihr lag, ergriff, indem er die Ellenbogen aufstützte, mit beiden Händen die Ihre und sah mit seinen stahlblauen, gutmütigen Augen entzückt und begeistert in ihr Gesicht.

»Und Sie ... Sie moquieren sich nicht über mich, wenn ich Ihnen sage, daß ...«

»Ich weiß, Morten«, unterbrach sie ihn leise, während sie seitwärts auf ihre freie Hand blickte, die langsam den weichen, weißen Sand durch die Finger gleiten ließ.

»Sie wissen ...! Und Sie ... Sie, Fräulein Tony ...«

»Ja, Morten. Ich halte große Stücke auf Sie. Ich habe Sie sehr gern. Ich habe Sie lieber, als Alle, die ich kenne.«

Er fuhr auf, er machte ein paar Armbewegungen und wußte nicht, was er thun sollte. Er sprang auf die Füße, warf sich sofort wieder bei ihr nieder und rief mit einer Stimme, die stockte, wankte, sich überschlug und wieder tönend wurde vor Glück:

»Ach, ich danke Ihnen, ich danke Ihnen! Sehen Sie, nun bin ich so glücklich, wie noch niemals in meinem Leben...« Dann fing er an, ihre Hände zu küssen.

Plötzlich sagte er leiser:

»Sie werden nun bald nach der Stadt abreisen, Tony, und meine Ferien sind in vierzehn Tagen zu Ende ... dann muß ich wieder nach Göttingen. Aber wollen Sie mir versprechen, daß Sie diesen Nachmittag hier am Strande nicht vergessen werden, bis ich zurückkomme ... und Doktor bin ... und bei Ihrem Vater für uns bitten kann, so schwer es sein wird? Und daß Sie unterdessen keinen Herrn Grünlich erhören werden?... Oh, es wird nicht lange dauern, passen Sie auf! Ich werde arbeiten, wie ein ... und es ist gar nicht schwer ...«

»Ja, Morten«, sagte sie glücklich und abwesend, indem sie seine Augen, seinen Mund und seine Hände betrachtete, die die ihren hielten ..,

Er zog ihre Hand noch näher an seine Brust und fragte gedämpft und bittend:

»Wollen Sie mir daraufhin nicht ... Darf ich das nicht ... bekräftigen ...?«

Sie antwortete nicht, sie sah ihn nicht einmal an, sie schob nur ganz leise ihren Oberkörper am Sandberg ein wenig näher zu ihm hin, und Morten küßte sie langsam und umständlich auf den Mund. Dann sahen sie nach verschiedenen Richtungen in den Sand und schämten sich über die Maße.

Zehnter Teil.

3
Seit manchem Jahr hatten Buddenbrooks sich der weiteren sommerlichen Reisen entwöhnt, die ehemals üblich gewesen waren, und selbst, als im vorigen Frühling die Senatorin dem Wunsche gefolgt war, ihren alten Vater in Amsterdam zu besuchen und nach so langer Zeit einmal wieder ein paar Duos mit ihm zu geigen, hatte ihr Gatte nur in ziemlich wortkarger Weise seine Einwilligung gegeben. Daß aber Gerda, der kleine Johann und Fräulein Jungmann alljährlich für die Dauer der Sommerferien ins Kurhaus von Travemünde übersiedelten, war hauptsächlich Hannos Gesundheit wegen die Regel geblieben...

Sommerferien an der See! Begriff wohl irgend Jemand weit und breit, was für ein Glück das bedeutete? Nach dem schwerflüssigen und sorgenvollen Einerlei unzähliger Schultage vier Wochen lang eine friedliche und kummerlose Abgeschiedenheit, erfüllt von Tanggeruch und dem Rauschen der sanften Brandung... Vier Wochen, eine Zeit, die an ihrem Beginne nicht zu übersehen und ermessen war, an deren Ende zu glauben unmöglich und von deren Ende zu sprechen eine lästerliche Roheit war. Niemals verstand es der kleine Johann, wie dieser oder jener Lehrer es über sich gewann, am Schlusse des Unterrichtes Redewendungen laut werden zu lassen, wie etwa: »Hier werden wir nach den Ferien fortfahren und zu dem und dem übergehen. ..« Nach den Ferien! Er schien sich noch darauf zu freuen, dieser unbegreifliche Mann im blanken Kammgarnrock! Nach den Ferien! War das überhaupt ein Gedanke? So wundervoll weit in graue Ferne entrückt war Alles, was jenseits dieser vier Wochen lag!

In einem der beiden Schweizer Häuser, welche, durch schmalen Mittelbau verbunden, mit der »Conditorei« und dem Hauptgebäude des Kurhauses eine gerade Linie bildeten: welch ein Erwachen, am ersten Morgen, nachdem Tags zuvor das Vorzeigen des Zeugnisses wohl oder übel überstanden und die Fahrt in der bepackten Droschke zurückgelegt war! Ein unbestimmtes Glücksgefühl, das in seinem Körper emporstieg und sein Herz sich zusammenziehen ließ, schreckte ihn auf... er öffnete die Augen und umfaßte mit einem gierigen und seligen Blick die altfränkischen Möbel des reinlichen kleinen Zimmers... Eine Sekunde schlaftrunkener, wonniger Verwirrung – und dann begriff er, daß er in Travemünde war, für vier unermeßliche Wochen in Travemünde! Er regte sich nicht: er lag still auf dem Rücken in dem schmalen gelbhölzernen Bette, dessen Linnen vor Alter außerordentlich dünn und weich waren, schloß hie und da aufs Neue seine Augen und fühlte, wie seine Brust in tiefen, langsamen Atemzügen vor Glück und Unruhe erzitterte.

Das Zimmer lag in dem gelblichen Tageslicht, das schon durch das gestreifte Rouleau hereinfiel, während doch ringsum noch Alles still war und Ida Jungmann sowohl wie Mama noch schliefen. Nichts war zu vernehmen als das gleichmäßige und friedliche Geräusch, mit dem drunten der Hausknecht den Kies des Kurgartens harkte, und das Summen einer Fliege, die zwischen Rouleau und Fenster beharrlich gegen die Scheibe stürmte, und deren Schatten man auf der gestreiften Leinwand in langen Zickzack-Linien umherschießen sah... Stille! Das einsame Geräusch der Harke und monotones Summen! Und dieser sanft belebte Friede erfüllte den kleinen Johann alsbald mit der köstlichen Empfindung jener ruhigen, wohlgepflegten und distinguierten Abgeschiedenheit des Bades, die er so über Alles liebte. Nein, Gott sei gepriesen, hierher kam keiner der blanken Kammgarnröcke, die auf Erden Regeldetri und Grammatik vertraten, hierher nicht, denn es war ziemlich kostspielig hier draußen...

Ein Anfall von Freude machte, daß er aus dem Bette sprang und auf nackten Füßen zum Fenster lief. Er zog das Rouleau empor, öffnete den einen Flügel, indem er den weiß lackierten Haken löste, und blickte der Fliege nach, die über die Kieswege und Rosenbeete des Kurgartens hin davonflog. Der Musiktempel, im Halbkreise von Buchsbaum umwachsen, stand noch leer und still den Hôtel-Gebäuden gegenüber. Das »Leuchtenfeld«, das seinen Namen nach dem Leuchtturm trug, der irgendwo zur Rechten aufragte, dehnte sich unter dem weißlich bezogenen Himmel aus, bis sein kurzes, von kahlen Erdflecken unterbrochenes Gras in hohe und harte Strandgewächse und dann in Sand überging, dort, wo man die Reihen der kleinen, hölzernen Privatpavillons und der Sitzkörbe unterschied, die auf die See hinausblickten. Sie lag da, die See, in Frieden und Morgenlicht, in flaschengrünen und blauen, glatten und gekrausten Streifen, und ein Dampfer kam zwischen den rotgemalten Tonnen, die ihm den Kurs bezeichneten, von Kopenhagen daher, ohne daß man zu wissen brauchte, ob er »Najaden« oder »Friederike Oeverdieck« hieß. Und Hanno Buddenbrook zog wieder tief und mit stiller Seligkeit den würzigen Atem ein, den die See zu ihm herübersandte, und grüßte sie zärtlich mit den Augen, mit einem stummen, dankbaren und liebevollen Gruße.

Und dann begann der Tag, der erste dieser armseligen achtundzwanzig Tage, die anfangs wie eine ewige Seligkeit erschienen und, waren die ersten vorüber, so verzweifelt schnell zerrannen... Es wurde auf dem Balkon oder unter dem großen Kastanienbaum gefrühstückt, der drunten vor dem Kinderspielplatze stand, dort, wo die große Schaukel hing, - und Alles, der Geruch, den das eilig gewaschene Tischtuch ausströmte, wenn der Kellner es ausbreitete, die Servietten aus Seidenpapier, das fremdartige Brot, der Umstand, daß man die Eier nicht. wie zu Hause mit knöchernen, sondern mit gewöhnlichen Teelöffeln und aus metallenen Bechern aß, - Alles entzückte den kleinen Johann.

Und was folgte, war Alles frei und leicht geordnet, ein wunderbar müßiges und pflegesames Wohlleben, das ungestört und kummerlos verging: Der Vormittag am Strande, während droben die Kurkapelle ihr Morgenprogramım erledigte, dieses Liegen und Ruhen zu Füßen des Sitzkorbes, dieses zärtliche und träumerische Spielen mit dem weichen Sande, der nicht beschmutzt, dieses mühe- und schmerzlose Schweifen und Sichverlieren der Augen über die grüne und blaue Unendlichkeit hin, von welcher, frei und ohne Hindernis, mit sanftem Sausen ein starker, frisch, wild und herrlich duftender Hauch daherkam, der die Ohren umhüllte und einen angenehmen Schwindel hervorrief, eine gedämpfte Betäubung, in der das Bewußtsein von Zeit und Raum und allem Begrenzten still selig unterging... Das Baden dann, das hier eine erfreulichere Sache war als in Herrn Asmussens Anstalt, denn es gab hier kein »Gänsefutter«, das hellgrüne, kristallklare Wasser schäumte weithin, wenn man es aufrührte, statt eines schleimigen Bretterbodens schmeichelte der weich gewellte Sandboden den Sohlen, und Konsul Hagenströms Söhne waren weit, sehr weit, in Norwegen oder Tyrol. Der Konsul liebte es, im Sommer eine ausgedehntere Erholungsreise zu unternehmen — und warum also nicht, nicht wahr... Ein Spaziergang, zur Erwärmung, den Strand entlang, bis zum »Mövenstein« oder zum »Seetempel«, ein Imbiß, am Sitzkorbe eingenommen, - und die Stunde näherte sich, da man hinauf in die Zimmer ging, um vor der Toilette zur Table d’hôte eine kleine Stunde zu ruhen. Die Table d’hôte war lustig, das Bad stand in Flor, viele Leute, Familien, die den Buddenbrooks befreundet waren, sowohl wie Hamburger und sogar englische und russische Herrschaften füllten den großen Saal des Kurhauses, an einem feierlichen Tischchen kredenzte ein schwarz gekleideter Herr die Suppe aus einer silberblanken Terrine, es gab vier Gänge, die schmackhafter, würziger und jedenfalls auf irgend eine festlichere Weise zubereitet waren, als zu Hause, und an vielen Stellen der langen Tafeln ward Champagner . getrunken. Oftmals kamen einzelne Herren aus der Stadt, die sich von ihren Geschäften nicht während der ganzen Woche fesseln ließen, die sich amüsieren und nach dem Essen die Roulette ein wenig in Bewegung setzen wollten: Konsul Peter Döhlmann, der seine Tochter zu Hause gelassen hatte, und mit schallender Stimme auf Plattdeutsch so ungenierte Geschichten erzählte, daß die Hamburger Damen vor Lachen husteten und um einen Augenblick Pause baten; Senator Doktor Cremer, der alte Polizeichef; Onkel Christian und sein Schulfreund, Senator Gieseke, der ebenfalls ohne Familie war und alles für Christian Buddenbrook bezahlte... Später, wenn die Erwachsenen zu den Klängen der Musik unter dem Zeltdache der Konditorei den Kaffee tranken, saß Hanno auf einem Stuhle unermüdlich vor den Stufen des Tempels und lauschte..... Es war gesorgt für den Nachmittag. Es gab eine Schießbude im Kurgarten, und zur Rechten der Schweizerhäuser standen die Stallgebäude mit Pferden, Eseln und Kühen, deren Milch man warm, schaumig und duftend zur Vesperstunde trank. Man konnte einen Spaziergang machen, in das Städtchen, die »Vorderreihe« entlang; man konnte von dort aus mit einem Boote zum »Priwal« übersetzen, an dessen Strande es Bernstein zu finden gab, konnte sich auf dem Kinderspielplatze an einer Krocket-Partie beteiligen oder sich auf einer Bank des bewaldeten Hügels, der hinter den Hôtels gelegen war, und auf dem die große Table-d’hôte-Glocke hing, von Ida Jungmann vorlesen lassen... Und doch war das Klügste stets, zur See zurückzukehren und noch im Zwielicht, das Gesicht dem offenen Horizonte zugewandt, auf der Spitze des Bollwerks zu sitzen, den großen Schiffen, die vorüberglitten, mit dem Taschentuch zuzuwinken und zu horchen, wie die kleinen Wellen mit leisem Plaudern wider die Steinblöcke klatschten und die ganze Weite ringsum von diesem gelinden und großartigen Sausen erfüllt war, das dem kleinen Johann gütevoll zusprach und ihn beredete, in ungeheurer Zufriedenheit seine Augen zu schließen. Dann aber sagte Ida Jungmann: »Komm, Hannochen; müssen gehen; Abendbrotzeit; wirst dir den Tod holen, wenn du hier wirst schlafen wollen...« Welch ein beruhigtes, befriedigtes und in wohltätiger Ordnung arbeitendes Herz er immer mitnahm vom Meere! Und wenn er sein Abendbrot mit Milch oder stark gemalztem Braunbier im Zimmer gegessen hatte, während seine Mutter später in der Glasveranda des Kurhauses in größerer Gesellschaft speiste, so senkte sich, kaum daß er wieder zwischen dem altersdünnen Linnen seines Bettes lag, zu den sanften und vollen Schlägen eben dieses befriedigten Herzens und den gedämpften Rhythmen des Abendkonzertes ganz ohne Schrecken und Fieber der Schlaf über ihn...

Am Sonntag erschien, gleich einigen anderen Herren, die während der Woche von ihren Geschäften in der Stadt zurückgehalten wurden, der Senator bei den Seinen und blieb bis zum Montag Morgen. Aber obgleich dann Eis und Champagner an der Table d’hôte serviert ward, obgleich Eselritte und Segelpartieen in die offene See hinaus veranstaltet wurden, liebte der kleine Johann diese Sonntage nicht sehr. Die Ruhe und Abgeschlossenheit des Bades war gestört. Eine Menge von Leuten aus der Stadt, die gar nicht hierher gehörten, »Eintagsfliegen aus dem guten Mittelstande«, wie Ida Jungmann sie mit wohlwollender Geringschätzung nannte, bevölkerte am Nachmittage Kurgarten und Strand, um Kaffee zu trinken, Musik zu hören, zu baden, und Hanno hätte am liebsten im geschlossenen Zimmer den Abfluß dieser festlich geputzten Störenfriede erwartet... Nein, er war froh, wenn am Montag Alles wieder ins alltägliche Geleise kam, wenn auch die Augen seines Vaters, diese Augen, denen er sechs Tage lang fern gewesen war, und die, er hatte es wohl gefühlt, während des ganzen Sonntages wieder kritisch und forschend aufihm geruht hatten, nicht mehr da waren...

Und vierzehn Tage waren vorbei, und Hanno sagte sich und beteuerte es Jedem, der es hören wollte, daß jetzt noch eine Zeit komme, so lang wie die Michaelisferien. Allein das war ein trügerischer Trost, denn war die Höhe der Ferien erreicht, so ging es abwärts und gegen Ende, schnell, so fürchterlich schnell, daß er sich an jede Stunde hätte klammern mögen, um sie nicht vorüber zu lassen, und jeden Seeluft-Atemzug verlangsamen, um das Glück nicht achtlos zu vergeuden.

Aber die Zeit verging unaufhaltsam im Wechsel von Regen und Sonnenschein, See- und Landwind, stiller, brütender Wärme und lärmenden Gewittern, die nicht über das Wasser konnten und kein Ende nehmen zu wollen schienen. Es gab Tage, an denen der Nordost-Wind die Bucht mit schwarzgrüner Flut überfüllte, welche den Strand mit Tang, Muscheln und Quallen bedeckte und die Pavillons bedrohte. Dann war die trübe, zerwühlte See weit und breit-mit Schaum bedeckt. Große, starke Wogen wälzten sich mit einer unerbittlichen und furchteinflößenden Ruhe heran, neigten sich majestätisch, indem sie eine dunkelgrüne, metallblanke Rundung bildeten, und stürzten tosend,; krachend, zischend, donnernd über den Sand... Es gab andere Tage, an denen der Westwind die See zurücktrieb, daß der zierlich gewellte Grund weit hinaus freilag und überall nackte Sandbänke sichtbar waren, während der Regen in Strömen herniederging, Himmel, Erde und Wasser in einander verschwammen und der Stoßwind in den Regen fuhr und ihn gegen die Fensterscheiben trieb, daß nicht Tropfen, sondern Bäche daran hinunterflossen und sie undurchsichtig machten. Dann hielt Hanno sich meistens im Kursaale auf, am Pianino, das zwar bei den Réunions von Walzern und Schottischen ein wenig zerhämmert war und auf dem sich nicht so wohllautend phantasieren ließ, wie zu Haus auf dem Flügel, aber mit dessen gedeckter und glucksender Klangart doch recht unterhaltende Wirkungen zu erzielen waren... Und wieder kamen andere Tage, träumerische, blaue, ganz windstille und brütend warme, an denen die blauen Fliegen summend in der Sonne über dem »Leuchtenfeld« standen und die See stumm und spiegelnd, ohne Hauch und Regung lag. Und waren noch drei Tage übrig, so sagte sich Hanno und machte es Jedem klar, daß jetzt noch eine Zeit komme, so lang wie die ganzen Pfingstferien.. Aber so unanfechtbar diese Rechnung war, glaubte er doch selbst nicht daran, und seines Herzens hatte sich längst die Erkenntnis bemächtigt, daß der Mann im blanken Kammgarnrock dennoch Recht gehabt, daß die vier Wochen dennoch ein Ende nahmen, und daß man nun dennoch da fortfahren, wo man aufgehört, und zu dem und dem übergehen werde...

Die bepackte Droschke hielt vorm Kurhause, der Tag war da. Hanno hatte frühmorgens der See und dem Strande sein Adieu gesagt; er sagte es nun den Kellnern, die ihre Trinkgelder entgegennahmen, dem Musiktempel, den Rosenbeeten und dieser ganzen Sommerszeit. Und dann, unter den Verbeugungen des Hôtel-Personals, setzte sich der Wagen in Bewegung.

Er passierte die Allee, die zum Städtchen führte und fuhr die »Vorderreihe« entlang... Hanno drückte den Kopf in die Wagenecke und sah, an Ida Jungmann vorbei, die frischäugig, weißhaarig und knochig ihm gegenüber auf dem Rückplatze saß, zum Fenster hinaus. Der Morgenhimmel war weißlich bedeckt, und die Trave warf kleine Wellen, die schnell vor dem Winde dahereilten. Dann und wann prickelten Regentropfen gegen die Scheiben. Am Ausgange der »Vorderreihe« saßen Leute vor ihren Haustüren und flickten Netze; barfüßige Kinder kamen herbeigelaufen und betrachteten neugierig den Wagen. Die blieben hier...

Als der Wagen die letzten Häuser zurückließ, beugte Hanno sich vor, um noch einmal den Leuchtturm zu sehen; dann lehnte er sich zurück und schloß die Augen. »Nächst’s Jahr wieder, Hannochen«, sagte Ida Jungmann mit tiefer, tröstender Stimme; aber dieser Zuspruch hatte nur gefehlt, um sein Kinn in zitternde Bewegung zu setzen und die Tränen unter seinen langen Wimpern hervorquellen zu lassen.

Sein Gesicht und seine Hände waren von der Seeluft gebräunt; aber wenn man mit diesem Badeaufenthalt den Zweck verfolgt hatte, ihn härter, energischer, frischer und widerstandsfähiger zu machen, so war man jämmerlich fehl gegangen; von dieser hoffnungslosen Wahrheit war er ganz erfüllt. Sein Herz war durch diese vier Wochen voll Meeresandacht und eingehegtem Frieden nur noch viel weicher, verwöhnter, träumerischer, empfindlicher geworden und nur noch viel unfähiger, bei dem Ausblick auf Herrn Tiedges Regeldetri tapfer zu bleiben und bei dem Gedanken an das Auswendiglernen der Geschichtszahlen und grammatischen Regeln, an das verzweifelt leichtsinnige Wegwerfen der Bücher und den tiefen Schlaf, um Allem zu entgehen, an die Angst am Morgen und vor den Stunden, die Katastrophen, die feindlichen Hagenströms und die Anforderungen, die sein Vater an ihn stellte, nicht vollständig zu verzagen.

Dann aber ermunterte die morgendliche Fahrt ihn ein wenig, die, zwischen dem Gezwitscher der Vögel, durch die wassererfüllten Geleise der Landstraße dahinging. Er dachte an Kai und das Wiedersehen mit ihm, an Herrn Pfühl, die Klavierstunden, den Flügel und sein Harmonium. Übrigens war morgen Sonntag, und der erste Schultag, übermorgen, war noch gefahrlos. Ach, er fühlte noch ein wenig Sand vom Strande in seinen Knöpfstiefeln... er wollte den alten Grobleben bitten, ihn immer darin zu lassen... Mochte es nur Alles wieder beginnen, das mit den Kammgarnröcken und das mit Hagenströms und das Andere. Er hatte, was er hatte. Er wollte sich der See und des Kurgartens erinnern, wenn Alles wieder auf ihn einstürmte, und ein ganz kurzer Gedanke an das Geräusch, mit dem abends in der Stille die kleinen Wellen, weither, aus der in geheimnisvollem Schlummer liegenden Ferne kommend, gegen das Bollwerk geplanscht hatten, sollte ihn so getrost, so unberührbar gegen alle Widrigkeiten machen...

Dann kam die Fähre, es kam die Israelsdorfer Allee, der Jerusalemsberg, das Burgfeld, der Wagen erreichte das Burgtor, neben dem zur Rechten die Mauern des Gefängnisses aufragten, wo Onkel Weinschenk saß, er rollte die Burgstraße entlang und über den Koberg, ließ die Breitestraße zurück und fuhr bremsend die stark abfallende Fischergrube hinunter... Da war die rote Façade mit dem Erker und den weißen Karyatiden, und als sie von der mittagwarmen Straße in die Kühle des steinernen Flures traten, kam der Senator, die Feder in der Hand, aus dem Comptoir heraus, um sie zu begrüßen...

Und langsam, langsam, mit heimlichen Tränen, lernte der kleine Johann wieder, die See zu missen, sich zu ängstigen und ungeheuerlich zu langweilen, stets der Hagenströms gewärtig zu sein und sich mit Kai, Herrn Pfühl und der Musik zu trösten.

Die Damen Buddenbrook aus der Breitenstraße und Tante Klothilde richteten, sobald sie seiner ansichtig wurden, die Frage an ihn, wie nach den Ferien die Schule schmecke, — mit einem neckischen Blinzeln, das ein überlegenes Verständnis für seine Lage vorgab, und jenem sonderbaren Erwachsenen-Hochmut, der Alles, was Kinder angeht, möglichst spaßhaft und oberflächlich behandelt; und Hanno hielt diesen Fragen stand.

Drei oder vier Tage nach der Rückkehr in die Stadt erschien der Hausarzt Doktor Langhals in der Fischergrube, um die Wirkungen des Bades festzustellen. Nachdem.er eine längere Konferenz mit der Senatorin gehabt, ward Hanno vorgeführt, um sich, halb entkleidet, einer eingehenden Prüfung zu unterziehen - seines status praesens, wie Doktor Langhals sagte, indem er seine Fingernägel besah. Er untersuchte Hannos spärliche Muskulatur, die Breite seiner Brust und die Funktion seines Herzens, ließ sich über alle seine Lebensäußerungen Bericht erstatten, nahm schließlich vermittelst einer Nadelspritze einen Blutstropfen aus Hannos schmalem Arm, um zu Hause eine Analyse vorzunehmen, und schien im Allgemeinen wieder nicht recht befriedigt.

»Wir sind ziemlich braun geworden«, sagte er, indem er Hanno, der vor ihm stand, umarmte, die kleine, schwarzbehaarte Hand auf seiner Schulter gruppierte und zur Senatorin und Fräulein Jungmann emporsah, »aber ein allzu betrübtes Gesicht machen wir immer noch.«

»Er hat Heimweh nach der See«, bemerkte Gerda Buddenbrook.

»So, so... also dort bist du so gern?« fragte Doktor Langhals, indem er dem kleinen Johann mit seinen eitlen Augen ins Gesicht blickte... Hanno verfärbte sich. Was bedeutete diese Frage, auf die Doktor Langhals ersichtlich eine Antwort erwartete? Eine wahnwitzige und phantastische Hoffnung, möglich gemacht durch die schwärmerische Überzeugung, daß allen Kammgarnmännern der Welt zum Trotz: vor Gott nichts unmöglich sei, stieg in. ihm auf.

»Ja...« brachte er hervor, seine erweiterten Augen starr auf den Doktor gerichtet. Aber Doktor Langhals hatte gar nichts Besonderes bei seiner Frage im Sinne gehabt.

»Nun, der Effekt der Bäder und der guten Luft wird schon noch nachkommen... schon noch nachkommen!« sagte er, indem er dem kleinen Johann auf die Schulter klopfte, ihn von sich schob und mit einem Kopfnicken gegen die Senatorin und Ida Jungmann - dem überlegenen, wohlwollenden und ermunternden Kopfnicken des wissenden Arztes, .an dessen Augen und Lippen man hängt, sich erhob und, die Konsultation beendete...

Das bereitwilligste Verständnis noch für seinen Schmerz um die See, diese Wunde, die so langsam vernarbte und, von der geringsten Härte des Alltages berührt, wieder zu brennen und zu bluten begann, fand Hanno bei Tante Antonie, die ihn mit ersichtlichem Vergnügen vom Travemünder Leben erzählen hörte, und auf seine sehnsüchtigen Lobpreisungen lebhaften Herzens einging.

»Ja, Hanno«, sagte sie, »was wahr ist, bleibt ewig wahr, und Travemünde ist ein schöner Aufenthalt! Bis ich den Fuß ins Grab setze, weißt du, werde ich mich mit Freuden an die Sommerwochen erinnern, die ich dort als junges, dummes Ding einmal erlebte, Ich wohnte bei Leuten, die ich gern hatte und die mich auch wohl leiden konnten, wie es schien, denn ich war ein hübscher Springinsfeld damals - jetzt kann ich altes Weib es ja aussprechen - und fast immer guter Dinge. Es waren brave Leute, will ich dir sagen, bieder, gutherzig und gradsinnig und außerdem so gescheut, gelehrt und begeistert, wie ich später im Leben überhaupt keine mehr gefunden habe. Ja, es war ein außerordentlich anregender Verkehr mit ihnen. Ich habe da, was Anschauungen und Kenntnisse betrifft, weißt du, für mein ganzes Leben viel gelernt, und wenn nicht Anderes dazwischen gekommen wäre, allerhand Ereignisse... kurz, wie es im Leben so geht... so hätte ich dummes Ding wohl noch Manches profitiert. Willst du wissen, wie dumm ich damals war? Ich wollte die bunten Sterne aus den Quallen heraushaben. Ich trug eine ganze Menge Quallen im Taschentuche nach Hause und legte sie säuberlich auf den Balkon in die Sonne, damit sie verdunsteten... Dann mußten die Sterne doch übrig bleiben! Ja, gut... als ich nachsah, war da ein ziemlich großer nasser Fleck. Es roch nur ein bißchen nach faulem Seetang...« 

Buddenbrooks. En families forfald
Translated by Niels Brunse

Hermed begyndte nogle dejlige sommeruger for Tony Buddenbrook, behageligere og morsommere, end hun nogen sinde før havde oplevet i Travemünde. [...]

 
© S. Fischer Verlag, Frankfurt /
Gyldendal 
Buddenbrooks: The Decline of a Family
Translated by John E. Woods

And so began Tony Buddenbrook’s summer vacation – a few lovely weeks more pleasant and amusing than she had ever spent in Travemünde. [...]

 
 © S. Fischer Verlag, Frankfurt / Alfred A. Knopf, Inc. 
Buddenbrookid. Ühe perekonna langus
Translated by Jaan Kangilaski

Nõnda algasid Tooni Buddenbrookil kaunid suvenädalad, lõbusamad ja meeldivamad, mis ta iial veetnud Travemündes. [...]

 

© S. Fischer Verlag, Frankfurt 

Buddenbrookit. Erään suvun rappio
Translated by Ilona Nykyri

Tästä alkoivat Tony Buddenbrookin kauniit kesäviikot, rattoisimmat ja miellyttävimmät hänen koskaan Travemündessä viettämänsä. [...]

 

© S. Fischer Verlag, Frankfurt /

Búddenbrooks. Hnignunarsaga kaupmannsættar
Translated by Þorbjörg Bjarnar Friðriksdó́ttir

Nú hófst fögur sumartíđ fyrir Toný Búddenbrook, skemmtilegri og ljúfari en nokkru sinni fyrr í Travemünde. [...]

 

© S. Fischer Verlag, Frankfurt /

Budenbroki. Kādas dzimtas sairums
Translated by Lizete Skalbe, Kārlis Štrāls, Zelma Kroder

Sākās jaukas un gaišas vasaras dienas, interesantākas un patīkamākas, kāadas Tonija Budenbroka Trāvemindējebkad bija piedzīvojusi. [...]

 

© S. Fischer Verlag, Frankfurt /

Budenbrokai  
Translated by J. Vaznelis

Taip prasidėjo Antonijai Budenbrok gražiosios vasaros savaitės, greičiau prabėgusios ir malonesnės už visas bet kada anksčiau praleistas Travemiundėje. [...]

 

© S. Fischer Verlag, Frankfurt /

Buddenbrooks. En families forfall
Translated by Per Paulsen

Og nå begynte noen herlige sommeruker for Tony, hyggeligere og morsommere enn hun før hadde opplevd i Travemünde. [...]

 

 © S. Fischer Verlag, Frankfurt / Gyldendal

Buddenbrookowie
Translated by Ewa Librowiczowa

Dla Toni rozpoczęly się piękne dni letnie, weselsze i milsze od wszystkich, jakie kiedykolwiek spędziła w Travemünde. [...]

 

© S. Fischer Verlag, Frankfurt /

Будденбро́ки. История гибели одного семейства
Translated by Natalia Man

Так начались для Тони Будденброк эти летние дни, счастливые и быстролетные, каких она еще не знавала в Травемюнде. [...]

 

© S. Fischer Verlag, Frankfurt /

Buddenbrooks. En familjs förfall
Translated by Ulrika Wallenström

Tredje delen (tillägnas hjärtligen mkin syster Julia till minne av vår östersjlöbukt)

8

Härmed började för Tony Buddenbrook sköna sommarveckor, nöjsammare och angenämare än hon någonsin hade upplevt i Travemünde. Hon blommade upp, ingenting tyngde henne längre; hennes ord och rörelser återfick sin morskhet och sorglöshet. Konsuln betraktade henne gillande när han tillsammans med Tom och Christian kom ut till Travemünde på söndagarna. Då åt man vid table d’hôten, drack sitt kaffe under konditoriets tälttak medan kurorkestern spelade och såg på hur livade laxar som Justus Kröger och Peter Döhlmann trängdes kring rouletten inne i salen; konsuln spelade aldrig. –

Tony solade, hon badade, åt bräckkorv med pepparkakssås och gick långa promenader med Morten: på landsvägen till grannorten, längs stranden till det högt belägna ”Sjötemplet”, som hade en vidsträckt utsikt över hav och land, eller upp i skogsdungen som låg bakom badhotellet och där den stora table d’hôte-klockan hängde högst upp i backen … Eller så rodde de över Trave till ”Priwal”, där man kunde hitta bärnsten 

Morten var en underhållande följeslagare, fast han yttrade sig en smula hetsigt och nedsättande. Om allting hade han ett strängt och rättvist omdöme parat, som han uttalade med bestämdhet, trots att han samtidigt rodnade. Tony blev bedrövad och grälade på honom när han med en något tafatt men vredgad gest förklarade att alla adliga var idioter och uslingar; men hon var mycket stolt över att han inför henne öppet och förtroendefullt framförde sina åsikter som han teg med inför föräldrarna … En gång sade han:

”Det måste jag berätta för er: I min lya i Göttingen har jag ett komplett skelett … ni vet, ett benrangel som nödtorftigt hålls ihop med lite ståltråd. Nå, det där skelettet har jag klätt i en gammal polisuniform … ha! Tycker ni inte det är utmärkt? Men tala för Guds skull inte om det för far!”

Det kunde inte undgås att Tony ofta umgicks med sina stadsbekanta på stranden eller i kurparken, att hon blev meddragen på en och annan réunion och segeltur. Då satt Morten ”på stenarna”. Dessa stenar hade sedan första dagen blivit ett stående uttryck dem emellan. ”Sitta på stenarna” betydde: ”Vara ensam och ha tråkigt.” Kom det en regndag som så långt ögat nådde svepte sjön i en grå slöja så att den alldeles flöt ihop med den låga himlen, en regndag som gjorde stranden mjuk av blöta och översvämmade vägarna, då sade Tony:

”Idag måste vi sitta på stenarna bägge två … det vill säga på verandan eller i salen. Det återstår inte annat än att ni spelar era studentsånger för mig, Morten, trots att det tråkar ut mig alldeles gruvligt.”

”Ja”, sade Morten, ”vi sätter oss … Men vet ni, när ni är med så är det inte längre några stenar!” … Sådant sade han för övrigt inte när hans far var närvarande; modern fick höra det.

”Vad nu?” frågade lotskaptenen när Tony och Morten reste sig samtidigt från bordet och gjorde sig i ordning att gå ut … ”Vart skall unga herrskapet ta vägen?”

”Jo, jag får följa fröken Antonie bort till Sjötemplet en stund.”

”Jaså, får du det? – Säg mig, min son filius, vore det inte när allt kommer omkring lämpligare att du satte dig på din kammare och repeterade dina nervsträngar? Du har glömt allting innan du kommer tillbaka till Göttingen.”

Men fru Schwarzkopf sade blitt: ”Herregud, Diederich! varför skulle han inte gå med? Låt honom gå med! Han har ju ferier! Och skall han inte få ut något alls då av främmandet vårat?” – Sålunda gick de.

De gick längs stranden, ända nere vid vattnet, där som vågorna har gjort sanden fuktig, slät och hård så att det är lätt att gå; där det ligger vanliga små vita musslor och andra avlånga, stora, opaliserande; och däremellan gulgrönt, vått sjögräs med runda, ihåliga frukter som smäller när man krossar dem; och maneter, enkla, vattenfärgade såväl som rödgula, giftiga, som bränner en på benet om man kommer åt dem när man badar …

”Vill ni veta hur dum jag var förr?” sade Tony. ”Jag ville få ut de granna stjärnorna ur maneterna. Jag bar hem en hel massa maneter i näsduken och lade dem snyggt och prydligt i solen på balkongen för att de skulle avdunsta … då måste ju stjärnorna bli kvar! Jo, pyttsan … När jag såg efter var där en ganska stor blöt fläck. Det luktade bara lite rutten tång …”

De gick, med det rytmiska bruset från de långsträckta vågorna vid sidan om sig och den friska salta vinden i ansiktet, den som kommer farande fritt och obehindrat, sveper kring öronen och framkallar en behaglig yrsel, en matt domning … De gick vid havet i denna vidsträckta, lugnt susande frid som skänker varje litet ljud, fjärran eller nära, en högre hemlighetsfull innebörd …

Till vänster reste sig sönderskurna slänter av gul lera och grus, likformiga, med ständigt nya utskjutande hörn som skymde kustens krökar. Här någonstans blev stranden för stenig, och de klättrade upp för att fortsätta däruppe på vägen genom skogen upp till Sjötemplet. Sjötemplet, en rund paviljong, var byggt av obarkade trädstammar och bräder som på insidan var fulla med inskrifter, initialer, hjärtan, dikter … Tony och Morten satte sig på den smala, grovt tillyxade bänken längst in i en av de små avbalkningarna som vette mot sjön
och där det luktade trä som i badhusets hytter.

Det var mycket stilla och högtidligt häruppe vid denna eftermiddagstimma. Ett par fåglar tjattrade, och det svaga suset i träden blandades med sorlet från havet som bredde ut sig djupt nedanför och där riggen på ett fartyg syntes långt i fjärran. I lä för vinden som hittills hade spelat kring öronen på dem upplevde de plötsligt en stillhet som stämde till eftertanke.

Tony hörde sig för:

”Kommer hon eller går hon?”

”Vad?” frågade Morten med sin tröga röst … och som om han vaknade upp ur någon djup frånvaro sade han raskt: ”Går! Det där är ’Bürgermeister Steenbock’ som far till Ryssland. – Jag skulle inte vilja fara med”, tillade han efter en paus. ”Där måtte det råda ännu mer upprörande förhållanden än hos oss!”

”Jaså!” sade Tony. ”Nu tänker ni börja på med de adliga igen, Morten, jag ser det på er min. Det är inte vackert av er … Har ni någonsin känt någon adlig?”

”Nej!” ropade Morten nästan indignerat. ”Gudskelov!”

”Nehej, ser ni? Men det har jag. En flicka visserligen, Armgard von Schilling där på andra sidan, som jag redan har berättat för er om. Nå, hon var hyggligare än ni och jag, hon visste knappt om att hon hette något på von, hon åt medvurst och talade om sina kor …”

”Säkert finns det undantag, fröken Tony!” sade han ivrigt. ”Men hör här … ni är en ung dam, ni betraktar allting personligt. Ni känner en adlig och säger: Men det är ju en bra människa! Visst … men man behöver inte känna någon alls för att fördöma dem allihop! För det handlar om principen, förstår ni, om institutionen! Ja, nu blev ni tyst … Eller hur? Att någon bara behöver födas för att vara utvald och ädel … en som kan se ner med förakt på oss andra … vi som inte hur många förtjänster vi än har kan nå upp till hans höjd!” Morten talade med en naiv och godhjärtad harm; han försökte gestikulera med händerna, såg själv att det blev tafatt och lät det vara. Men han fortsatte att tala. Han var i stämning. Han satt framåtböjd, med ena tummen instucken mellan knapparna i sin jacka, och förlänade sina godmodiga ögon ett trotsigt uttryck … ”Vi, bourgeoisien, tredje ståndet, som vi har kallats till nu, vi vill att det enbart skall finnas en adel grundad på förtjänst, vi erkänner inte längre dagdrivaradeln, vi bestrider den nu rådande rangordningen mellan stånden … vi vill att alla människor skall vara fria och jämlika, att ingen skall vara underordnad en person utan alla lyda enbart under lagarna! … Det skall inte finnas några privilegier och något godtycke mer! … Alla skall vara likaberättigade barn till staten, och liksom det inte längre existerar någon medlare mellan lekmannen och Gud, så skall också medborgaren stå i direkt förhållande till staten! … Vi vill ha en fri press, fria näringar, fri handel … Vi vill att alla människor skall kunna konkurrera med varandra utan privilegier och att förtjänsten skall belönas! … Men vi är förslavade, belagda med munkavel … vad var det jag tänkte säga? Jo, hör här: För fyra år sedan prolongerades förbundslagarna för universiteten och pressen – snygga lagar! Det får inte skrivas ner eller läras ut någon sanning som möjligen inte överensstämmer med den rådande ordningen … Förstår ni? Sanningen undertrycks, den kommer inte till tals … och varför? på grund av en idiotisk, föråldrad, ohållbar författning som ju ändå, det vet var och en, måste avskaffas förr eller senare … Jag tror att ni inte alls fattar vilken gemenhet det är! Våldet, det dumma, råa, ögonblickliga polisvåldet, helt utan förståelse för intellektuella ting, för det nya … Nej, bortsett från allt vill jag bara säga en sak till … Kungen av Preussen har begått en stor orätt! Den gången, anno 13, när fransmännen var i landet, kallade han på oss och lovade oss en konstitution … vi kom, vi befriade Tyskland …”

Tony, som med hakan stödd i handen betraktade honom från sidan, funderade ett ögonblick allvarligt över om han själv verkligen kunde ha hjälpt till att fördriva Napoleon.

”… men anser ni att det löftet har blivit infriat? Ånej! – Den nuvarande kungen är en frasmakare, en drömmare, en romantiker, som ni, fröken Tony … För en sak måste ni lägga märke till: När filosoferna och diktarna har vuxit ifrån och vänt ryggen åt en sanning, en åskådning, en princip, då kommer omsider en kung, som nu först har nått fram dit, som nu håller just detta för det nyaste och bästa och tror sig tvungen att uppföra sig därefter … Ja, så står det till med kungadömet! Kungarna är inte bara människor, de är ena synnerligen medelmåttiga människor, de ligger jämt flera postmil efter … Å, med Tyskland har det gått som med en kårstudent som upplevde sin modiga och entusiastiska ungdom vid tiden för frihetskrigen och nu har blivit en ömklig bracka …”

”Jaja”, sade Tony. ”Det är bra alltsammans. Men får jag fråga er en sak … Vad angår det egentligen er? Ni är ju ingen preussare. ”

”Å, det kommer på ett ut, fröken Buddenbrook! Ja, jag nämner ert efternamn och det avsiktligt … och egentligen borde jag säga ’demoiselle’ Buddenbrook, för att göra er full rättvisa! Är människorna kanske friare, jämlikare, broderligare hos oss än i Preussen? Skrankor, avstånd, aristokrati här som där! … Ni hyser sympati för de adliga …
skall jag säga er varför? Därför att ni själv är adlig! Ja-ha, visste ni inte det? … Er far är en herreman, och ni är en prinsessa. En avgrund skiljer er från oss andra som inte tillhör er krets av härskande familjer. Ni kan nog som rekreation promenera lite vid havet med en av oss, men när ni åter träder in i er krets av privilegierade och utvalda, då får en annan sitta där på stenarna …” Hans röst hade blivit upprörd på ett alldeles annorlunda sätt.

”Morten”, sade Tony sorgset. ”Nu blev ni i alla fall arg när ni satt på stenarna! Jag bad ju att få presentera er …”

”Å fröken Tony, återigen tar ni saken som en ung dam, alltför personligt! Jag talar ju principiellt … Jag säger att hos oss råder inte mer broderlig mänsklighet än i Preussen … Och om jag skulle tala personligt”, fortsatte han efter en liten paus med lägre röst där den egendomliga upprördheten emellertid fanns kvar, ”så skulle jag inte mena nuet utan snarare kanske framtiden … när ni som en madame Den och den en gång slutgiltigt försvinner in i er förnäma sfär och … en annan får sitta där på stenarna, hela sitt liv …”

Han tystnade, och även Tony satt tyst. Hon såg inte längre på honom utan åt andra hållet, på brädväggen bredvid sig. Ganska länge rådde en tryckt tystnad.

”Kommer ni ihåg”, började Morten igen, ”att jag en gång sade att jag hade en fråga att ställa till er? Ja, den upptar mig sedan första eftermiddagen, sedan ni kom hit, skall ni veta … Försök inte gissa! Ni kan omöjligt veta vad jag menar. Jag frågar en annan gång, vid tillfälle; det är ingen brådska, i grund och botten angår det mig inte, det är bara nyfikenhet … Nej, idag vill jag bara säga er en sak … en annan sak … Titta här.”

Härvid drog Morten ur en ficka på jackan fram änden på ett smalt band med kulörta ränder och såg Tony i ögonen med en blandning av förväntan och triumf.

”Vad fint”, sade hon utan att förstå någonting. ”Vad betyder det?”

Men Morten sade högtidligt:

”Det betyder att jag i Göttingen tillhör en studentförening – nu vet ni det! Jag har en mössa också i de här färgerna, men den låter jag sitta på benranglet i polisuniform under ferierna … för här skulle jag inte kunna visa mig i den, förstår ni … Jag kan väl räkna på att ni inte skvallrar? Om min far fick reda på saken skulle det ske en olycka …”

”Inte ett ord, Morten! Nej, mig kan ni räkna på! … Men jag vet ingenting alls om det där … Har alla ni sammansvurit er mot adeln? … Vad vill ni?”

”Vi vill frihet!” sade Morten.

”Frihet?” frågade hon.

”Nåja, frihet, vet ni, frihet …!” upprepade han i det han gjorde en vag, lite tafatt men begeistrad gest med armen utåt, neråt, bort över sjön, och inte åt den sida där mecklenburgska kusten stängde in bukten utan åt det håll där havet var öppet, där det lätt krusat sträckte sig mot den oklara horisonten i allt smalare gröna, blåa, gula och gråa strimmor, storslaget och utan att man såg var det slutade …

Tony följde med ögonen riktningen på hans hand; och medan det var snudd på att bägges händer, som låg sida vid sida på den skrovliga träbänken, förenades, blickade de gemensamt ut i samma fjärrran. De satt länge tysta, under det att havet lugnt och tungt brusade nedanför dem … och Tony trodde sig plötsligt vara ense med Morten i en stor, obestämd, anings- och längtansfull uppfattning om vad ”frihet” betydde.

9

”Det är märkvärdigt, man kan inte ha tråkigt vid havet, Morten. Försök att ligga på rygg tre eller fyra timmar på något annat ställe, utan att göra någonting, utan att ens tänka en tanke …”

”Jo, jo … Förresten måste jag tillstå att jag hade tråkigt ibland förr, fröken Tony; fast det är några veckor sedan.”

Hösten kom, den första starka vinden hade börjat blåsa. Gråa, tunna och trasiga moln fladdrade fort över himlen. Den grumliga, gropiga sjön var täckt av skum så långt ögat såg. Stora, mäktiga vågor kom vältrande med ett obevekligt och skräckinjagande lugn, bugade majestätiskt i det de bildade en mörkgrön, metallblank, rund rygg, och vräkte rytande in över sanden.

Säsongen var verkligen över. Den del av stranden som mängden av badgäster annars befolkade och där paviljongerna nu delvis var rivna, låg nästan utdöd med några få strandkorgar. Men Tony och Morten slog sig på eftermiddagarna ner längre bort, där som de gula lerbranterna tog vid och där vågskummet yrde högt upp mot ”Måsesten”. Morten hade byggt ett hårdklappat sandberg åt Tony; hon satt med ryggen lutad emot detta torn, med fötterna i vita strumpor och skor med korsade band lagda ovanpå varandra, i sin mjuka grå höstjacka med stora knappar; Morten låg på sidan, vänd mot henne, med hakan stödd i handen. Då och då sköt en mås iväg över sjön och lät höra sitt rovfågelskri. De såg på vågornas gröna, av sjögräs genomdragna väggar som hotfullt kom farande och bröts sönder mot stenblocket som ställde sig i deras väg … i detta otroliga, eviga dån som bedövar och förstummar och som dödar känslan för tid.

Äntligen gjorde Morten en rörelse, som om han väckte sig själv, och frågade:

”Ni reser väl snart nu, fröken Tony?”

”Nej … hur så?” sade Tony frånvarande och oförstående.

”Ja, herregud, det är den 10 september … mina ferier är i alla fall snart slut … hur länge till kan det dröja! Ser ni fram emot bjudningarna i stan? Säg, det är väl trevliga herrar ni dansar med … Nej, det var inte det jag ville fråga om heller! Nu måste ni svara mig på en sak”, sade han i det han med plötslig beslutsamhet makade hakan till rätta i handen och såg på henne. ”Det är den frågan som jag hållit inne med så länge … ni vet? Nå! Vem är herr Grünlich?”

Tony ryckte till, såg honom hastigt i ansiktet och lät sedan ögonen sväva omkring likt en som blir påmind om en avlägsen dröm. Samtidigt vaknade inom henne den känsla som hon hade prövat på under tiden efter herr Grünlichs frieri: känslan av att vara en viktig person.

”Är det det ni vill veta, Morten?” frågade hon allvarsamt. ”Nå, då skall jag tala om det för er. Visserligen var det högst pinsamt för mig, förstår ni, att Thomas nämnde det namnet första eftermiddagen; men eftersom ni nu hörde det … nog sagt: herr Grünlich, Bendix
Grünlich, det är en affärsvän till min far, en välsituerad köpman från Hamburg, som friade till mig i stan … men nej!” svarade hon hastigt på en rörelse av Morten, ” jag tackade nej, jag kunde inte bestämma mig för att ge honom mitt ja för livet.”

”Och varför inte … om jag får fråga?” sade Morten klumpigt.

”Varför? Å Gud, för att jag inte kunde tåla honom!” ropade hon nästan harmset. ”Ni skulle ha sett hur han såg ut och hur han uppförde sig! Bland annat hade han guldgula polisonger … fullkomligt onaturligt! Jag är övertygad om att han friserade dem med samma pulver som man förgyller julnötter med … Dessutom var han falsk. Han fjäskade för mina föräldrar och sade sådant som de ville höra så det var rent skamlöst …”

Morten avbröt henne:

”Men vad betyder … En sak till måste ni tala om … vad betyder: ’Det pryder alldeles utomordentligt’?”

Tony brast ut i ett nervöst och fnittrande skratt.

”Jo … han talade så, Morten! Han sade inte: ’Det tar sig bra ut’ eller: ’Det gör sig fint i rummet’ utan: ’Det pryder alldeles utomordentligt’ … så fånig var han, jag försäkrar er! … Samtidigt var han i högsta grad efterhängsen; han lät mig inte vara trots att jag aldrig behandlade honom med annat än ironi. En gång ställde han till en scen då han nästan grät … ni hör: en man som gråter …”

”Han måste ha dyrkat er”, sade Morten lågt.

”Men vad angick det mig!” utropade hon förvånat och vände sig åt sidan vid sitt sandberg …

”Ni är grym, fröken Tony … Är ni alltid grym? Säg … ni kunde inte tåla den där herr Grünlich, men har ni någonsin tyckt om någon annan? … Ibland tänker jag: Har ni kanske ett kallt hjärta? En sak vill jag säga er … det är så sant att jag kan svära på det: En man är inte fånig för att han gråter över att ni inte vill veta av honom … det var det. Jag är inte säker, absolut inte säker på att inte jag också … Ser ni, ni är en bortskämd, förnäm varelse … Gör ni alltid bara narr av männen som ligger för era fötter? Har ni verkligen ett kallt hjärta?”

Efter den kortvariga munterheten började nu plötsligt Tonys överläpp darra. Hon riktade mot honom ett par stora och bedrövade ögon som långsamt blev blanka av tårar, och sade lågt:

”Nej, Morten, tror ni det om mig? … Det får ni inte tro om mig.”

”Jag tror det ju inte heller!” ropade Morten med ett skratt där det hördes gripenhet och med möda undertryckt jubel … Han rullade ett helt varv runt så att han nu låg på mage bredvid henne, stödde sig på armbågarna, grep med bägge händer hennes hand och såg henne förtjust och hänförd i ansiktet med sina stålblå, godmodiga ögon.

”Och ni … ni gör inte narr av mig om jag säger er att …”

”Jag vet, Morten”, avbröt hon honom lågt medan hon såg åt sidan på sin fria hand som långsamt lät den mjuka, vita sanden sila mellan fingrarna.

”Ni vet! Och ni … Ni, fröken Tony …”

”Ja, Morten. Jag sätter stort värde på er. Jag tycker mycket om er. Jag håller av er mer än alla jag känner.”

Han for upp, han gjorde ett par rörelser med armarna och visste inte vad han skulle ta sig till. Han kom på fötter, kastade sig genast ner bredvid henne igen och ropade med en röst som stockade sig, sviktade, slog över och åter blev klingande av lycka:

”Å, tack skall ni ha, tack skall ni ha! Ser ni, nu är jag så lycklig som jag aldrig har varit i hela mitt liv!” Sedan började han kyssa hennes händer.

Plötsligt sade han lägre:

”Nu reser ni snart till stan, Tony, och mina ferier är slut om fjorton dagar … då måste jag till Göttingen igen. Men vill ni lova mig att minnas den här eftermiddagen på stranden, tills jag kommer tillbaka … och är läkare … och kan be för oss hos er far, hur svårt det än blir? Och att inte bönhöra någon herr Grünlich under tiden? … Å, det skall inte dröja länge, ni skall få se! Jag skall arbeta som en … och det är inte alls svårt …”

”Ja, Morten”, sade hon lyckligt och frånvarande i det hon betraktade hans ögon, hans mun och hans händer som höll hennes.

Han drog hennes hand ännu närmare intill sitt bröst och frågade dämpat och bedjande:

”Vill ni då inte … Får jag inte … bekräfta det?”

Hon svarade inte, hon såg inte ens på honom, hon makade bara helt sakta sin överkropp vid sandberget lite närmare honom, och Morten kysste henne långsamt och omständligt på munnen. Sedan såg de åt varsitt håll ner i sanden och blygdes övermåttan.

Tionde delen.

3

Sedan åtskilliga år hade Buddenbrooks vant sig av med de längre sommarresor som de en gång i tiden brukat göra, och till och med när senatorskan förra våren önskat hälsa på sin gamle far i Amsterdam och spela några duetter med honom igen efter så lång tid hade hennes make endast ganska njuggt givit sitt samtycke. Men att Gerda, lille Johann och fröken Jungmann varje år under sommarlovet flyttade ut till badhotellet i Travemünde hade huvudsakligen med hänsyn till Hannos hälsa förblivit regel …

Sommarlov vid havet! Kunde någon människa i världen begripa vilken lycka det innebar? Efter oräkneliga skoldagars sega och sorgliga enahanda fyra veckors fridfull och sorglös avskildhet, uppfylld av lukten av tång och bruset från den svaga bränningen … Fyra veckor, en tid som när den började inte kunde överblickas och uppskattas, vars slut man omöjligt kunde tro på och vars slut det var en hädisk råhet att tala om. Aldrig förstod lille Johann hur den eller den lärarn kunde förmå sig till att när terminen slutade yttra sådant som : ”Här skall vi fortsätta efter lovet och övergå till det och det …” Efter lovet! Han verkade rentav se fram emot det, den där obegriplige mannen i blank kamgarnsrock! Efter lovet! Hur kunde man ens tänka en sådan tanke? Så underbart avlägset i ett grått fjärran befann sig allt som låg bortom dessa fyra veckor!

I en av de båda schweizerhyddorna som förbundna av ett smalt hus mittemellan låg i rät linje med ”conditoriet” och ”societetshuset”, badhotellets huvudbyggnad – vilket uppvaknande första morgonen efter det att man dagen innan måst gå igenom pärsen att visa upp betyget och sedan tillryggalagt resan i den fullpackade droskan! En obestämd lyckokänsla som steg upp i kroppen på honom och fick hans hjärta att dra ihop sig gjorde att han spratt till … han öppnade ögonen och omfattade med en girig och salig blick de gammaldags möblerna i det propra lilla rummet … En sekunds sömndrucken, säll förvirring – och så begrep han att han var i Travemünde, nu och fyra oändliga veckor framöver i Travemünde! Han rörde sig inte; han låg stilla på rygg i den smala sängen av gult trä, vars lakan var utomordentligt tunna och mjuka av ålder, slöt ögonen på nytt emellanåt och kände hur hans bröst darrade till av lycka och oro medan han andades djupt och långsamt.

Rummet låg i den gulaktiga dager som redan föll in genom den randiga rullgardinen fast allting var stilla runtomkring och Ida Jungmann såväl som mamma sov än. Allt som hördes var det jämna och fridfulla knastrandet nerifrån kurparken där gårdskarlen krattade gruset och surret från en fluga som mellan rullgardin och fönster envist attackerade rutan och vars skugga syntes på det randiga tyget där den for runt i långa sicksacklinjer … Stillhet! Det ensamma ljudet från krattan och ett entonigt surr! Och denna milt genomandade frid uppfyllde strax lille Johann med den härliga förnimmelsen av badets lugna, välvårdade och distingerade avskildhet som han älskade så över allting. Nej, Gud vare lovad, hit kom ingen av de blanka kamgarnsrockarna, reguladetrins och grammatikens ställföreträdare på jorden, inte hit, ty det var ganska dyrt härute …

En stöt av glädje fick honom att skutta ur sängen och rusa fram till fönstret på nakna fötter. Han drog upp rullgardinen, öppnade ena fönsterhalvan i det han lossade den vitmålade haken, och såg efter flugan som flög sin kos över kurparkens grusgångar och rosenrabatter. Musiktemplet med en halvcirkel av buxbom runtom stod ännu tomt och tyst mittemot hotellbyggnaderna. ”Fyrfältet”, som hade fått sitt namn efter fyrtornet som reste sig någonstans till höger, sträckte sig under den av vita skyar täckta himlen ända dit där dess korta gräs med kala jordfläckar här och var övergick i höga och sträva strandväxter och sedan i sand, där som man urskilde raderna av små privata paviljonger av trä och av strandkorgar som stod vända ut mot havet. Där låg det, havet, i frid och morgonljus, i buteljgröna och blå, släta och krusade strimmor, och en ångare kom stävande mellan de rödmålade tunnor som utmärkte kursen för den, från Köpenhamn, utan att man behövde veta om den hette ”Najaden” eller ”Friederike Oeverdieck”. Och Hanno Buddenbrook drog åter djupt och med stilla salighet in den kryddade andedräkt som havet sände över till honom och hälsade det ömt med ögonen, en stum, tacksam och kärleksfull hälsning.

Och så började dagen, den första av dessa fattiga tjugoåtta dagar som i början tedde sig som en evig salighet men rann bort så förtvivlat fort när de första av dem väl hade gått … Man åt frukost på balkongen eller under den stora kastanjen som stod därnere framför lekplatsen, där som den stora gungan hängde – och allt, lukten som den i hast tvättade bordduken spred när kyparn bredde ut den, servietterna av silkespapper, det annorlunda brödet, omständigheten att man inte som hemma åt äggen med skedar av ben utan med vanliga teskedar och ur metallkoppar – allt hänförde lille Johann.

Och allt det som följde var fritt och lätt ordnat, ett underbart skönt och vilsamt lättingsliv som förflöt ostört och bekymmersfritt: Förmiddagen på stranden, medan kurorkestern avverkade sitt morgonprogram däruppe, vilken njutning att ligga och vila nedanför strandkorgen, leka ömt och drömskt med den mjuka sanden som inte smutsade ner en, låta ögonen utan ansträngning och utan att det gjorde ont sväva bort och förlora sig i den gröna och blå oändligheten från vilken en stark, friskt, vilt och härligt doftande fläkt kom farande, milt susande, fritt och obehindrat, svepte kring öronen på en och framkallade en behaglig yrsel, en matt domning där medvetandet om tid och rum och allt begränsat gick under i en stilla sällhet … Och sedan bada, vilket var en mer lustbetonad sak här än på herr Asmussens inrättning, ty här fanns det ingen ”andmat”, det ljusgröna, kristallklara vattnet stänkte vida omkring när man rörde upp det, istället för att halka på ett slemmigt brädgolv smektes fotsulorna av den mjukt räfflade sandbottnen, och konsul Hagenströms söner var långt, mycket långt borta, i Norge eller Tyrolen. Konsuln tyckte om att företa en längre rekreationsresa på sommaren – så varför inte egentligen, inte sant … En promenad längs stranden så man blev varm, bort till ”Måsesten” eller till ”Sjötemplet”, en bit mat intagen vid strandkorgen – och den timme närmade sig då man gick upp på rummet för att vila sig en stund innan man klädde om till table d’hôten. Table d’hôten var skojig, badet blomstrade, mycket folk både familjer som tillhörde Buddenbrooks vänkrets och hamburgbor och till och med engelska och ryska herrskap fyllde stora salen i societetshuset, vid ett festligt litet bord stod en svartklädd herre och öste upp soppan ur en silverblank terrin, det vankades fyra rätter som var smakligare, mustigare och i varje fall liksom festligare tilllagade än hemma, och på många ställen vid långborden dracks det champagne. Ofta kom ensamma herrar ut från staden, sådana som inte lät sig bindas av sina affärer hela veckan utan ville roa sig och få rouletten att snurra lite efter maten: konsul Peter Döhlmann, som hade lämnat sin dotter hemma och med rungande röst och på platttyska berättade så ogenerade historier att hamburgdamerna kom i hosta av skratt och måste be om ett ögonblicks paus; senatorn doktor Cremer, den gamle polischefen; farbror Christian och hans skolkamrat senator Gieseke, som likaledes var där utan familj och betalade allt för Christian Buddenbrook … Senare, när de vuxna till musikens klanger drack sitt kaffe under konditoriets tälttak, satt Hanno outtröttligt på en stol nedanför trappan till templet och lyssnade … Det var sörjt för eftermiddagen. I kurparken fanns en skjutbana, och till höger om schweizerhyddorna stod stallarna med hästar, åsnor och med kor vilkas mjölk man drack varm, skummande och doftande på kvällen. Man kunde ta en promenad in till samhället, längs ”Främsta raden”; man kunde fara över med båt därifrån till ”Priwal”, på vars strand det gick att hitta bärnsten, man kunde delta i ett parti krocket på lekplatsen eller låta Ida Jungmann läsa högt för en på en bänk uppe på den skogklädda kullen som låg bakom hotellen och där den stora table d’hôte-klockan hängde … Fast det klokaste var ändå alltid att återvända till havet och ännu i skymningen, med ansiktet vänt mot den öppna horisonten, sitta längst ut på bålverket, vinka med näsduken åt de stora skeppen som gled förbi och lyssna till hur de små vågorna med ett svagt kluckande slog mot stenblocken och hela rymden runtomkring var uppfylld av detta milda och mäktiga sus som talade snällt och tröstande till lille Johann och fick honom att med oerhört välbehag sluta ögonen. Men då sade Ida Jungmann: ”Kom, Hanno lille; vi måste gå; dags för kvällsmat; du drar döden på dig om du tänker somna här …” Så lugnt, tillfredsställt och välgörande ordentligt hans hjärta alltid arbetade när han kom från havet! Och när han hade ätit sitt kvällsmål med mjölk eller starkt mältad svagdricka på rummet, under det att hans mor åt senare i större sällskap på societetshusets glasveranda, så hann han nätt och jämnt krypa ner mellan de av ålder tunna lakanen i sin säng förrän sömnen sänkte sig över honom utan den ringaste skräck och feber,ackompanjerad av de mjuka och stadiga slagen från detta belåtna hjärta och de dämpade rytmerna från kvällskonserten.

På söndagen infann sig, i likhet med en del andra herrar som under veckan kvarhölls i staden av sina affärer, senatorn hos de sina och stannade till måndag morgon. Men trots att det då serverades glass och champagne vid table d’hôten, trots att det anordnades åsneritter och segelturer på öppna havet, var lille Johann inte särdeles förtjust i dessa söndagar. De störde lugnet och avskildheten på badorten. En massa människor från staden som inte alls hörde dit, ”dagsländor av bättre medelklass”, som Ida Jungmann välvilligt nedlåtande kallade dem, befolkade på eftermiddagen kurpark och strand för att dricka kaffe, höra musik, bada, och Hanno skulle helst instängd på sitt rum ha inväntat den tidpunkt då dessa helgdagsfina fridstörare strömmade därifrån … Nej, han var glad när det blev måndag igen och allt återgick till det normala och när faderns ögon, som han under sex dagar hade varit utom synhåll för men som, det hade han mycket väl känt, under hela söndagen återigen hade vilat på honom, kritiskt och forskande, inte längre var där …

Och fjorton dagar hade gått, och Hanno sade till sig själv och bedyrade för vem som helst som ville höra på att nu kom det ytterligare en tid lika lång som mickelsmässlovet. Fast detta var en bedräglig tröst, ty hade lovet nått sin höjdpunkt så gick det utför och mot slutet, fort, så fruktansvärt fort att han hade velat hålla fast varenda timme för att inte släppa förbi den och dra ut på vartenda havsluftsandetag för att inte tanklöst slösa bort denna lycka.

Men tiden gick, omöjlig att hejda, medan regn växlade med solsken, pålandsvind med frånlandsvind, stillastående stekande hetta med mullrande åskväder som inte kunde ta sig över vattnet och aldrig tycktes vilja ta slut. Det fanns dagar då nordosten fick bukten att svämma över av svartgrönt högvatten som täckte stranden med tång, musslor och maneter och hotade paviljongerna. Då var den grumliga, gropiga sjön täckt av skum så långt ögat såg. Stora, mäktiga vågor kom vältrande med ett obevekligt och skräckinjagande lugn, bugade majestätiskt i det de bildade en mörkgrön, metallblank, rund rygg, och vräkte brusande, brakande, väsande, dånande in över sanden … Det fanns andra dagar då västan drev tillbaka sjön så att den fint räfflade bottnen låg bar långt ut och nakna sandbankar syntes överallt medan regnet öste ner, himmel, jord och vatten flöt ihop och den byiga vinden drev regnet mot fönsterrutorna så att inte droppar utan bäckar rann utför dem och gjorde att man inte kunde se ut. Då uppehöll sig Hanno mestadels i societetshusets sal, vid pianinot, som visserligen hade blivit lite sönderhamrat av vals och schottisch vid soiréerna och som det inte gick att fantisera lika välljudande på som på flygeln hemma men vars dämpade och kluckande klangkaraktär ändå gjorde det möjligt att uppnå rätt så underhållande effekter … Och åter kom andra dagar, drömmande, blå, alldeles vindstilla och tryckande varma, då de blåa flugorna stod och surrade i solen över ”Fyrfältet” och sjön låg stum och speglande, utan en fläkt och en krusning. Och återstod det ännu tre dagar, så sade Hanno till sig själv och klargjorde för envar att nu kom en tid lika lång som hela pingstlovet. Men hur oantastlig denna uträkning än var så trodde han inte själv på den, och den insikten hade för länge sedan fått makt över hans hjärta att mannen i den blanka kamgarnsrocken likafullt hade haft rätt, att de fyra veckorna likafullt tog slut och att man nu likafullt skulle komma att fortsätta där man hade slutat och övergå till det och det …

Den fullpackade droskan stod framför badhotellet, dagen var inne. Hanno hade tidigt på morgonen sagt farväl till havet och stranden; nu sade han adjö åt kyparna, som tog emot sina drickspengar, åt musiktemplet, rosenrabatterna och hela den här sommartiden. Och så, under hotellpersonalens bugningar, satte sig vagnen i rörelse.

Den passerade allén som ledde in till samhället och åkte längs ”Främsta raden” … Hanno klämde in huvudet i vagnshörnet och såg ut genom fönstret, förbi Ida Jungmann, som piggögd, vithårig och knotig satt mittemot honom på baksätet. Morgonhimlen var täckt av vita skyar, och på Trave gick det små vågor som snabbt ilade fram för vinden. Då och då smattrade regndroppar mot rutorna. I slutet av ”Främsta raden” satt folk utanför sina dörrar och lagade nät; barfota barn kom springande och betraktade nyfiket vagnen. De fick bli kvar här …

När vagnen lämnade de sista husen bakom sig böjde Hanno sig fram för att än en gång se på fyrtornet; sedan lutade han sig tillbaka och slöt ögonen. ”Nästa år igen, Hanno lille”, sade Ida Jungmann med djup, tröstande röst; men det behövdes inte mer än detta vänliga tilltal för att hans haka skulle börja darra och tårarna välla fram under hans långa ögonfransar.

Hans ansikte och händer var bruna av havsluften; men om meningen med denna badsejour hade varit att göra honom hårdare, mer energisk, kryare och motståndskraftigare så hade den ömkligen förfelat sitt syfte; den hopplösa sanningen uppfyllde honom helt. Hans hjärta hade genom dessa fyra veckor fulla av havsandakt och ostörd frid bara blivit ännu vekare och känsligare, mer bortskämt och drömskt och bara ännu mer oförmöget att visa sig tappert vid en blick framåt mot herr Tietges reguladetri och att inte fullständigt tappa modet vid tanken på hur han skulle tvingas lära sig historiska årtal och grammatiska regler utantill, på hur han förtvivlat lättsinnigt skulle kasta ifrån sig böckerna och fly in i djup sömn för att slippa ifrån alltsammans, på ångesten om morgnarna och inför lektionerna, katastroferna, de fientliga pojkarna Hagenström och de krav som hans far ställde på honom.

Men sedan livades han upp lite grann av denna morgontur till fågelkvitter längs landsvägens vattenfyllda hjulspår. Han tänkte på Kai och återseendet med honom, på herr Pfühl, pianolektionerna, flygeln och sitt orgelharmonium. Förresten var det söndag imorgon, och den första skoldagen, i övermorgon, var ännu ofarlig. Å, han kände att han hade lite sand från stranden i knäppkängorna … han skulle be gamle Grobleben att låta den vara kvar där jämt … Det fick väl börja om igen då, det med kamgarnsrockarna och det med Hagenströms och det andra. Han hade det han hade. När allting störtade sig över honom igen skulle han minnas havet och kurparken, och bara en hastig tanke på ljudet när de små vågorna i stillheten på kvällen kom långt bortifrån, ur ett i hemlighetsfull slummer liggande fjärran, och slog mot bålverket, skulle göra honom så trygg, så höjd över alla vidrigheter …

Så kom färjan, så kom Israelsdorfer Allee, Jerusalemsberget, Burgfeld, vagnen nådde Burgtor där murarna till fängelset där farbror Weinschenk satt reste sig på höger hand, den rullade längs Burgstrasse och över Koberg, lämnade Breite Strasse bakom sig och körde bromsande utför den starkt sluttande Fischergrube … Där var den röda fasaden med burspråket och de vita karyatiderna, och när de från den middagsvarma gatan steg in i den stenlagda farstuns svalka kom senatorn, med pennan i handen, ut från kontoret för att hälsa dem välkomna …

Och långsamt, långsamt, med hemliga tårar, lärde sig lille Johann åter att vara utan havet, att ängslas och ledas ohyggligt, att alltid vara beredd på att möta Hagenströms och att trösta sig med Kai, herr Pfühl och musiken.

Damerna Buddenbrook från Breite Strasse och tant Klothilde frågade, så snart de fick syn på honom, hur skolan kändes efter lovet – med en gäcksam blinkning som låtsades en överlägsen förståelse för hans situation och med det besynnerliga vuxenhögmod som behandlar allt som angår barn så skämtsamt och ytligt som möjligt; och Hanno höll stånd för dessa frågor.

Tre eller fyra dagar efter återkomsten till staden infann sig husläkaren doktor Langhals i Fischergrube för att konstatera vad badet hade haft för verkan. Efter det att doktorn haft en längre konferens med senatorskan leddes Hanno in för att halvt avklädd utsättas för en ingående granskning – av hans status praesens, som doktor Langhals sade i det han inspekterade sina naglar. Han undersökte Hannos klena muskulatur, bröstvidd och hjärtverksamhet, begärde en redogörelse för alla hans kroppsfunktioner, tog slutligen medelst en kanyl en droppe blod ur Hannos smala arm för att företa en analys hemma och verkade på det hela taget inte riktigt nöjd nu heller.

”Vi har blivit ganska bruna”, sade han och lade armen om Hanno som stod framför honom, grupperade den lilla svartludna handen på hans axel och såg upp på senatorskan och fröken Jungmann, ”men fortfarande ser vi alltför bedrövade ut.”

”Han har hemlängtan till havet”, sade Gerda Buddenbrook.

”På det viset … jaså, du trivs så bra där?” frågade doktor Langhals och såg lille Johann i ansiktet med sina egenkära ögon … Hanno skiftade färg. Vad betydde den där frågan som doktor Langhals uppenbarligen väntade sig ett svar på? Ett vanvettigt och fantastiskt hopp steg upp inom honom, möjliggjort av den svärmiska övertygelsen att trots alla kamgarnsmän i världen är ingenting omöjligt för Gud.

”Ja …”, fick han fram med sina vidgade ögon stelt riktade mot doktorn. Men doktor Langhals hade inte menat någonting särskilt alls med sin fråga.

”Nåja, effekten av baden och den goda luften kommer nog efter … kommer nog efter!” sade han i det han klappade lille Johann på axeln, sköt honom ifrån sig och med en nick mot senatorskan och Ida Jungmann – den överlägsna, välvilliga och uppmuntrande nicken från läkaren, han som vet och vid vars ögon och läppar man hänger – reste sig och satte punkt för konsultationen …

Den mest beredvilliga förståelsen för sin smärtsamma saknad efter havet, detta sår som ärrades så långsamt och började svida och blöda igen vid minsta hårda beröring med vardagen, fann Hanno hos faster Antonie, som med uppenbart nöje hörde honom berätta om livet i Travemünde och med liv och själ svarade på hans längtansfulla lovprisningar.

”Ja, Hanno”, sade hon, ”det är då så sant som det är sagt att Travemünde är ett härligt ställe att vistas på! Du skall veta att till dess jag sätter en fot i graven skall jag med glädje minnas de sommarveckor som jag upplevde där en gång som dum flickunge. Jag bodde hos människor som jag tyckte om och som tyckte om mig också, efter vad det verkade, för jag var en söt sprakfåle på den tiden – nu kan jag ju säga det högt, gamla människan – och nästan alltid på gott humör. Det var bra människor, skall jag säga dig, hederliga, godhjärtade och rättrådiga och dessutom så intelligenta, lärda och entusiastiska att jag aldrig har stött på maken senare i livet. Ja, det var utomordentligt stimulerande att umgås med dem. Där lärde jag mig mycket för livet, skall du veta, vad åskådningar och kunskaper beträffar, och om inte annat hade kommit emellan, allt möjligt som hände … kort sagt, som det nu är här i livet … så skulle jag, dumma flickunge, nog ha fått ut mycket mer än så av det. Vill du veta hur dum jag var den gången? Jag ville få fram de granna stjärnorna ur maneterna. Jag bar hem en hel massa maneter i näsduken och lade dem snyggt och prydligt i solen på balkongen för att de skulle avdunsta … Då måste ju stjärnorna bli kvar! Jo, pytt … när jag såg efter var där en ganska stor blöt fläck. Det luktade bara lite rutten tång …”

© Ulrika Wallenström / Albert Bonniers Stockholm, 2006, 2026


  • Country in which the text is set
    Germany
  • Featured locations
    Lübeck
    Travemünde
    Möwenstein (Mövenstein)
  • Impact
    The novel portrays the fate of a patrician family in Lübeck between 1835 and 1877. Over four generations the family’s “decline” accelerates as the men become increasingly alienated from their inherited profession as merchants due to their increasing refinement and attraction to the life of the mind (music, philosophy). Their lifespan decreases from generation to generation. Along with her brothers Thomas and Christian, Tony Buddenbrooks belongs to the third generation and ultimately proves the most vital and hardy of the siblings. But she too is forced to make sacrifices. Shortly after coming of age she faces pressure from her family to marry a man she does not love, Bendix Grünlich, who is presented almost as a caricature of a businessman. However, Tony is permitted a brief hiatus in Travemünde, where she finds true love for only time in her life, a relationship she subsequently sacrifices for the “firm.”

    When writing about himself, Thomas Mann frequently refers to Buddenbrooks, his most popular novel and the one that saw his breakthrough as an author. The texts Bilse und ich (1906) and Lübeck als Geistige Lebensform (1926) are essential reading for any interpretation of Buddenbrooks. In both these texts Mann argues against an overly ‘realistic,’ autobiographic interpretation of the novel and particularly against seeing the work as somehow “peeking” into Lübeck society. In his portrayal of student-fraternity (Burschenschaft) member Morten Schwarzkopf, Mann seems to have drawn on the work of esteemed Danish literary critic Georg Brandes: Die Hauptströmungen der Literatur des 19. Jahrhunderts (Danish 1871 ff, German 1897, see vol.6: Das Junge Deutschland)

    Nobel Prize 1929 “in particular for [...] Buddenbrooks [...] as a classic work of modern times“, by 1930 the number of copies published had crossed the one-million mark.

    Hans Peter Neureuter

  • Balticness
    On a symbolic level the Baltic Sea—like love—comes to represent Tony’s experience of the infinite, the sea becomes the experience of the endless abyss.
  • Bibliographic information
    Thomas Mann: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Novel. Edited and revised by Eckhard Heftrich in cooperation with Stephan Stachorski and Herbert Lehnert. Große kommentierte Frankfurter Ausgabe. Werke – Briefe – Tagebücher, vol. 1.1, p.145-158 (part 3, chapters 8-9); Kommentarband 1.2; Frankfurt am Main 2002.
  • Translations
    Language Year Translator
    Danish 1903 L. Stange
    Danish 1953 Johannes Wulff
    Danish 2002 Niels Brunse
    English 1935 Helen Tracy Lowe-Porter
    English 1994 John E. Woods
    Estonian 1936 Jaan Kangilaski
    Finnish 1925 Siiri Siegberg
    Finnish 2010 Ilona Nykyri
    Icelandic 1999 Þorbjörg Bjarnar Friðriksdó́ttir
    Latvian 1929 Lizete Skalbe, Kārlis Štrāls, Zelma Kroder
    Lithuanian 1930 K. Karnauskas
    Lithuanian 1968 J. Vaznelis
    Norwegian 1930 & 1952 Margrethe Kjær
    Norwegian 2005 Per Paulsen
    Polish 1931 Ewa Librowiczowa
    Polish 1971 Ewa Librowiczowa, rev. by Jan Bokiewicz, Wojciech Freudenreich
    Russian 1935 V. A. Zorgenfreja
    Russian 1953 Natalia Man
    Swedish 1904 Walborg Hedberg
    Swedish 1930 Alfred Wingren
    Swedish 1934 Curt Munthe
    Swedish 1952 Walborg Hedberg, rev. by Irma Nordvang
    Swedish 1975 Walborg Hedberg, rev. by Nils Holmberg
    Swedish 2005 Ulrika Wallenström
  • Year of first publication
    1901
  • Place of first publication
    Berlin