Bericht vom Lebens- und Todeslauf eines merkwürdigen Mannes

Wie ein leidender Leib den Fremdkörper ausscheidet im eitrigen Aufbruch einer Stelle, so schied das Geschlecht der Herzöge von Croy den jungen Karl Eugenius aus, und es brauchte nur geringer Zeit, da hatte die Wunde sich wieder geschlossen nach dem Gesetz der Selbstheilung, das unzerstörten Leibern und Geschlechtern eigen ist. Endlich ließ sich auch die Narbe nicht mehr gewahren, es sei denn dem in langen Nächten geschärften Mutterblick der Herzogin; die aber starb nach wenigen Jahren.

Der Fremdkörper geriet in kriegerische Wanderschaft. Karl Eugenius diente der Krone Dänemark, den Generalstaaten, dem Kaiser, dem sächsisch-polnischen Hause. Er zeichnete sich aus, er avancierte; aber die unzügelbaren Ausbrüche seiner grobschlächtigen Lebegier brachten den Trinker, Spieler und Schuldenmacher immer wieder in ärgerliche Händel. Nach einem vielbelachten, zugleich höchst anstößigen Auftritt sah König August die Notwendigkeit, ihn für eine Weile zu entfernen, und sandte ihn mit einem Auftrage zu seinem Verbündeten, dem Zaren Peter, welcher seit Wochen die estländische Stadt Narwa belagerte, beschoß, vergebens bestürmte. Gutgelaunt, allen Gläubigern unerreichbar, traf Croy um die Mitte des Novembermonats vor Narwa ein, zur Zeit, da die ersten Meldungen vom Anmarsch der schwedischen Entsatzarmee kamen. Der breitgesichtige, vierschrötige Mann, dem niemand sein erlauchtes Geblüt ansah, stand salutierend vor dem Zaren in der prunkvollen Unwohnlichkeit des Blockhauses; er trug seine Sache vor, trocken und eifrig wie ein sorgsamer Bauer, dem seine Verrichtung wichtig ist und der außer ihr wenig im Kopfe zu haben braucht, es sei denn die lärmige Freude, welche er sich vom Feierabend erwartet. Peter musterte ihn genau, bestellte ihn zum Abendessen, füllte ihm selber den bauchigen Branntweinpokal. Schnaufend, mit hochroten Köpfen und geöffneten Westen hingen sie in ihren Sesseln, erzählten einander grobe Späße, brüllten ihr Gelächter, wie besoffene Seeleute es tun.

»Was, erst Oberst?« schrie Peter. »Bruder, bei mir hättest du es weiter gebracht!«

Er umarmte ihn, als Croy schon auf der Bahre lag, um von zwei Gardisten in sein Quartier getragen zu werden.

Vier Stunden danach, noch vor Morgengrauen, sprang Peter vom Bett, ließ sich mit eiskaltem Wasser übergießen, befahl sein Pferd. Als er aus dem Blockhause trat, bemerkte er im rötlichen Fackellicht den Herzog in Federhut und Reitpelz, ein Pferd am Zügel.

»Was, schon ausgeschlafen?« fragte der Zar.

»Ausgeschlafen, Ew. Majestät«, erwiderte Croy ruhig.

»Gut, komm mit«, sagte Peter. Sie stiegen zu Pferde, ritten die verschneite Stellung ab, revidierten die Posten, prüften die Ausbesserungsarbeit in den zerschossenen Laufgräben.

Einige Tage gingen. Peter hatte den Herzog erprobt: beim Trunk, im Kriegsrat, im Abreiten der Stellungen. Er fand an ihm ein Gefallen, das Gefallen wuchs. Was ihn anzog, war dies Beieinandersein von soldatischer Sachkunde, soldatischem Verlaß und breitwürfig säuferischem Ungestüm, hinter welchem er eine reiche und leidenschaftliche Natur vermuten mochte; hier meinte er, ob auch im kleineren, ein Stück des eigenen Wesens bestätigt zu finden.

König Karl rückte näher, in zwei, drei Tagen war der Angriff zu erwarten. 

Peters Beweggründe haben sich nicht aufhellen lassen: Dachte er wirklich Verstärkungen heranzuholen und meinte er, nur seiner flammenden Tatkraft könne das ohne Zeitverlust gelingen? Oder riet ihm ein dunkles Vorgefühl, den eigenen, kriegerisch noch unbewährten Kaisernamen nicht durch die Verantwortung für eine Niederlage zu gefährden?

Genug, mitten in der Nacht befahl er seinen Schlitten, seine Generäle und den Herzog von Croy. Die Herren waren versammelt, Peter trat reisefertig vor sie und unterrichtete die Betroffenen knapp und herrisch von seinem Entschluß.

»Komm her, Herzog«, fügte er hinzu. »Ich übertrage dir den Oberbefehl. Du bist Generalfeldmarschall.«

Croy riß Mund und Augen auf, hob den Kopf, wollte Einwendungen machen.

»Ach was!« schrie Peter. »Hier ist die Order!«

Er warf ein gesiegeltes Papier auf den Tisch, grüßte kurz und verließ den Raum. Gleich danach hörte man draußen Peitschenknall und Schellengeklingel, der sechsspännige Schlitten jagte davon.

Tags darauf geschah im Schneegestöber die Schlacht. Wir kennen den Ausgang. Ob Croy ihn hätte wenden können, das hat uns hier nicht zu kümmern. Bei Dunkelheit, mit durchschossenem Hut, ohne Pferd, mußte er sich ergeben.

König Karl ließ sich einige der gefangenen Generäle vorstellen. Als ihm der Herzog genannt wurde, winkte er mit Schärfe ab. »Ich will den Säufer nicht sehen.« Er kannte seinen Ruf.

Die gefangenen Mannschaften wurden waffenlos in ihre Heimat entlassen, die Offiziere in das befreite Narwa geführt. Croy sah sich finster nach Würfelgefährten um, Kost und Quartier in der lange belagert gewesenen Stadt waren erbärmlich, der Herzog fluchte wie ein Stallknecht. Oder er hockte trübselig da, ein riesiges, von aller Vorstellungskraft leeres Kind, das sich plötzlich ohne Spielzeug und Zeitvertreib findet.

Was ging ihn Zar Peter an? Croy hatte in fünf Armeen gedient, warum sollte er nicht in der sechsten dienen? Er bat um Audienz bei König Karl, die Bitte wurde abgeschlagen. Er wandte sich an den Obersten Horn, Festungskommandanten von Narwa: »Herr Bruder, richten Sie es mir ein, Ihr König soll mir ein Kommando geben, ich verspreche Ihnen die Hälfte meines ersten Jahrsoldes.«

Horn kam zurück und erklärte: »Die Majestät hat nicht die Gnade gehabt, auf mein Vorbringen zu antworten. Im übrigen ist Befehl gegeben, die gefangenen Herren nach Reval zu führen.«

Dem Herzog war bekannt: In Reval gab es Reichtum, Behagen und jede Gemächlichkeit, die in Narwa entbehrt werden mußte. Sein Ansuchen, in schwedischen Dienst übernommen zu werden, hatte, ihm selber kaum deutlich, nur den Sinn gehabt, ihm aus der kargen Öde seines Narwaer Lebens zu helfen. In herzlicher Wohllaune hörte er Horns Mitteilungen an, in herzlicher Wohllaune traf er mit den Gefährten seiner Niederlage und Gefangenschaft – es waren neun Generale und zwei starke Dutzend höherer Stabsoffiziere – in Reval ein. Auf dem Boden dieser Stadt sollte er nach dem Ratschluß der Vorsehung zwei Jahre verleben und zwei Jahrhunderte verbringen.


In Reval erhielten die Gefangenen ihre Degen zurück und durften sich auf Ehrenwort frei bewegen. Man wies ihnen Quartiere in den Häusern reicher Patrizier an. Schon am Abend nach seiner Ankunft wurde Croy von einigen Stadtsoldaten respektvoll in seine Wohnung getragen, eine Woche später kannte ihn jedes Kind, nicht lange danach wurde in der ganzen Landschaft Harrien von ihm gesprochen; Leute kamen zur Stadt, nur um ihn zu sehen, mit ihm bekannt zu werden und zu trinken.

Croy war genau gewesen in seinem Dienst; vielleicht hatte ein Trieb in ihm gewußt – denn sein Kopf wußte wenig von solchen Dingen –, daß er einer strengen Lebensverzäunung bedurfte, um nicht gänzlich der eigenen Ungezähmtheit überantwortet zu sein. Jetzt, aller Verpflichtung, aller Verrichtung ledig, rannte er stierisch in ein plumpes und unfürstliches Schenkenbehagen. Er spielte und soff in Gildstuben und Herbergen, in den Quartieren der Gefangenen und der schwedischen Garnisonsoffiziere, den Häusern rasch gewonnener und ohne Wahl gepflegter Bekanntschaften. Er bewirtete wildfremde Menschen ohne Rücksicht auf Stand und Art. Auf offenem Markt traktierte er zur Stadt gekommene Bauern mit französischem Rotwein. In einer Laune zerschlug er am Hafen mit einer Seemannsaxt drei Fässer Aquavit; holländische, schwedische, finnische Matrosen stürzten heran, rauften um den Platz, fingen die Flüssigkeit in Hüten und Hohlhänden. Der Herzog stand dabei, rot angelaufen im Gesicht, und brüllte mit seinem dröhnenden Korporalsgelächter: »Heran! Heran! Wasser des Lebens umsonst!« Ein Stadtsoldat wollte den ärgerlichen Auflauf zerstreuen, Croy gab ihm einen Taler und jagte ihn mit gutmütiger Grobheit weg. Der Mann salutierte noch aus der Ferne, wie hätte er den Feldmarschall und Herzog anrühren können?

Die Matrosen schrien, einer stach mit dem Messer, hier und dort kollerte ein Steifgetrunkener zur Seite. Dem Herzog quollen die Augen vor, die Gier hielt ihn nicht länger; plötzlich sprang er mitten in den tobenden Haufen, riß zwei Mann zur Seite, kniete unter der Menge und trank vom Faßboden wie aus einer Quelle.

Seine Mitgefangenen, unter denen ja viele hochgestellte Männer waren, Russen und Ausländer, hatten sich ihm anfangs ferngehalten; teils weil sie ihm die unbillige Bevorzugung verdachten, die er von Peter erfahren hatte, teils weil ihnen seine bauernburschige Derbheit zuwider war; vielleicht auch waren manche der Meinung, der Zar könne ihm die Schuld an der Niederlage aufbürden, da sei es nicht ratsam, in den Geruch der Freundschaft mit ihm zu kommen. Mit der Zeit aber mußten sie sich ihm zum Umgang ergeben, denn es war ja nicht möglich, seinem kindlichen Ungestüm und seinem treuherzigen Andringen zu widerstehen. Einige unter ihnen, welche deutscher oder schottischer Abkunft waren, suchten mitunter den Herzog, wiewohl vergeblich, von allerlei Tollheiten abzuhalten; die Russen aber lachten und ließen ihn gewähren.

Obwohl der Herzog keine feine Zunge hatte – denn wie hätte dieser Bärenleib etwas Feines in sich dulden können? –, rühmte er sich gern seiner Kenntnis sämtlicher Weinarten, die in Europa gebaut, sämtlicher Biergattungen, die in Europa gebraut wurden. Nun aber ließen ihn die winterliche Kälte und der Brauch des Landes mit der dritten Grundart der starken Getränke bekannt werden, mit dem Branntwein, mit dem er bis dahin nur in einem Verhältnis oberflächlicher Gelegenheitsfreundschaft gestanden war. Auch hier indessen war es ihm mehr um die Menge und Kräftigkeit des Trunkes zu tun als um die feine und kunstvolle Art der Mischungen, der Zusätze und Abzugsprozesse, wie sie in den nordöstlichen Ländern mit liebreicher Sorgfalt und mit wetteifernder Erfindung in allen Häusern gehütet und vererbt wird. Er nahm den Schnaps aus Weinbechern und Biergefäßen, er schlang Gesalzenes dazu, Gepfeffertes und Geräuchertes, indem er auch hier der Menge vor der Güte den Vorzug ließ, mit jener unschuldigen und auf kein Verhehlen bedachten Gier, mit welcher ein gesundes Kind von zwei Jahren seine Nahrung nimmt. Im Trunk schloß er tolle Wetten und hatte eine Kinderfreude, sie unter Leibesgefahr zu gewinnen; davon waren bald viele Erzählungen im Schwange. Den Verlust aber im Wetten wie im Spiel nahm er gleichmütig hin, ohne Groll, ja, mit einem Lachen gutherziger Schadenfreude, als sei einem fremden Verlierer sein Recht geschehen.

Über der Stadt Reval, im Schloß auf dem Domberg, residiert Matthias von Poorten, Statthalter des Königs, ein strenger und genauer Mann, von welchem König Karl immer wieder Geld, Korn, Pferde und Rekruten verlangt. Poorten hat die Höflichkeit gehabt, den Herzog einmal zu seiner Tafel zu bitten, und der Herzog meint nachher, er habe sich sehr gut unterhalten. Der Statthalter aber ist folgenden Tages von seiner Frau und einigen anderen Damen gebeten worden, es möge bei diesem einen Mal sein Bewenden haben; dies hat er ihnen auch zugestanden.

Poorten zahlt den Gefangenen zu ihrem Unterhalt einen Sold, nach ihrem Range gestuft und mit der Sparsamkeit bemessen, welche in großen Kriegszeiten geboten ist; und der König hat ja über jedes Kupferstück eine Rechenschaftslegung eingeführt. Des Herzogs Sold als der des Generalfeldmarschalls ist natürlich der höchste, er selber aber bekommt ihn kaum zu Gesicht, denn an den Zahlungstagen drängen sich seine Gläubiger vor der Kanzlei der Statthalterschaftskasse. Dies kümmert ihn wenig: Sein Rang und Name haben ihm ja vom ersten Tage an einen weiträumigen Kredit geöffnet. Seine Schulden wachsen geschwind, dennoch borgt man ihm in der reichen Stadt unbedenklich weiter. Croy zahlt nicht, Croy rechnet nicht, er läßt sich geben, was er braucht, und unterschreibt, was von ihm verlangt wird. Dies scheint ihm in der Ordnung, und die Leute haben im Borgen ja auch eine freundliche Bereitwilligkeit; die meisten können ihn gut leiden, er ist ein Mensch, den man nicht gern traurig oder in Nöten sieht; es ist, als ahnte man wohl, daß er ja auch mit einer Traurigkeit und einer Not nichts anzufangen wüßte.

Er ist ein glücklicher Mensch, der Herzog von Croy: Denn bei allem, was er treibt, ist sein Herz gänzlich. Nicht viele Menschen leben so, daß nicht irgendein Winkelchen in ihrem Wesen leer bliebe, unbeteiligt, unangerührt von ihrem Tun; da muß er sich füllen mit allerlei Ungenügen, allerlei Sehnsucht, allerlei quälerischen Ängsten. Von solchen Dingen weiß der Herzog nichts, das spüren auf ihre Weise alle, die ihm begegnen, die Kinder auf der Straße, die Bauern vom Lande, die Stauer am Hafen, die Soldaten. Allein auch diejenigen, die ihren Anstoß nehmen an seinen ärgerlichen Tollheiten – bejahrte Edelleute, strenge Geistliche, ernsthafte Handelsherren und tüchtige Matronen und selbst der Statthalter Poorten –, auch sie finden zu eigenem Erstaunen, daß sie ihn nicht verdammen können ohne eine unerklärliche Beschwernis des Gewissens. Und noch lange Jahre nach seinem Tode haben ruhige alte Männer in plötzlicher Heftigkeit gerufen: »Der Herzog von Croy, ja, das war einer! Solch einem Manne werden wir nicht wieder begegnen!« Schon bei Lebzeiten indessen ist er zur Sage geworden.

Nicht lange nach Weihnachten begannen die Fastnachtslustbarkeiten, die dem Herzog recht behagten. Der Feind war weit und der König siegreich, so behagten sie der ganzen Stadt. Die Fastenzeit kam, mit der nahm es der Herzog nicht genau. Allein auch darum tadelte ihn niemand. Selbst der Superintendent spürte eine Neigung, ihn zu entschuldigen, und sagte zu seinem Adjunkt: »Er weiß das nicht besser; nun, er ist eben ein Papist, man darf es ihm nicht zur Last legen.« Und dabei war es dem Superintendenten doch wohlbekannt, daß die Römischen die Fasten strenger zu halten pflegen als die Lutheraner von Reval.

In der Fastenzeit begegnete einer der Statthalterschaftsbeamten auf der Straße dem Ältermann Sturm von der Großen Gilde, mit welchem er gut bekannt war. Sie gingen ein paar Schritte miteinander, indem sie von allerhand Neuigkeiten plauderten. Und so erzählte der Sekretär auch von einem königlichen Befehl, demzufolge die Gefangenen mit Wiedereröffnung der Schiffahrt nach Stockholm überführt werden sollten.

»Der Herzog auch?« fragte Sturm heftig. Der Sekretär bestätigte.

Sturm, kein unguter Mann, aber auf seine Geschäfte bedacht, wie das ein Handelsherr ja sein muß, gehörte zu den Hauptgläubigern des Herzogs. Er verabschiedete sich von dem Sekretär, eilte in sein Kontor und lud durch ausgesandte Boten Croys Gläubiger auf den Abend zu einer Ratschlagung in das Haus der Großen Gilde.

Da saßen sie nun, patrizische Großkaufleute und berufsmäßige Geldleiher, wohlhabende und geringe Handwerker, Gastwirte und Krämer, und die kleinen Leute fanden sich wichtig und geehrt, daß sie in der Gildstube am gleichen Tisch, beim gleichen Bier und gleichen Wachskerzenschein und in den gleichen Nöten sitzen und ratschlagen durften mit Angehörigen der großen Stadtgeschlechter, mit Schwarzhäupterbrüdern und Ratsherren. Sie redeten ernsthaft, aufgeregt und besorgt.

Sturm selbst eröffnete die Sitzung mit dem Bekanntgeben ihres Anlasses, der freilich den meisten nicht mehr fremd war. Danach sprach er auf eine kluge und eindringliche Art von Nutzen und Notwendigkeit eines gemeinschaftlichen Verhaltens und bat die Anwesenden, ihre Forderungen an den Herzog mitzuteilen. Es gab nun ein jeder das Seinige an, einer brachte die Ziffern zu Papier, und so hatte sich etwas hergestellt wie eine Vereinigung der Herzogsgläubiger. Es wurde addiert und gerechnet, wobei allerlei Kopfschütteln und Verwunderung entstand; endlich ergab es sich, daß der monatliche Gefangenensold den Zinsendienst für die ausstehenden Summen mit Bequemlichkeit sicherte. Auf eine Rückgabe der Kapitalien ließ sich während der Kriegsdauer ohnehin keine Rechnung machen, dies wußte jeder – aber des Teufels hätten sie ja sein müssen, den Stockholmern ihre Zinsen zu schenken! Nein, ihren Herzog wollten sie sich nicht fortführen lassen, die anderen mochten nach Stockholm gebracht werden! Einmal mußte der Krieg zu Ende gehen, dann würden der Zar und der polnische König ihren Heerführer auslösen; war erst der Geld- und Handelsverkehr auf der Ostsee und auf dem Landwege durch Polen wieder frei, so konnte es überdies nicht schwierig sein, aus den reichen pikardischen, flandrischen, westfälischen Besitzungen der herzoglichen Familie die gestundeten Summen mit Zins und Zinseszins zu erhalten; denn von des Herzogs Zerfall mit den Seinen hatte man in Reval keine Kenntnis. Ließ man es aber zu, daß Croy nach Stockholm gebracht wurde, so waren nicht nur die laufenden Zinsen verloren, nein, man verlor ihn selber, verlor ihn aus Umgang und Augenmerk, und wie leicht konnte es nach Endigung des Krieges geschehen, daß die Stockholmer Geldleute einem den Rang abliefen! Die Versammelten erwärmten, erhitzten sich, es fielen scharfe Worte über Stockholm und die Schweden und sogar über den kriegstollen König selber, der allen Handel störte, alle Steuern verschärfte und den Männern jetzt noch ihren Herzog fortnehmen wollte!

So wurde beschlossen, sich der Wegführung Croys entgegenzustellen. Ja, die Ratschlagung endigte mit einer Freundschaftskundgebung oder gleichsam Kreditwürdigkeitserklärung für den Herzog. Ältermann Sturm versprach, selber die nötigen Schritte zu tun. Die Beschlüsse waren gefaßt, die Männer blieben noch beim Bier zusammen in jenem erhöhten Herzenszustande, welcher von einmütigen Entschließungen bewirkt wird, da ein jeder sich an der Festigkeit des Nachbarn stärkt und entzündet. Die Tür ging auf, Croy kam herein, wie immer auf der Suche nach abendlicher Zechgenossenschaft, und winkte freudig mit der mächtigen roten Tatze. Sie begrüßten ihn lärmend, sie tranken ihm zu. Sturm geleitete ihn an den Ehrenplatz, und da saß er nun lachend unter den Gläubigern, traktierte sie für ihr eigenes Geld und schrie: »Ich bleibe in Reval! Lieber fahre ich zum Teufel als nach Stockholm! Mich bringt niemand fort!«

Tags darauf ging Sturm mit zwei andern Herren aufs Schloß. Der Statthalter Poorten, selber ein Revaler Patrizierssohn, versprach den Mitbürgern sein möglichstes. Seiner Mühe, der Geltung, in welcher er beim König stand, gelang es. Karl schrieb eigenhändig: »Behaltet den Säufer. Besser, er plündert Reval als meine Hauptstadt Stockholm.«

Die Schiffahrt ging auf, die Gefangenen stiegen an Bord. Croy stand am Hafen, rotbäckig, lachend, die Perücke zausig im Winde, und schwenkte Hut und Arme. Dann ging er pfeifend durch die Strandpforte in die Stadt.

Der Herzog blieb in seiner Gewohnheit des Lebens. Sein bärenstarker Bauernleib schien jedem Ansinnen standzuhalten. Seine Beliebtheit schien gesteigert, seit die Gefahr seiner Fortführung aufgetreten und bezwungen worden war. Die Leute hatten zu ihm eine Empfindung, als sei er der Preis eines verderbendrohenden, allein zuletzt mit harter Mühe siegreich bestandenen Kampfes. Aus allen Häusern wurde ihm zugewinkt, Bettler und Schmarotzer ließen ihn hochleben. Plötzliche Spielgewinne verstreute er freigebig. War dann ein gewandter Gläubiger in der Nähe, so konnte es diesem leicht gelingen, zu dem Seinigen zu kommen und zu den aufgelaufenen Zinsen überdies; denn die Zeit war bald vorbei, da der Gefangenensold zur Zinsdeckung gereicht hatte. Mitunter saß Croy im Schuldturm; hier gab er seinen Gläubigern eine Gasterei, von der noch lange in Reval gesprochen worden ist. Seine fünfundzwanzigste Pfändung feierte er durch ein Essen, welches er den Vollstreckungsbeamten des Rates gab. Nicht lange danach wurde er um die Kosten eben dieses Essens von einigen der Festteilnehmer zum sechsundzwanzigsten Male gepfändet. Hierüber hat er unmäßig gelacht.


Im zweiten Jahre seines Revaler Aufenthaltes scholl eines Nachts ein wildes Geläut durch das Strahlbornsche Haus, in welchem der Herzog seine Wohnung hatte. Hausinsassen und Dienerschaft fuhren aus dem Schlaf, dachten an Feuersbrunst, liefen treppauf und treppab, das rasende Läuten dauerte einige Augenblicke fort, plötzlich riß es ab; dies Verstummen war unheimlicher noch als der gellende Klang zuvor. Atemlose Menschen drangen in das Schlafzimmer des Herzogs, denn von hier war das Läuten gekommen.

Sie fanden ihn leblos in seinem Bett. Der breite Mund stand offen und war von Schaumbläschen überzogen; im Flackerschein der Kerze, welche in der Hand einer erschrockenen Magd bebte, schien er zu zucken. Die Augen quollen wild vor. Das Gesicht war dunkel und verzerrt, die Faust noch um den gestickten Griff des Klingelzuges geschlossen, der in Reichweite des Schläfers vom Betthimmel niederhing.

Ein Arzt wurde geholt, er forschte bedächtig und sprach dann von einer plötzlichen Gehirnblutung, deren Ursache nicht mit völliger Klarheit ausgemittelt, aber wohl zu des Herzogs Lebensgewohnheiten in Beziehung gesetzt werden könne. Allein schon vor dem Anlangen des bestätigenden Arztes hatten die Hausbewohner erkannt, daß diese sonderbare Seele sich von dem Leibe getrennt hatte, der ihr so ähnlich gewesen war. Sie schlossen dem toten Feldmarschall die Augen, sie öffneten das Fenster, sie sprachen ihr Vaterunser, jeder nach seiner Art, die einen mit Scheu und halblaut, die andern herzhaft und mit Zuversicht. Sie bedachten mit Ernst den jähen Zersprung dieses mächtigen Lebens, und sie ahnten nicht, daß dem, der so riesenhaft und unbewegt vor ihnen lag, die größten Seltsamkeiten seines Schicksals noch aufgespart waren.

Niemand weiß, ob Gott den Tod leicht oder schwer will. Dies indessen meinen wir sagen zu können, daß er dem Herzog von Croy kein arges Sterben zugemessen hat; denn er starb ja mitten aus der Art und Fröhlichkeit seines Lebens hinaus. Hieran hat sich mancher erinnert, als später die grausame Zeit anhob; als der König in der Türkei verschollen war und alles Land um Reval von den Russen verwüstet wurde; als die eingeschlossene, die bombardierte Stadt im Hunger lag und die Pest von zehn Menschen immer neun fortnahm. Da starb niemand an Fröhlichkeit. Da konnte es wohl heißen: »Der Herzog ist zur besten Stunde hinübergegangen.«


Am Morgen lief die Todesnachricht durch die Stadt. Sie beherrschte Markt und Barbierstuben, Schenken und Herbergen, Kanzleien, Kontore und Bürgerhäuser. Sie übte stärkere Wirkung, als es sonst wohl die Kunde vom Fallissement eines großen Handelshauses oder vom Untergang eines beladenen Schiffsgeschwaders vermochte. Hier schien ein städtisches Wahrzeichen gefallen, ein Gemeinbesitz allen Lebens zerstört. Und wer hätte denken dürfen, dieser noch junge Riesenleib könne einer plötzlichen Auflösung vorbestimmt sein?

Auf den Abend fanden sich die Gläubiger auf der Gildstube ein. Es waren ihrer fast dreimal so viele wie bei jener ersten Versammlung. Ältermann Sturm hieß sie willkommen, und auf sein Ansuchen erhoben sich alle von ihren Sitzen, um den Abgeschiedenen schweigsam zu ehren. Da standen sie nun, alle diese untadelhaften, auf Obsorge für Frauen und Nachkommen bedachten, dem Gemeinwesen nützlichen Männer, da standen sie mit schicklichen Trauermienen und erwiesen ihre Huldigung vor dem Andenken eines Säufers und Wildlings, der keine Frau hatte, keine Nachkommen und kein Gemeinwesen, der niemandem einen Nutzen gebracht und ihrer aller Geld vertan hatte. Sturm selber, der Verwunderung sonst wenig zugänglich, war nicht ohne Gefühl für die düstere Schnurrigkeit des Vorganges und hatte Mühe, ein Lächeln zu verheimlichen.

Nun begann die Ratschlagung, in welcher Schrecken und Besorgnisse laut wurden. Wieder wurden Summen angegeben, Additionen und Zinsberechnungen vorgenommen. Das Ergebnis überstieg um ein Vielfaches einen Betrag, der zu seiner Zeit im gleichen Raume die Zusammengekommenen betroffen gemacht hatte.

Sturms Rede schien zunächst die allerärgsten Befürchtungen zerstreuen zu wollen. Die Soldzahlungen freilich fielen fort, doch konnte die Schuldenlast wenigstens nicht mehr wachsen. Die Forderungen blieben zu Recht, die Besitzungen des Herzogshauses hafteten weiterhin, unangerührt durch das Abscheiden des Feldmarschalls.

»Ein nachteiliger Umstand freilich will bedacht sein«, fuhr derÄltermannfort, »nämlich, daßwir nichtmehrwie bisher ein Pfand für unsere Ansprüche in Händen halten. Dieses Pfand war zu seinen Lebzeiten der selige Herzog selbst, und unsern Willen, es nicht aus den Händen zu lassen, haben wir damals selbst der Majestät gegenüber bekundet und durchgesetzt.« Sturm hielt inne. Diese Erinnerung an sein Einwirken auf den Statthalter Poorten, für das man ihm immer noch Dank wußte, sicherte seinem weiteren Vorbringen ein beifälliges Gehör. Er fuhr fort: »Die Herren und Brüder wollen aber erwägen, daß der Herzog mit seinem beklagten Abscheiden nicht notwendig aufgehört zu haben braucht, uns ein bürgendes Unterpfand zu sein. Zum Nutzen aller Versammelten und ihrer Familien habe ich mir in Ansehung der sonderbaren Umstände an rechtsgelehrter Stelle Rat geholt. Mein Vorschlag geht also dahin –« und hier hob er die Stimme –, »den Leichnam des Herzogs als unser haftendes Pfand anzusehen und in festen Händen zu behalten.«

Hierauf entfaltete er ein Blatt Papier und verlas allerlei altertümliche Sentenzen lübischen Rechts und revalschen Brauches samt Beispielen, wie zu früheren Zeiten in ähnlichen Fällen prozediert worden war, und auch ein Gutachten seines Rechtsfreundes. Aus all diesem ging unzweifelhaft hervor, daß der alte Rechtsbrauch, auf welchen der Ältermann sich berief, zwar außer Übung geraten, niemals indessen durch eine Verordnung außer Kraft gesetzt worden war. Ja, es fand sich sogar eine neuere Bestimmung, nach welcher in Fällen ungewöhnlich hoher Verschuldung vor den Leichenfeierlichkeiten das Einverständnis der Gläubiger beizubringen war, damit nicht das Geld für Seelenschmäuse und Totenprunk, für Ankauf oder Errichtung von Kapellen, Grabdenkmälern und Epitaphen seinen rechtmäßigen Ansprechern entzogen werde. Den Leichnam, so endigte Sturm seine Worte, unbestattet und aller kirchlichen Totenehren bar zu erhalten, dies sei die allersicherste Gewähr dafür, daß der Zar, der polnische König, das Geschlecht der Herzöge von Croy nach geschehenem Friedensschluß Eile haben würde, sämtliche Schulden zu berichtigen, um dem Feldmarschall auf eine standesmäßige Art in geweihte Erde zu verhelfen.

Die Versammelten hörten dem Ältermann mit einhelliger Aufmerksamkeit zu. Er hatte die Geschicklichkeit gebraucht, seine Rede in die Länge zu ziehen; hierdurch nämlich war einem jeden Zeit gewährt, sich an einen befremdenden Gedanken zu gewöhnen, bevor er sich über ihn äußern konnte. Und obwohl der Ältermann anfangs, um einen bereitwilligen Gemütszustand zu finden, mit recht viel Zuversicht von den Aussichten einer künftigen Schuldenbegleichung gesprochen hatte, so hatte er zuletzt in seinen Hörern diese Zuversicht wieder abgeschwächt oder ihnen doch zu begreifen gegeben, daß eine solche Hoffnung nur dann in ihrem Rechte sei, wenn sie sich auf ein Pfand wie das vorgeschlagene zu stützen vermöge.

Dies empfanden viele, daß dem von Sturm heraufgeholten Rechte bei aller Billigkeit etwas Unmenschliches innewohne. Als aber jemand das aussprach, da rief ein Weinhändler: »Besser, ein toter Herzog wartet eine Weile auf sein Grab, als daß meine lebenden Kinder in Ewigkeit auf ihr elterliches Erbe warten.«

Und ähnlicher Ausrufe wurde noch eine ganze Reihe gehört. Einer meinte, der Herzog selber wäre der letzte, der sich diesem Vorschlag widersetzt hätte. Was fragte der nach Grab und Leichensermon! Und nun riefen sie alle durcheinander, wie sie damals gerufen hatten, als sie ihn nicht nach Stockholm lassen wollten: »Wir geben ihn nicht heraus! Wir halten den Toten in Schuldknechtschaft! Unser Herzog darf nicht unter die Erde! Wir lassen uns den Herzog nicht nehmen!« Es war sonderbar, welch eine halbverhohlene Wärme bei allem Starrsinn aus diesen Worten zutage trat. Da war nicht nur die Rede von einem wertvollen Pfande, das aus Händen zu geben man nicht gewillt war; nein, da wurde gesprochen wie von einem nahen Menschen oder einem ans Herz gewachsenen, ob auch auf gemeine Art nicht nutzbaren Besitztum, das man sich nicht entreißen läßt. Ja, sie hatten ihn alle gern gehabt, er hatte ein Bestandstück ihres Lebens ausgemacht und des Lebens ihrer Stadt. Wären die Schulden nicht gewesen, ein jeder hätte sich willig finden lassen zu einer Kollekte, und sie hätten ihm auf gemeine Kosten ein Prunkbegräbnis geschafft, wie die Domkirche kein stattlicheres kannte, aus reiner Freundschaft und Herzlichkeit!

Zuletzt ermächtigte die Versammlung einstimmig den Ältermann Sturm, die notwendigen Rücksprachen mit Rat, Statthalterschaft und Geistlichkeit zu nehmen und dem Einspruch des Gläubigerzusammenschlusses Gehör zu sichern. Dies alles bewirkte eine neue und große Einmütigkeit, nachdem es seit jener ersten Eintracht allerlei Eifersucht und Feindseligkeiten gegeben hatte; denn dieser und jener hatte immer wieder versucht, Zahlungen auf Kosten der übrigen zu erhalten, auch waren ja insbesondere die kleineren Leute schwer in der Lage, ihr Geld auf sehr lange Frist ausstehen zu lassen. Jetzt aber teilte der Ältermann mit, die Hinterlassenschaft des Herzogs an Kleidungsstükken und Wertgegenständen sei auf Anordnung des Rates bereits in den Morgenstunden beschlagnahmt worden, und augenblicks einigten sich die Versammelten, den Bedürftigsten unter ihnen einen bevorrechteten Anspruch auf diese Habseligkeiten zuzuerkennen. In solcher Einträchtigkeit blieben sie noch lange beisammen und tranken auf das Andenken des Verblichenen. Manche kamen mit schweren Räuschen nach Hause.


Am nächsten Tage schon begann Ältermann Sturm seine Unterhandlungen mit den Behörden. Es zeigte sich, daß man auch in den Amtsstuben sich bereits die Frage gestellt hatte, was mit dem toten Herzog zu beginnen sei.

Wir müssen uns daran erinnern, daß jene Zeiten, was das Bestatten angeht, andere Gedanken und Bräuche hatten als die unseren. Zunächst wurde ihm eine größere Wichtigkeit zuerkannt und eine größere Würde. Darum war es nicht ausdenkbar ohne einen angemessenen Prunk, welcher wieder ohne große Geldaufwendungen nicht abging. Es wurden nur gemeine und undeutsche Leute vor der Stadt in die Erde gebracht, alle anderen aber in den Kirchen »gesenkt«, das heißt in einer ausgemauerten Grabhöhlung unter dem Fußboden geborgen, ohne daß diese Höhlung mit Erde gefüllt worden wäre; so waren denn auch die Worte »beerdigen« oder »begraben« damals noch kaum im Gebrauch. Wer von Namen und Stand war, der wurde in einer mit hohen Kosten eigens erbauten oder doch erkauften Kapelle gesenkt, und es wurden Leichenstein und Epitaph errichtet. So hielten es aber nicht nur die ansässigen Geschlechter, sondern auch ein Fremder von Rang, der in Reval weder Familie noch Erbgruft hatte, konnte unmöglich auf eine andere Art beigesetzt werden. In dieser Weise hätte denn auch mit dem toten Herzog verfahren werden müssen, und die Behörden befanden sich mithin in einiger Verlegenheit. Ihn vor der Stadt zu verscharren wie einen undeutschen Knecht, das ging nicht an. Ihn mit standesmäßigen Ehren zur Ruhe zu bringen, dies war unmöglich, denn wer hätte für die Kosten aufkommen sollen? Der Statthalter Poorten wußte, daß er seines Königs äußersten Unwillen erregen würde, wenn er sich einfallen ließe, fiskalische Mittel auszukehren, ja, daß der König ihn mit seinem eigenen Vermögen haftbar machen würde.

In solchem Zwiespalt war Sturms Einspruch und Vorschlag willkommen, zumal er sich namens der Gläubiger erbot, wenigstens für die Einsargung und für eine vorläufige Aufbewahrung des Leichnams Sorge zu tragen. Seinen rechtsgelehrten Argumenten konnte man sich nicht verschließen, auch waren Statthalterschaft, Rat und Garnisonskommando der Meinung, daß vor einer endgültigen Bestattung erst Weisungen der herzoglichen Familie abgewartet werden müßten, welche zur Zeit, des Krieges halber, ja nicht zu erlangen waren. Einzig die Geistlichkeit brachte ernsthafte Einwendungen vor. Auch diese indessen verstummten, als Ältermann Sturm mit höflichem Spott fragte, ob die Pastorenschaft geneigt sei, aus ihren Mitteln die Kosten eines standeswürdigen Begräbnisses zu bestreiten – von den Schulden wolle er nicht reden.

Nun wurde über den Ort der Leichenaufbewahrung beraten, und die Entscheidung fiel auf St. Nikolai, in welcher Kirche eine ansehnliche Kapelle leerstand und gegen eine geringe Gebühr zu Diensten gestellt werden konnte. Auch meinte einer der Ratsherrn mit einem kleinen Lächeln, St. Nikolai schicke sich vor allen anderen Revaler Kirchen, denn es finde sich ja hier noch aus den alten katholischen Zeiten unter anderen berühmten Malereien jenes Bild, das St. Nikolaus als Fürbitter um die Freilassung gefangener Kriegsleute zeige.

So wurde der Herzog in einen wohlfeilen Fichtenholzsarg getan und in diesem ohne Teilnahme eines Geistlichen, jedoch von Sturm und zahlreichen anderen Männern begleitet, aus dem Sterbehause in die Nikolaikirche getragen. Als die Träger ihn in der Rosenkapelle abgesetzt hatten, sprach der Ältermann ein Vaterunser, und hierauf begaben sich alle in die Gildstube zu einem Gedächtnisessen, an welchem der Herzog recht seine Lust gehabt hätte.

Auch in der Folgezeit haben Zusammenkünfte und Besprechungen sich als nötig erwiesen, und es kann gleich an diesem Orte gesagt werden, daß der Gläubigerverein manches Gute wirkte, indem hier Angehörige der verschiedenen Stände, die sich sonst voneinander gesondert hielten, auf eine unbefangene, ja, freundschaftliche Weise zusammenkamen. Jeder einzelne zahlte einen Beitrag, welcher errechnet wurde im Verhältnis zur Höhe seiner Forderung. Hiervon wurden die Unkosten der Sitzungen bestritten, die Kerzenbeleuchtung, die Bewirtung und die Gebühr, welche der Gilde entrichtet werden mußte, dazu die Abgabe an die Kirchenkasse von St. Nikolai für das dem Herzog gewährte Gastrecht. Und auch wenn späterhin Auskünfte von Rechtsgelehrten eingeholt oder allerlei Schreibereien gemacht werden mußten, so wurde das Geld dazu dieser Kasse entnommen. Ja, im Verlauf der Zeit bürgerte sich sogar die Sitte ein, daß der Gläubigerbund gleich anderen Körperschaften eigene Fastnachtsschmäuse ausrichtete, die viel Zuspruch, Ansehen und Beliebtheit hatten.

Aus solchen Umständen, die ja alle auf Unflüchtigkeit und Dauer hinweisen, läßt sich schon absehen, daß die Angelegenheit der Schuldenbegleichung keinen geschwinden Fortgang nahm. Der getroffenen Abrede zuwider versuchten ein paar Gläubiger, ohne die anderen in Kenntnis zu setzen, ihr Glück auf eigene Faust, indem sie durch Vermittlung eines hohen Landesbeamten an den König ein Bittgesuch richteten, in welchem von der Not der revalschen Kaufmannschaft und von der Nötigkeit eines christlichen Begräbnisses für den Herzog die Rede war. Karl antwortete nicht, sie schickten einen zweiten Brief; endlich schrieb er aus dem Feldlager: »Die Herren von Reval tun besser, mich unbefragt zu lassen. Bestünden sie auf einer Antwort, so müßte ich ihnen sagen: Werft das Schwein auf den Schindanger.« Die Empfänger dieses Reskripts suchten die Sache geheimzuhalten, dennoch gelangte sie zu Sturms Kenntnis. Die Eigenmächtigen wurden aus der Vereinigung ausgeschlossen und durften nun nicht mehr an deren Fastnachtsschmäusen teilnehmen.


Nicht im Gedächtnis, wohl aber in den Alltagsgedanken der Revalenser wurde die Croysche Angelegenheit von der Zeit ein wenig zurückgeschoben; dann aber geschah etwas, das ihr mit einem Schlage ein erregtes Aufmerken der Menschen wieder zuwandte.

Einige Jahre nämlich nach des Herzogs Ableben, während König Karl in Polen focht und in Polen unterhandelte und während Zar Peter mit einer abenteuerlichen Stadtgründung beschäftigt war, trieb sich in Reval ein abgeheuerter finnischer Matrose herum, ein roher und dumpfer Mann lappischen Stammes. Dieser hörte reden, es liege in St. Nikolai ein Herzog im hölzernen Sarge, unversenkt, in der östlich angebauten Kapelle, zu welcher man aus der Vorhalle der Kirche gelange. Der Matrose ging am nächsten Sonntag zum Gottesdienst und hörte geduldig die zweistündige deutsche Predigt an, von welcher er kein Wort verstand. Er hatte nie einen Herzog erblickt, aber wohl gehört, er müßte etwas sein wie ein König, und so dachte er denn in einer verworrenen Gier an eine goldene Krone, Fingerringe mit klaren Steinen, auch Szepter und Reichsapfel von Gold; dergleichen hatte er auf Kirchenbildern gesehen.

Der Lappe war früh gekommen und nach Endigung des Gottesdienstes erst spät gegangen. Beim Kommen, beim Gehen war er aufmerksam umhergeschlendert, um sich die Gelegenheit zu betrachten. Da war an Wänden und Pfeilern viel Blankes, Buntes und Kostbares ihm in die Augen gefallen, Bilder über Bilder, und auch die Malereien des Totentanzes, auf denen Kaiser und Kaiserin, König und Kirchenfürsten in reichem Goldschmuck zwischen grinsenden, musizierenden, sargtragenden Gerippen zur Schau standen. Und dies Beieinander von Tod und Schätzen schien geschaffen, alle seine Gedanken und Hoffnungen zu bestätigen. Zur Nachmittagspredigt kehrte er wieder, ergänzte seine Kenntnisse der Örtlichkeit und kam zu der Einsicht, daß seinem Vorhaben wenig im Wege stand. Denn es war ein Seitenpförtchen, das nicht verschlossen, sondern nur von innen mit einem Riegel versperrt wurde; durch dies dachte er die Kirche ungesehen zu verlassen, wenn er seine Absicht vollendet haben werde.

Am nächsten Sonntag saß er im Nachmittagsgottesdienst bescheidentlich auf einer der abseitigen Bänke, in seinem weitfallenden Wettermantel, unter dem er eine Blendlampe, ein Schiffsmesser und ein Stemmeisen trug.

Die Gemeinde verlief sich, die Kerzen wurden gelöscht. Der Lappe verbarg sich im Chorgestühl. Die hohen eckigen Pfeiler erschienen wie Riesenbäume zur Dämmerzeit. Der letzte Schritt verließ hallend die Kirche. Schlüssel rasselten und schnappten. Es wurde dämmeriger, es wurde dunkel, bald ließen die Fensterausschnitte sich nicht mehr unterscheiden. Der Lappe entzündete die Blendlaterne und durchquerte die Kirche. Bis jetzt war das Dunkel gleichmäßig gewesen, nicht anders als unter den Lidern eines Menschen, der die Augen geschlossen hält. Nun aber sprangen bei jedem seiner Schritte abenteuerlich verzerrte Schatten gierig auf ihn zu. Die Bilder der Vergänglichkeit, die er wahrgenommen hatte, die lange Wartezeit in der hochgewölbten einsamen Kirche, das alles mag ihn vorgestimmt haben auf manche Schauder, die nun eine Gewalt über ihn erlangten. Er kam an die Kapelle und überkletterte die Zierwand. Sein Mantel verfing sich im Schnitzwerk, er riß sich frei und gelangte hinüber, aber das Grauen griff ihm ans Herz, noch ehe er den Sarg erreicht hatte. Leute, die in den Abendstunden dieses Tages an der Nikolaikirche vorübergekommen sind, erklärten nachher, ein Geschrei des Entsetzens vernommen zu haben. Man fand in der Rosenkapelle einen Mantelfetzen und ein Stemmeisen. Mehrtägige Nachsuchungen ergaben, daß beide Gegenstände dem Lappen gehört haben mußten. Man forschte nach ihm bei seinen Herbergsleuten und in den Kreisen seines Umganges, doch wurde man seiner nicht habhaft; es hieß, er habe anderen Morgens die Stadt verlassen, und es wollte jemand bemerkt haben, sein Haar sei über Nacht weiß geworden.

Allein ein größeres Gewicht als die versuchte Untat dieses Matrosen hatte die Wahrnehmung, welche der Küster folgenden Tages vor dem erbrochenen, doch unberaubten Sarge des Herzogs gemacht hatte. Er meldete sie bestürzt dem Pastor und dem Ältermann Sturm. Nach wenigen Stunden bereits drängten sich die Menschen in der Kapelle. Und was sie hier sahen, das ließ sie begreifen, wie den Einbrecher das Entsetzen überfallen hatte. Er hatte den Sarg wohl geöffnet, der Deckel lag schräg daneben; allein dann war er geflohen, ohne den Toten angerührt zu haben, ja, ohne sein Werkzeug mitzunehmen.

Denn dieser Tote schien nicht tot. Fünf Jahre lag er in einem einfachen Holzsarge ohne metallene Hülse, in luftdurchlässigem, unverpichtem und unverlötetem Behältnis. Aber kein Gesetz der Vergänglichkeit und Verwesung hatte Gewalt über ihn zu üben vermocht. Hier lag in Reiterstiefeln, Generalsrock und Schärpe, den Degen zur Seite, ein Schläfer, in nichts unterschieden von jenem Manne, den sie alle in seinem Wachen gekannt hatten. Nur der behutsam das Schläfergesicht anrührende Finger fühlte das lebendige Fleisch zu steinerner Härte getrocknet.

Die Männer hatten ihn bei Lebzeiten gesehen und in den ersten Tagen nach seinem Ende, bis der Sarg geschlossen wurde. Damals war das Gesicht des Toten von einem maßlosen Schrecken verzerrt gewesen. Nun aber hatte diese Entsetzensmiene sich, grauenhaft anzusehen, zu einem Lächeln umgebildet. Behaglich, etwas verwundert, ein klein wenig spöttisch und sehr überlegen, so blickte dies Gesicht mit den geschlossenen Augen die Männer an. Ja, es war, als sei nun erst wieder das bisher von grober Leiblichkeit überhüllt gewesene herzogliche Geblüt zum Vorschein gekommen. Und sein Lächeln schien zu besagen: »Macht mit mir, was ihr wollt und was euch freut – mich kümmert es nicht mehr.«

Beim schmalen Schein des Blendlämpchens, im schaurigen Düster des mächtigen Kapellengewölbes hatte wohl ein Grausen ausgehen können von der Lebendigkeit dieses Gesichts. Jetzt, im reinlichen Tageslicht, sahen die Versammelten in die vertrauten Züge, und sie empfanden nichts als eine sonderbare Beschämung, die ihnen selber unerklärlich verblieb.

In Scharen kamen von nun an die Menschen, um das Wunder der Unverweslichkeit am Körper des Herzogs zu bestaunen. Es kamen die Edelleute vom Domberg, es kam der Statthalter Poorten mit seiner Frau, es kamen die Kaufherren und Handwerker, die Geistlichen aller Kirchen, die Offiziere und Soldaten, die Seeleute und die Bauern, es kamen Weiber und Kinder. Der Küster und der Kirchenkerl hatten keine Ruhe; es fielen ihnen Trinkgelder zu, größere und geringere; endlich erhoben sie von jedem Beschauer eine feste Gebühr für den Zutritt zur Kapelle.

Gelehrte und Ärzte untersuchten den Leichnam. Ihrer manche äußerten sich dahin, es müßten im Baugestein gewisse salpetrige Einflüsse ihre Wirksamkeit üben; in derlei Fällen könne es geschehen, daß menschliche und tierische Körper sich unverweslich erhielten. Solche Erklärungen aber nahmen die Leute von Reval nicht an. Sie hatten ihren Herzog gekannt, was brauchte es langer Erörterungen über Salpeter und Baugestein? Was den Herzog vor aller Verwesung schützte, das waren die ungeheuerlichen Mengen geistiger Flüssigkeiten, die durch diesen Leib gegangen waren und ihre Rückstände abgelagert hatten. Ein Wunder hatte sich begeben, Wasser des Lebens hatte des Todes zerstörende Kraft zunichte gemacht, hier lag reliquiengleich ein Schutzheiliger aller Trinker!

Von weit her kommen die estnischen Bauern, um ihn zu sehen. Sie drücken die Fellmützen scheu gegen die Brust, sie murmeln ein Vaterunser, wenn sie vor der Leiche stehen. Bei aller Grobheit kann der Küster es nicht hindern, daß manche niederknien und dem Herzog Stiefel oder Rockschoß küssen; wem es aber gelungen ist, Hand oder Gesicht des Toten mit seinen Lippen zu berühren, der meint einen rechten Segen mit heimzubringen. Das ist ja der Fürst gewesen, der nicht nur mit den großen Herren zur Tafel saß. Nein, er hatte mit dem gemeinen Manne getrunken und ihm eingeschenkt, soviel das Herz verlangte. Und sie mengen ihn wunderlich in ihre Sagen von alten Helden und Riesen, vom starken Kalew und seinem Sohn und von dem gewaltigen Zauberer Lagadis, der in vormaligen Zeiten des schwedischen Königs Feldherr war. Sie erzählen von dem guten Riesen, der das Weltmeer austrinken konnte und einmal wiederkehren wird zu den Esten, um jedem armen Manne Branntwein, Ackerland und Gerechtigkeit zu geben, bis er selber ruft: »Genug!«


Binnen kurzem ersah der Gläubigerbund seinen Vorteil; es war nicht notwendig, daß Küster und Kirchenkerl sich reich machten. Zuerst wurde ein Abkommen getroffen, nach welchem die taxmäßigen Gebühren für die Aufbewahrung der Leiche, wie sie der Kirchenkasse zustanden, von den Eintrittsgeldern bestritten werden sollten. Die Einnahmen wuchsen, Ältermann Sturm griff zu, und endlich kam es dahin, daß dem Gläubigerbündnis nach Abzug der Aufbewahrungskosten und einer Vergütung für den Küster und den Kirchenkerl noch ein reichlicher Überschuß blieb, so daß es zur Deckung der laufenden Ausgaben nicht mehr auf die Beiträge seiner Mitglieder angewiesen war. Ja, es soll des öfteren imstande gewesen sein, kleine Abschlagszahlungen auf die ausstehenden Zinsen auszuschütten. Und so hatte denn der Herzog endlich zu zahlen begonnen.

Er zahlte nicht lange, denn es fiel die arge Zeit ein, die Zeit des Hungers, der Pest, der russischen Belagerung. Niemand kam in die Stadt; die Städter aber hatten andere Gedanken, denn ein allgemeiner Untergang schien sich anzukündigen.

Die Pest veränderte alle Zustände auf Jahre hinaus. Häuser standen leer, Straßen verödeten, Familien starben aus, Menschen kamen in Bettelhaftigkeit. Dokumente gingen verloren, aus allen Rechtsverhältnissen schwand die Übersichtlichkeit. Viele von denen, die sich der Bestattung des Herzogs widersetzt hatten, sind damals gestorben und ohne rechtes Grab geblieben. Zu Haufen warf man die Toten in große Gruben und beschüttete sie mit Kalk, und so wurde auch mit dem Leichnam des Ältermanns Sturm verfahren.

In solchen Bewandtnissen ist Reval eine russisch-kaiserliche Stadt geworden, und da nun nach aller Zerstörung eine neue Lebendigkeit allmählich sich herstellen wollte, war es den verarmten Revalensern bitter um Geld zu tun. Überlebende und Erben der Gestorbenen fanden sich in Sachen der Croyschen Schulden zusammen. Viele waren es nicht mehr; mancher konnte den Anspruch durch keine Urkunde mehr erhärten. Einige hatten ihre Forderungen in der Hungerszeit zediert, manche Zessionen waren um Spottpreise aufgekauft worden. Die jetzt miteinander in der Gildstube ratschlagten, das war nicht mehr die alte fröhliche Genossenschaft, die sich lachend von ihres toten Herzogs Trinkertaten erzählt hatte. Das waren arm und ernst gewordene Männer, die sachdienlich miteinander verhandelten und sich eilig auf den Heimweg machten, sobald ein Beschluß gefaßt war.

Kraft eines solchen Beschlusses wurde nun getan, was die kriegerischen Läufte bisher nicht zugelassen hatten. Es wurde ein Brief gesandt an das derzeitige Haupt des herzoglichen Hauses Croy und in aller Devotion der Anno 1702 geschehene Tod des Feldmarschalls mitgeteilt und beklagt. Des ferneren wurde um Anweisungen in betreff der Bestattung ersucht und zuletzt gebeten, die von dem seligen Herzog in Reval kontrahierten Schulden begleichen zu wollen. Diesem Brief lagen allerlei Schriftstücke bei, eine beglaubigte Kopie des Sterbescheins, ein Verzeichnis der Schulden samt Zinsberechnung, sowie gleichfalls beglaubigte Abschriften der Schuldscheine und Zessionsurkunden.

Es verlief eine lange Zeit, ohne daß eine Antwort einging. Das Ansuchen wurde wiederholt, der Ton der Briefe wurde dringlicher, ja, es blieb nicht unangedeutet, wie wenig eine vorläufige und ansehenslose Aufbahrung dem Range des Toten, dem Namen seines Geschlechtes angemessen sei. Allein auch solche Hinweise blieben ohne Wirkung.

Inzwischen hatten die Gläubiger sich bereits an ihren neuen Souverän gewandt, den Kaiser Peter I., denn als sein Heerführer war Croy gestorben – wie würde er dulden können, daß seine Untertanen zu Reval des Herzogs halber um das Ihrige kämen und der Herzog als kaiserlicher Feldmarschall um sein Grab?

Das Gesuch blieb unbeschieden. Die Gläubiger wiederholten es mündlich, als der Zar seine Stadt Reval besuchte und gutlaunig für jedermann zu sprechen war. Peter, seltenen Naturerscheinungen mit Lebhaftigkeit zugewandt, ließ sich an des Herzogs Leiche führen, betrachtete sie sehr aufmerksam und fuhr ihr mit der Hand über die immer noch vollen Backen. Dem Küster schenkte ereinen Silberrubel als Trinkgeld, zu den Gläubigern aber sagte er: »Der Herzog hat mir die Bataille von Narwa verloren und damit Geld genug gekostet.« Und da ja die Menschen der Selbstrechtfertigung zu bedürfen meinen, so kann es in der Tat sein, daß Peter sich gewöhnt hatte, im Herzog von Croy den Schuldigen an jener Niederlage zu erblicken, der er selber sich durch seine plötzliche Abreise entzogen hatte.

Ohne Hoffnung, nur um nichts zu unterlassen, wandte sich der Gläubigerverein an den Dresdner Hof. Dieser erwiderte unverzüglich namens des Königs und Kurfürsten Friedrich August, Croy habe eigenmächtig seinem Dienstverhältnis ein Ende gemacht und sich in die russische Armee einreihen lassen; es müsse daher den Revaler Gläubigern anheimgestellt werden, sich mit ihrem Anliegen an den Zaren als des Herzogs obersten Kriegsherrn zu wenden.

Über diesen Schreibereien langte endlich, kaum mehr erwartet, auf fortgesetztes Drängen hin auch eine Antwort des Hauses Croy an. Sie besagte bündig, die herzogliche Familie kenne seit längerem kein Glied ihres Geschlechtes mehr mit dem Namen Karl Eugenius.

Das Haus Croy hat zu einer solchen Antwort seine Ursachen gehabt, und sie mögen geachtet werden. Wir aber, die wir weder in den Diensten der Herzöge von Croy noch sonst irgendeines Menschen stehen, wir, die wir nicht zu Hütern der herzoglich Croyschen Reputation bestellt sind, sondern zu Sachwaltern aller Närrischkeiten und Absonderlichkeiten dieser geliebten Welt, wir dürfen uns wohl gestatten, eine späte Liebe dem Ausgestoßenen zuzuwenden, der da arglos war, wie ein Tier, ein Wind, eine Flußwelle oder ein wilder Apfelbaum arglos ist. Und so werden wir seiner gedenken als eines tapferen Soldaten, eines freigebigen Kameraden und eines bravoureusen Zechkumpans, kurz, als eines Mannes mit einem fröhlichen Herzen, das ja zuletzt nach Shakespeares Wort am längsten lebt.

Denn der Herzog von Croy hat sie auf seine Art alle überdauert, die Zeitgenossen und die Nachzeitgenossen. Der strenge, mäßige Krieger Karl, Feind der Frauen, des Trunks und des Spiels, der König und Kurfürst Friedrich August der Starke und der Zar Peter der Große, der Statthalter Poorten und alle die Verteidiger und Belagerer Revals, die Revaler Ratsherren, die Älterleute, Ältesten und Gildenbrüder, die Pastoren und Küster und Kirchenkerle von St. Nikolai, die Gläubiger und die Erben der Gläubiger, alle die tüchtigen, ehrenhaften, vielleicht gegen sich selber strengen Männer, und all die Glieder des Herzogsgeschlechts, die ihn als einen Verlorenen aus dem Gedächtnis des Hauses gelöscht haben, und deren Kinder und Enkelkinder: Sie alle starben und mußten unter die Erde, und ihre Leiber zerfielen. Und auch alle die, welche im Verfluß der Jahrzehnte mit Neugier oder Schauer vor der Mumie gestanden sind, auch sie starben und mußten unter die Erde, und ihre Leiber zerfielen. Aber Croy, der Säufer und Spieler, der Unnütze und Tunichtgut, er überdauerte sie alle.


Längst hat der Gläubigerverein sich aufgelöst, und wo noch ein Schuldschein sich findet, da wird er aufgehoben als eine wertlose Kuriosität. Längst ist der Herzog kein Unterpfand mehr, sondern nichts anderes als ein betrachtenswürdiger Gegenstand der Schaulust. Aber immer noch liegt er unverändert da, Jahrzehnt um Jahrzehnt, trocken und geschrumpft, doch auch noch in diesem Zustand seine aufgedunsene Körperbeschaffenheit beibehaltend und die freundliche Geringschätzung in seiner Miene.

Allen ist er ein Wohlvertrauter, ein Mitbürger, ein Gliedstück des selbstverständlichen Lebens, wie er es ihren Voreltern gewesen ist, als er noch leibhaft in den Revaler Schenken saß. Von einem Geistlichen, über dessen Predigten viele Erzählungen im Umgang waren, wurde behauptet, er habe auf der Kanzel ein Wort aus dem Prediger Salomo angeführt, nämlich »Die Lebendigen wissen, daß sie sterben werden, die Toten aber wissen nichts, sie verdienen auch nichts mehr.« Und es hieß, er habe hinzugefügt: »Hier sehen wir, andächtige Zuhörer, daß Gottes Weisheit allüberall Ausnahmen zuläßet. Denn der tote Herzog von Croy verdient mehr als viele Lebende.«

Längst erhebt niemand mehr einen Anspruch auf die Besichtigungsgelder; die Einnahmen kommen der Kirche zugute und ihren Gemeindearmen. Dies fügt sich recht zu des Herzogs freigebiger Art. Aber daß einem Verarmten jede Unterstützung entzogen wird, weil er sich ihrer durch hartnäckige Trunksucht und ärgerlichen Wandel unwürdig gemacht habe, dies hätte nicht geschehen dürfen, denn gerade ihm hätte der Herzog gewiß am liebsten und reichlichsten gegeben.

Jeder Fremde, der nach Reval kommt, schreibt es in sein Reisejournal oder in einen Brief an die Seinigen daheim, er habe die Mumie des Duc de Croy besichtigt; ja, auch wer allem anderen Schaubesitz der Nikolaikirche, den Totentanzmalereien, den Jakobsbildern, den kostbaren Flügelaltären und dem reichen Schnitzwerk keinen Blick zuwenden mag, den seligen Herzog läßt er nicht unbesucht. Manchmal entsetzt sich eine Dame vor dem lebensähnlichen Leichnam in dem düsteren Totengewölbe, vor dem schwarzen Sargbehang und dem strengen Modergeruch und hastet schnell in den Sonnenschein und Lindenschatten des Kirchhofs, auf dem grünumkleidet noch die alten steinernen Grabmonumente stehen, mit den verschnörkelten und unleserlich gewordenen Schriftzügen. Neue freilich kommen nicht hinzu, das Jahrhundert des zwölften Karl und des großen Peter ist zu Ende, und die Obrigkeit leidet keine Beisetzungen mehr innerhalb der Stadtmauern. Aber es ist ein angenehmer Ort geworden zum Lustwandeln, und vornehmlich im Sommer, wenn sich die Buden und Verkaufsstände des Johannismarktes über den alten Gräbern von St. Nikolai erheben, dann drängt sich hier die elegante Welt, dann werden Hüte und Halstücher, Shawls und Handschuhe und Seidenstoffe betrachtet und beurteilt, Mädchen begegnen ihren Verehrern, Bekannte grüßen sich, alte Freunde, die sich ein Jahr lang nicht gesehen haben, finden herzhaft zueinander; denn es ist ja Johanniszeit, und von weit her ist in Kaleschen und Equipagen der Landadel aus allen vier Kreisen Estlands in der Hauptstadt zusammengeströmt zu Geschäften, Einkäufen und geselligen Lustbarkeiten. Kinder betteln um Süßigkeiten, vom Karussell und von den Schaukeln kommt Gekreisch, Invaliden drehen den Leierkasten, Ausrufer laden in ihre Schaubuden, und so hält das Leben getreuliche Nachbarschaft mit dem Tode. Der Küster und der Kirchenkerl haben gute Tage, wie sie alle ihre Vorgänger um Johanni gehabt haben und wie sie alle ihre Nachfolger haben, nachdem längst der grüne Friedhof verschwunden ist und nur noch die mächtigen vielästigen Linden des Platzes den Gottesacker der alten Jahrhunderte bezeichnen.

Freilich, der Küster kennt auch seine Schuldigkeit. Er sorgt für seinen Herzog, er hat Katzen in die Kapelle gesperrt, seit es sich zeigte, daß die herzogliche Garderobe einigen Schaden durch die Kirchenmäuse von St. Nikolai gelitten hat. Und er sorgt auch dafür, daß den Besuchern recht etwas geboten werde für ihr Geld, und so hat er es sich angelegen sein lassen, die herzogliche Gewandung auf einen besseren Stand zu bringen; hierzu bot eine vortreffliche Gelegenheit sich an.

Da nämlich der Staatsrat von Kotzebue Reval verließ, um zum Kummer der ganzen Provinz Estland in seine Vaterstadt Weimar zurückzukehren, da geriet das weitberühmte Theater, das er begründet, geleitet und mit immer neuen Schau- und Lustspielen versorgt hatte, in Auflösung, und es kam sein Fundus in Verkauf. Der Küster hat nicht viel Geld aufzuwenden gehabt, und der Herzog von Croy gelangte dennoch zu angemessener Kleidung. Nun trug er Seidenstrümpfe und Schnallenschuhe, einen goldbordierten, grünsamtenen Justaucorps mit einem funkelnden Ordensstern, und in der rechten Hand hielt er einen silberbeschlagenen Marschallstab. Nur der Degen von Narwa war ihm belassen worden.

In der ersten Zeit nach dieser Einkleidung geschah es wohl, daß diese oder jene Theaterenthusiastin wehmütig den Kopf schüttelte, wenn sie den Herzog im grünsamtnen Justaucorps erblickte und dazu sagte: »Ach ja, der Chevalier Riccaut de la Marlinière! Wie prächtig hat seinerzeit bei der Liebhaberaufführung der junge Nottbeck dieser Rolle excelliert!«

Allmählich aber geriet die Herkunft des Justaucorps, des Ordenssternes und Marschallstabes in Vergessenheit, und die Besucher bestaunten von neuem die Dauerbarkeit, welche vom branntweingesättigten Körper des Herzogs sich auf seine Umhüllung übertragen hatte.

Der hundertundfünfzigste Jahrestag der Zugehörigkeit Revals zum russischen Reiche wurde begangen durch die Aufführung eines Festspieles, das ein jüngerer Oberlehrer von der Domschule gedichtet hatte. Das Gesetz erlaubte nicht, russische Herrscher auf die Bühne zu bringen, so fiel, neben dem Genius Rußlands, dem Fürsten Menschikow als dem Vertreter des Zaren Peter die Hauptrolle zu. Das Regiekomitee beriet lange über die Wahl eines Kostüms, das allen Erfordernissen geschichtlicher Echtheit zu entsprechen habe. Endlich wurde beschlossen, den grünen Justaucorps zum Vorbilde zu nehmen. Und der Küster, welcher seinem Schwiegervater im Amte gefolgt war und mit den herzoglichen Toilettengeheimnissen Bescheid wußte, sagte behaglich zu seiner Frau. »Vom Theater zum Theater! Das ist in seiner Ordnung und eine schöne Ehrung für uns alle: für den Herzog, für den seligen Staatsrat Kotzebue, für deinen Vater und für uns beide.«


Nicht sehr lange nach dieser Feier fiel ein unheimliches Geschehnis vor, das den Herzog von Croy abermals auf die Zungen der Leute brachte.

Fräulein Kitty Rutz, eine nicht mehr junge Musikfreundin, hatte sich die Erlaubnis ausgewirkt, zu einsamer Seelenbelustigung hin und wieder die Orgel der Nikolaikirche zu benutzen, und sie bevorzugte die jeder Träumerei förderlichen Stunden des späten, schon gegen den Abend sich streckenden Nachmittags. Da liebte sie es, dem Ausschwingen der Töne sich zu überlassen und der in der alten Kirche sich entfaltenden Dämmerung. Da blickte sie, des Spieles vergessend, vom Orgelchor nieder in das mählich sich verdüsternde Mittelschiff, darin wie dunkle Urweltstämme die schlanken Pfeiler in Ruhe standen, und auf das riesige, nun schwarz erscheinende Triumphkreuz, das hoch vor dem Chor in der ergrauenden Luft schwebte. Sie war die einzige lebende Seele in diesem Hause der Toten, der Vergangenheit und der Vergänglichkeit. Und in solcher Träumerei, die sich ihr verband mit der Erinnerung an allerlei Verse und Schilderungen aus den Werken der Dichter, meinte sie eine wehmütige und zugleich erhebende Ergänzung ihres stillen und eingeschränkten Lebens zu finden.

An einem dieser Spätnachmittage – es war im Herbst, und Dämmer und Dunkel waren frühzeitig eingefallen – hatte Fräulein Rutz längst die Hände sinken lassen und horchte in einem wohligen Frösteln auf den Sturm, der draußen um die Kirche schnob, und auf das Niederprasseln der gebrochenen Lindenäste, die Augen abwärts ins Mittelschiff gerichtet, hinein in Schatten und Dunkelheit des Todes. Plötzlich war ihr, als habe sie durch Sausen und Prasseln ein anderes Geräusch vernommen, ein Schlurfen, das in der menschenleeren Kirche vom Echo der Wölbungen verstärkt zurückerstattet wurde. Sie schrak auf, sie beugte sich vor, es kamen Schritte aus der Richtung der Eingangshalle. Kitty Rutz gewahrte ein einsam schwebendes Flämmchen, sein Schein zuckte hin über eine riesenhafte Gestalt, die Umrisse zerrannen in der Schwärze.

Dem Fräulein auf dem Orgelchor läuft es eisig über die Schulterblätter. Das bläuliche Licht des Flämmchens fällt auf den grünsamtenen Rock, der silberne Ordensstern blitzt, einmal schimmern die hellen Seidenstrümpfe. Und so kommt der Herzog von Croy mit ruckhaften ungeschmeidigen Bewegungen von der Vorhalle her und verschwindet hinter der Pfeilerreihe, welche das linke Seitenschiff vom Mittelschiff scheidet. Kitty Rutz will das Herz in der Haut sterben, und doch möchte sie sich versichern, sie habe sich getäuscht. Aber wenige Augenblicke danach erscheint der Herzog im Mittelschiff und durchquert es auf die gleiche Weise. Er verschwindet hinter den Pfeilern, die das Mittelschiff gegen das rechte Seitenschiff abgrenzen, und nun wird er gleich, von dem schwebenden Flämmchen geführt, im rechten Seitenschiff auftauchen. Allein das nimmt Fräulein Kitty Rutz nicht mehr wahr, sie hat hellauf geschrien, und das Bewußtsein ist ihr dahingeschwunden in eine große Schwärzlichkeit hinein.

Nur vor einem winzigen Winkelchen ihres Wesens scheint diese Schwärzlichkeit haltgemacht zu haben, und in diesem Winkelchen meint Fräulein Rutz zu spüren, daß allerlei Fürsorgliches mit ihr vorgenommen wird. Ja, in diesem Winkelchen ist Raum für die huschende Erinnerung an Gelesenes, für die vorgeschriebene Frage: »Wo bin ich?«, und die Frage findet eine tröstliche, eine sogar behagliche Antwort, da Fräulein Kittys erster Augenaufschlag ihr die geblümte Tapete der Küsterswohnung zeigt, die freundlich brennende Petroleumlampe, das schwarze Wachstuch des Roßhaarkanapees und das küsterliche Ehepaar, das um Kitty Rutz besorgt ist.

Die Küsterin redet ihr mütterlich zu, obwohl doch Fräulein Rutz um gute zwei Jahrzehnte älter ist, sie labt sie mit Baldriantropfen, Rosenlikör und heißem Kaffee, sie läuft nach Decken und Wärmkruken, und dazwischen preist sie Gott, daß alles gut vorübergegangen und dem Fräulein nichts ernstlich Schlimmes zugestoßen ist. Der Küster scheint ein wenig verlegen, aber in freundlichem Zureden und Obsorgen ist auch er geschäftig. Und so zwischen Grausen, Neugier und Behaglichkeit erfährt Fräulein Rutz den Hergang und verspricht eifrig, keiner Menschenseele etwas von dem Geschehenen offenbar zu machen und nun, da das Entsetzen hinter ihr liegt, nun ist sie sehr glücklich über ihre Teilhaberschaft an einem romantischen Geheimnis, denn das ist ja ein Schatz auf Lebenszeit.

Es ist alles sehr wunderbar und doch wieder sehr natürlich. Das Dach der Rosenkapelle ist ein wenig schadhaft geworden, und der hölzerne Sargdeckel ist es auch, und es ist ja die Zeit der großen herbstlichen Regenstürze; da hat denn auch der grünsamtene Justaucorps einige Feuchtigkeit abbekommen, und es ist doch seinerzeit allerhand Geld in die herzogliche Garderobe gesteckt worden, da muß man auf ihre Schonung und Erhaltung bedacht sein; gleichwie der Küster mit Hilfe seiner Frau ja auch auf Schonung und Erhaltung der eigenen Garderobe bedacht ist. So pflegt denn der Küster an regnerischen Abenden seinen Herzog aus dem Sarg zu nehmen und huckepack durch die Kirche zu tragen, damit der gute Kachelofen der Sakristei den zerstörlichen Wirkungen der Feuchtigkeit Einhalt tue, und den Holzgriff der kleinen Stocklaterne klemmt er sich unter die Achsel, da er ja die Hände nicht frei hat. Weil aber der Herzog von mächtiger Gestalt ist und der Küster ein kleines Männchen, darum hat Fräulein Rutz von der Höhe des Orgelchors aus wohl den riesigen Herzog, nicht aber den ihn tragenden Küster wahrgenommen.


Der Küster hat in der Folge zu schweigen gewußt, seine Frau desgleichen. Allein Fräulein Rutz konnte es nicht über sich gewinnen, hier und da nicht eine Andeutung fallenzulassen, ob auch nur eine kleine. So geschah es, daß nicht der eigentliche Vorgang bekannt wurde mit seiner unverfänglichen Erklärung, sondern daß halbverschleierte, sich umgestaltende und vergrößernde Einzelheiten in die Stadt drangen. Und Fräulein Kitty Rutz hat wohl auch nach menschlicher Weise die bei näherem Zusehen doch höchst alltägliche und der Würde ihres Erlebnisses wenig angemessene Aufklärung aus dem Gedächtnis verloren und sich lieber das schaurige Bild des wandelnden Herzogs vor Augen gerufen und das Schwanken und Zittern des bläulichen Flämmchens, das zwischen den Pfeilern gespenstig umherhuschte und wohl des Herzogs nicht zu ihrer Ruh gelangte Seele habe sinnbilden wollen.

Nun tauchten bald allerlei spukige Berichte auf. Da sollte Croy natürlich in der Nähe des Sterbehauses gesehen worden sein, unter den Kirchenlinden oder vor dem Süßen Loch, der jahrhundertealten Weinstube im Hause der Großen Gilde. Im Vollmondlicht, im späten, zögernden Morgendämmerder langen Winternächte, in den weißen Nächten des Hochsommers wollte dieser oder jener ihn wahrgenommen haben, auf der nach Katharinental führenden Allee, auf dem weiten stillen Schloßplatz des Domberges, auf dem hölzernen Hafenbollwerk, in den engen, krummen Gassen der Altstadt, in allerlei düsteren Gemäuerwinkeln der Befestigungen. Ja, ein Betrunkener, den man eines Morgens vor der Schmiedepforte auflas, behauptete noch lange nachher, er habe die Nacht mit dem großen Herzog in einer estnischen Bauernkneipe verzecht.

Einige Männer, welche der Meinung waren, es sei eine neue Zeit angebrochen, dem Aberglauben feind, nahmen an diesen Geschichten Anstoß; man tue, sagten sie, am besten, den Herzog endlich zu beerdigen. Die Sache kam auch im Rat zur Sprache; allein hier wurde sie einer Kommission überwiesen, und so hat man nicht mehr viel von ihr gehört. In der Stadt aber wurde erzählt, der Herzog dürfe deshalb nicht beerdigt werden, weil Doktor Barg, ein beliebter Sonderling, dessen Eigentümlichkeit es ist, zunächst in jedem Toten einen Scheintoten zu vermuten, seinen Einspruch erhoben habe.

Immerhin wurde der Küster vom Oberpastor zu St. Nikolai befragt. Er bequemte sich, das Verfahren zu schildern, das er zur Schonung des grünsamtenen Justaucorps anwandte, und nahm einen gutmütigen Verweis in Empfang. Um aber ähnliche Vorkommnisse in Zukunft auszuschließen, wurde nun eine Umquartierung des Generalfeldmarschalls verfügt. Der Sarg wurde aus der Rosenkapelle in die gegenüberliegende Kapelle der Familie Clodt von Jürgensburg geschafft. Hier gab es ein wetterfestes Dach, und überdies wurde der hölzerne Sargdeckel, der bisher bei jeder Besichtigung abgehoben worden war, durch einen unbeweglichen gläsernen ersetzt. Der Herzog von Croy aber ließ sich auch diese Neuerung mit seinem gleichmütigen Lächeln gefallen, so wie er gelächelt hatte über den finnischen Matrosen und den Zaren Peter, über den neuen Samtrock und Fräulein Kitty Rutz und über alles Tun der Menschen.


Nun sind abermals einige Jahrzehnte hingegangen, ohne daß sich in den Umständen des Herzogs von Croy etwas geändert hätte. Viele Dinge in Reval haben ein anderes Ansehen bekommen; nur er nicht. Darüber nähert sich das neunzehnte Jahrhundert seinem Ende.

Im Schloß auf dem Domberge, hoch über der Stadt, wo zu des Herzogs Lebzeiten Matthias von Poorten als Statthalter des Königs von Schweden residiert hat, dort wohnen seit fast zweihundert Jahren die Gouverneure der russischen Kaiser. In ihre Reihe gehört Herr Skalosubow, der sich als brauchbarer Verwaltungsbeamter in Sibirien bewährt hat und frisch von dort in das alte deutsche Reval versetzt worden ist. Er weiß, was die Petersburger Regierung von ihm erwartet, nämlich Tatkraft, Verständnis und Geschick. Diese drei Eigenschaften bedeuten im vorliegenden Falle, daß er alles daransetzen soll, das Gouvernement Estland mit seiner Hauptstadt geräuschlos seiner noch verbliebenen alten deutschen Sonderprivilegien zu entkleiden und beide nach Möglichkeit den Gouvernements und Gouvernementsstädten Kaluga, Tambow, Wjatka oder Simbirsk anzugleichen. Skalosubow hat Ehrgeiz, Skalosubow möchte Minister werden; also ist er entschlossen, tatkräftig, verständnisvoll und geschickt zu sein.

Skalosubow ist noch nicht lange in Reval, da meldet er bereits dem Innenministerium, er sei einem unerhörten Zustande auf die Spur gekommen. Im Nebenraum einer lutherischen Kirche liege unbeerdigt und ohne jegliche vorschriftsmäßige Abzeichen ihres hohen Ranges die Leiche eines kaiserlichen Generalfeldmarschalls und sei seit längerer Zeit unter unbegreiflicher Duldung der Behörden zu Schaustellungen benutzt worden, in einer Weise, die nicht nur aller gesetzlichen Grundlagen ermangele, sondern geradezu einen Hohn auf die Ehre und Würdigkeit der russischen Armee darstelle. Sofort nachdem dieser empörende Zustand zu seiner Kenntnis gelangt sei, habe er in schuldiger Anhänglichkeit fürdas kaiserliche Haus, die Ehre der Armee und seine eigenen dienstlichen Obliegenheiten die Schließung und Versiegelung des Kapellenraumes verfügt und den Kirchenvorstand wissen lassen, daß er sich weitere Maßnahmen vorbehalte. Den städtischen Behörden habe er eine strenge Rüge zuteil werden lassen. Ganz gehorsamst bitte er nunmehr das Ministerium der inneren Angelegenheiten, sich mit dem Kriegsministerium in Verbindung setzen zu wollen, damit Verfügungen über eine schleunige und dem hohen Rang des Toten angemessene Beisetzung auf dem Revaler Militärfriedhof getroffen werden könnten.

Das Innenministerium setzte sich mit dem Kriegsministerium in Verbindung, und schon nach wenigen Monaten erhielt Skalosubow eine Antwort.

Zum Verständnis dieser Antwort muß gesagt werden, daß in den fast zweihundert Jahren, die seit Croys plötzlicher und formloser Ernennung zum Generalfeldmarschall verflossen waren, dieser Rang und Titel eine sehr hohe und auszeichnende Seltenheit erlangt hatte. Kaum konnte das lebende Geschlecht sich rühmen, einen russischen Generalfeldmarschall mit Augen gesehen oder gar seiner Bestattung beigewohnt zu haben. Für eine solche hatte mittlerweile die militärische Etikette überaus strenge und umständliche Vorschriften entstehen lassen. Ein Vertreter des Kaiserhauses, der Ministerkonseil, fast die gesamte Generalität, Abordnungen aller russischen Regimenter mit ihren Fahnen, Abordnungen der Flotte, der militärischen Bildungsanstalten hatten zugegen zu sein, und der Trauersalut durfte nur von der Gardeartillerie geschossen werden. Allen Teilnehmern mußten je nach ihrem Range Reise- und Tagegelder gewährt werden.Die Abordnungen der sibirischen, der mittelasiatischen Garnisonen bedurften zur Hin- und Heimfahrt einer langen Reihe von Wochen. Und dieser ungeheuerliche Aufwand an Geld, an Zeit, an Menschenkräften hätte geleistet werden sollen um eines Mannes willen, dessen die Kriegsgeschichte kaum mehr Erwähnung tat, es sei denn, daß sie ihm die Schuld an der verlorenen Schlacht vor Narwa beimaß, eines Mannes, dessen Leichnam zwei Jahrhunderte lang nichts anderes gewesen war als das dreiköpfige Kalb eines Schaubudenbesitzers? Da entsenden die großen Zeitungen Europas und Amerikas ihre Berichterstatter, ihre Zeichner und Fotografen, die ganze Welt liest, die ganze Welt lacht!

»Il est fou, notre ami Scalozouboff«, sagt der Kriegsminister freundlich. »Man hätte ihn in Sibirien lassen sollen.«

Skalosubow erhält also auf seinen Bericht die Antwort, die in solchen Fällen gebräuchlich ist: nämlich, er möge die Sache erneut untersuchen und sodann abermals einen Bericht einreichen. Skalosubow ist lange genug im Dienst, um zu begreifen,wie das gemeint ist. Das Erstatten eines solchen zweiten Berichts gehört zu den heikelsten Leistungen, die von einem Beamten gefordert werden können. Hier hat er die Aufgabe, das Gegenteil der von ihm kundgetanen Meinung kundzutun, ohne sich bloßzustellen. Er hat zu zeigen, daß das von ihm als schwarz Bezeichnete weiß ist, daß er aber dennoch recht hatte, es als schwarz zu bezeichnen.

Skalosubow hatte einen alten Schreiber, Timofej Sacharowitsch Masilkin, der ihn durch alle Strecken seiner bisherigen Laufbahn begleitet hatte und gewohnt war, seinem bescheidenen Range zum Trotz in allen schwierigen Dingen unauffällig das letzte Wort zu haben. Skalosubow ließ ihn rufen und erzählte ihm mißlaunig die Angelegenheit, wobei er klar zu verstehen gab, wie fest er sich auf Masilkins Findigkeit verlasse. Masilkin deutete mehr durch Mienen als durch Worte in allem schuldigen Respekt an, so gehe es eben, wenn die Hohe Exzellenz Schritte tue, ohne sich zuvor mit ihm beraten zu haben. Darauf versprach er dem Gouverneur, sich die Sache durch den Kopf gehen zu lassen. Er überlegte, er hörte sich um, er überlegte abermals und fand schließlich den Ausweg. Nach einer kleinen Weile schon legte er der Hohen Exzellenz den Entwurf des neuen Berichtes vor. Skalosubow las, Skalosubow pfiff durch die Zähne, Skalosubow unterschrieb. Der Bericht ging ab, und von nun an bewunderte und beschirmte Skalosubow seinen Schreiber noch mehr als zuvor. Binnen kurzem war Masilkin ein wohlhabender Hausbesitzer.

Masilkin nämlich, der wendige, spürige, findige Masilkin, war bei seinem Stöbern über die deutschen Wörter: Bestatten, Beerdigen, Begraben, Einsargen und Beisetzen geraten, unter die er den alten revalschen Sprach- und Bestattungsgebrauch des »Senkens« mengte. Er brachte in seinem Bericht alle diese Worte in deutscher Sprache vor, von Anführungsstrichen eingefaßt, er schüttelte und wirbelte sie durcheinander, erklärte jeden dieser Begriffe durch einen anderen, welcher seinerseits für das Verständnis der Petersburger Behörde der Erklärung bedurft hätte, und verwirrte sie allesamt.

Und so war denn in des Gouverneurs Bericht zu lesen, er habe befehlsgemäß die von ihm eingeleiteten Untersuchungen fortgesetzt und dabei in Erfahrung gebracht, daß die hierorts übliche »Senkung« zwar unterblieben, eine Einsargung indessen bereits vor langer Zeit vorgenommen worden sei. Mittlerweile habe er selber die Senkung ins Werk bringen lassen und glaube damit im Sinne der vorgesetzten Dienststelle gehandelt zu haben. Fürdas bei Senkung von Generalfeldmarschällen zu beobachtendeZeremoniell gebees seines Wissens keine Vorschriften, da die einschlägigen Verfügungensichsamtundsonders,wieihremWortlautohneweiteres zu entnehmen sei, lediglich auf Einsargungenund Begräbnis bezögen. Sollte das Kriegsministerium die Vornahme nachträglicher militärischer Ehrungen wünschen, so bitte er um Befehle; er werde die Angelegenheit alsdann pflichtschuldigst dem Garnisonskommando übergeben. Einstweilen hoffe er das Innenministerium mit den von ihm getroffenen Maßnahmen einverstanden.

Auf diesen Bericht hat Skalosubow keine Antwort mehr erhalten; es sei denn, man wolle in der Verleihung eines nicht übermäßig hohen Ordens, die ihm anläßlich eines Festtages im Herrscherhaus nicht lange danach widerfuhr, eine Antwort erblicken.

Die Senkung aber, welche Skalosubows Bericht als vollzogen meldet, ist folgendermaßen geschehen. Auf Skalosubows Befehl wurde in der Clodtschen Kapelle ein Stück des steinernen Bodens ausgehoben, groß genug, um einen stattlichen Sarg aufzunehmen. An einem kalten Januartage fanden die Bestellten sich in der Kapelle ein. Es waren der Oberpastor Luther, Hauptgeistlicher zu St. Nikolai, der Küster samt vier Friedhofsarbeitern, der städtische Polizeimeister und ein Vertreter des Garnisonskommandos. Sie standen wartend neben der dunklen Bodenöffnung in der eisigen Kapelle und sahen stumm auf den Herzog, der unter seiner gläsernen Sargdecke gleichmütig lächelte. Dem Küster war es trübselig ums Herz, und nicht nur wegen der Besichtigungsgelder. Er sagte flüsternd: »Herr Oberpastor, ich hätte eher geglaubt, Reval stürzt ein, als daß unser Herzog unter den Steinboden müßte.«

Der Geistliche gab keine Antwort, denn nun erschien der Gouverneur mit seinem Adjutanten und mit seinem Schreiber Masilkin. Er grüßte kurz und sagte: »Ich bitte anzufangen.«

Die Militärs salutierten, der Oberpastor sprach ein Vaterunser. Danach sagte er: »Erde zu Erde, Staub zu Staub.«

Die Friedhofsarbeiter schlangen die Stricke um den Sarg und ließen ihn hinab. Die Blicke aller Anwesenden lagen auf des Herzogs lächelndem Gesicht, bis die Schatten der Gruft es unkenntlich machten. Und diese elf Männer sind die letzten auf Erden gewesen, die den Herzog von Croy mit Augen gesehen haben.

Draußen vor der Kirche standen trotz der Kälte viele Neugierige, doch wurden sie von einem Polizeibeamten am Betreten der Kirche gehindert. Als sie die Russen herauskommen, in ihre Schlitten steigen und davonfahren sahen, da war es einigen, als müßten mit dem Herzog von Croy manche von Revals alten Schutzgeistern zu dieser Stunde im Kapellenboden vermauert worden sein.

Und hiermit endet der Todeslauf des Herzogs fast zweihundert Jahre, nachdem sein Lebenslauf geendet hatte. Zweihundert Jahre lang hat er immer wieder die Hirne und Zungen, die Herzen und Federn der Menschen beschäftigt. Er ließ ihnen keine Ruhe.

Die Gruft der Clodtschen Kapelle wurde verschlossen mit einem schlichten Grabstein, welcher den Namen des Herzogs trägt.

Unter allem alten Zierat der Nikolaikirche findet sich auch eine Folge von Gemälden, welche auf ihre wunderliche und einfältige Art die Geschichte des Erzvaters Jakob erzählen und lauter Männer in der Revaler Patriziertracht des siebzehnten Jahrhunderts abschildern. Da reist Jakob in Mantel, Schlapphut und Tellerkrause nach Ägypten, und da wird er endlich in einem Sarge, der, weithin lesbar, mit dem Namen »Jakob« bezeichnet ist, zu Grabe geführt. Unter jedem Bilde steht ein vierzeiliger Vers. Der des letzten lautet:


»Jakob endlich kommt zur Ruh,

als er schleußt die Augen zu.

Unsere Ruh wird gleichfalls seyn

unter einem Leichenstein.«


Und unter einem Leichenstein ist denn auch der Herzog von Croy endlich zur Ruhe gekommen. Aber wer von uns Kurzwissenden kann sagen, es sei seine letzte?

 

© 1949 by Arche Literatur Verlag AG, Zürich-Hamburg

Aruanne ühe eriskummalise mehe elu- ja surmakäigust
Translated by Mati Sirkel
 

Otsekui haige ihu heidab endast välja võõrkeha mädaneva haava kaudu, nõnda heitis De Croy hertsogisuguvõsa endast välja noore Karl Eugeniuse, ja kestis ainult üürikest aega, kuni haav oli taas sulgunud iseparanemise seaduse järgi, mis on omane hävimatuile kehadele ja suguvõsadele. Lõpuks polnud enam armigi näha või kui, siis ainult hertsoginna pikkade ööde kestel teravnenud pilgule; tema aga suri mõne aasta pärast.
Võõrkeha sattus sõjamehe rännuteile. Karl Eugenius teenis Taani krooni, generaalstaate, keisrit, Saksi-Poola kuningakoda. Ta tõusis esile, ta tegi karjääri; kuid tema jämedakoelise eluhimu talitsematud puhangud tõid joomarile, mängurile ja võlguelajale aina uusi pahandusi kaela. Pärast ühte lugu, mis inimesi kõvasti naerutas, kuid ühtlasi ülimat nördimust äratas, pidas kuningas August vajalikuks temast mõneks ajaks lahti saada ja saatis ta ülesandega oma liitlase, tsaar Peetri juurde, kes juba nädalaid piiras, pommitas, tulutult ründas Eesti linna Narvat. Heas tujus, kõigile võlausaldajaile kättesaamatu, saabus Croy novembri keskpaiku Narva alla, ajal, kui kohale jõudsid esimesed teated Rootsi vabastusväe lähenemisest. Laia näoga rohmakas mees, kelles keegi ei osanud oletada ta suursugust päritolu, seisis au andes tsaari ees palkmaja toretsevas kõleduses; kandis oma asja ette, kuivalt ja õhinal nagu mõni muretsev talumees, kellele on tähtis asi korda ajada ja kel muus osas ei pruugi palju kolu sees olla peale vabalt õhtult oodatava lärmaka rõõmu. Peeter silmitses teda täpselt, kutsus ta õhtusöögile, täitis oma käega ta kõhuka viinapeekri. Puhkides, tulipunaste nägudega, vestid valla, olid nad röötsakil oma toolidel, pajatasid teineteisele tooreid nalju, möirgasid naerda nagu lakku täis meremehed.
"Mis, alles ooberst?" karjus Peeter. "Vennas, minu juures oleksid sa kaugemale jõudnud!"
Ta kaisutas Croyd, kui too lebas juba raamil, et kaks kaardiväelast saaksid ta öömajale kanda.
Neli tundi hiljem, veel enne koitu, hüppas Peeter voodist, laskis end jääkülma veega üle valada, käskis hobuse ette anda. Palkmajast välja astudes märkas ta punakal tõrvikuvalgel hertsogit sulgkübaras ja ratsakasukas, hobuse ratsmed pihus.
"Mis, juba välja maganud?" küsis tsaar.
"Välja maganud, Teie Majesteet," vastas Croy rahulikult.
"Hüva, tule kaasa," ütles Peeter. Nad istusid sadulasse, sõitsid lummesadanud positsiooni läbi, revideerisid vahiposte, kontrollisid purukspommitatud kaevikute parandustöid.
Möödus mõni päev. Peeter oli hertsogi järele proovinud: joomalauas, sõjanõukogus, positsioonide ülevaatamisel. Hertsog meeldis talle, meeldis aina rohkem. Mis teda ligi tõmbas, oli kooslus sõjamehelikust asjatundmisest, sõjamehelikust usaldusväärsusest ja laia joonega joomarlikust talitsematusest, mille taga ta võis oletada rikkalikku ja kirglikku loomust; siin, olgugi väiksemas mõõdus, arvas ta leidvat kinnituse tükikesele omaenda olemusest.
Kuningas Karl jõudis lähemale, kahe, kolme päeva pärast oli oodata rünnakut.
Peetri motiivid ei ole lasknud end selgeks teha: kas ta mõtles tõesti lisavägesid kohale tuua ja arvas, et ainult tema leegitseval teojõul võib see aega kaotamata õnnestuda? Või kas andis tume eelaimdus talle nõu mitte panna omaenda sõjaliselt veel järele proovimata keisrinime ohtu vastutusega lüüasaamise eest?
Hüva, keset ööd käsutas ta kohale oma saani, kindralid ja hertsog de Croy. Isandad olid kogunenud; Peeter astus reisivalmilt nende ette ja teatas asjaosalistele napilt ja käskivalt oma otsusest.
"Tule siia, hertsog," lisas ta. "Sinule annan ülemjuhatamise. Sina oled kindralfeldmarssal."
Croy ajas suu ja silmad pärani, kergitas pead, tahtis vastuväiteid esitada.
"Ah tühja!" karjus Peeter. "Siin on order!"
Ta viskas pitseeritud paberi lauale, andis lühidalt au ja lahkus ruumist. Kohe seejärel kostis väljast piitsaplaks ja saanikella helin, kuuehobuserakendis saan kihutas minema.
Järgmisel päeval toimus lumetuisus lahing. Tulemus on meile teada. Siin ei lähe korda, kas Croy oleks saanud seda muuta. Pimeduse saabudes, kübar läbi lastud, ilma hobuseta, pidi ta alla andma.
Kuningas Karl laskis mõnd vangilangenud kindralit endale tutvustada. Kui talle hertsogit nimetati, rehmas ta teravalt käega. "Ma ei taha seda joomarit näha." Ta tundis Croy kuulsust.
Vangilangenud lihtsõdurid lasti relvitult kodumaale tagasi, ohvitserid viidi vabastatud Narvasse. Croy vaatas süngelt ringi, kas on täringukaaslasi, kost ja peavari kaua piiramisrõngas olnud linnas olid armetud, hertsog vandus nagu tallipoiss. Või konutas tusaselt, tohutusuur, kogu kujutlusjõust tühi laps, kes leiab end järsku olevat ilma mängukannide ja ajaviiteta.
Mis läks tsaar Peeter talle korda? Croy oli teeninud viies armees, miks ei pidanud ta teenima kuuendas? Ta palus kuningas Karlilt audientsi, palve lükati tagasi. Ta pöördus ooberst Horni, Narva kindlusekomandandi poole. "Härra vennas, korraldage nii, et teie kuningas annaks mingi väeosa minu käsu alla, ma luban teile poole oma esimesest aastapalgast."
Horn tuli tagasi ja teatas: "Majesteet polnud armuline minu asjaesituse peale vastama. Muus osas on antud käsk vangisolevad isandad Tallinnasse viia."
Hertsog teadis, et Tallinnas on rikkus, elumõnu ja kõik mugavused, millest Narvas tuli puudust tunda. Tema palvel, et teda võetaks Rootsi teenistusse, oli – talle endale vaevalt selgelt – olnud ainult see mõte, et aidata teda välja Narva-elu viletsast üksluisusest. Südamest heas tujus kuulas ta Horni teatust, südamest heas tujus saabus ta allajäämise ja vangipõlve kaaslastega - neid oli üheksa kindralit ja kaks kõva tosinat kõrgemaid staabiohvitsere - Tallinnasse. Selle linna pinnal pidi ta ettehoolduse plaani järgi elama kaks aastat ja viibima kaks sajandit.

Tallinnas said vangid oma mõõgad tagasi ja tohtisid ausõna peale vabalt liikuda. Neile juhatati kätte korterid rikaste patriitside majades. Juba Croy päralejõudmise järgsel õhtul kandsid mõned linnasõdurid hertsogi aupaklikult ta elupaika, nädal hiljem tundis teda iga laps, mitte kaua pärast seda räägiti temast kogu Harjumaal; inimesed tulid ainult selleks linna, et teda näha, temaga tuttavaks saada ja temaga juua.
Teenistuses oli Croy olnud täpne; vahest mõni tung temas oli teadnud – sest pea teadis tal seesugustest asjadest vähe –, et ta vajab ranget elupiiritlust, et mitte jääda täielikult oma taltsutamatuse meelevalda. Nüüd, kõigist kohustustest, kõigist toimetustest prii, tormas ta nagu sõnn labasesse ja ebavürstlikku kõrtsiellu. Ta mängis ja lakkus gilditubades ja trahterites, vangide ja Rootsi garnisoniohvitseride elupaikades, kähku omandatud ja valikuta läbi käidud tuttavate majades. Ta tegi välja võhivõõrastele inimestele, küsimata seisuse ja sordi järele. Turul kostitas ta linna tulnud talumehi prantsuse punaveiniga. Tuju ajel lõi ta sadamas meremehekirvega sisse kolm vaati akvaviiti; hollandi, rootsi, soome madrused tormasid ligi, kaklesid koha pärast, püüdsid vedelikku kübaraisse ja kokkupandud pihkudesse. Hertsog seisis seal juures, näost punetav, ja möirgas oma kõmiseva kapralinaeruga: "Tulge ligi! Tulge ligi! Eluvesi jumalamuidu!" Üks linnasõdur tahtis pahameelt äratavat rahvakogunemist laiali ajada, Croy ulatas talle taalri ja kihutas ta heatahtliku toorusega minema. Mees andis veel eemalt au, kuis oleks ta võinud feldmarssalit ja hertsogit puutuda?
Madrused karjusid, üks pistis noaga, siin-seal varises mõni maani täis mees maha. Hertsogil läksid silmad peas punni, himu ei lasknud tal end enam tagasi hoida; järsku kargas ta möllava jõugu keskele, rebis kaks meest teelt, põlvitas summa sekka ja jõi vaadist nagu allikast.
Ta kaasvangid, kelle hulgas oli ju palju kõrge positsiooniga mehi, venelasi ja välismaalasi, olid tast algul eemale hoidnud, osalt seepärast, et nad panid pahaks ebaõiglast soosingut, mida Peeter oli talle osutanud; osalt, kuna neile oli vastumeelt ta talumatslik jämedus; vahest olid mõned ka arvamusel, et tsaar võiks süü lüüasaamises hertsogi kaela ajada ja nii poleks nõukas sattuda kahtluse alla temaga sõpruse pidamises. Ajapikku aga pidid nad andma alla hertsogiga läbikäimisele, sest polnud ju võimalik seista vastu tema lapselikule tormakusele ja truusüdamlikule pealekäimisele. Mõned neist, kes olid kas saksa või šoti päritolu, püüdsid puhuti hertsogit, ehkki asjata, kõiksugu sõgedustest tagasi hoida, venelased aga naersid ja lasid tal olla.
Ehkki hertsogil polnud peent keelepruuki – sest kuis võinuks see karukere sallida endas midagi peent? –, kiitles ta meelsasti, et tunneb kõiki veiniliike, mis Euroopas kääritatakse, kõiki õllesorte, mida Euroopas pruulitakse. Nüüd aga lasid talvekülm ja maa tava tal tutvuda kangete jookide kolmanda põhiliigi – viinaga, millega ta seni oli olnud vaid pealiskaudse juhusõpruse vahekorras. Ent ka siin oli talle rohkem tähtis joogi hulk ja kangus kui segude, lisandite ja villimisprotsesside peen ja kunstiküllane laad, nagu seda armastava hoole ja võistleva leidlikkusega hoitakse alal ja pärandatakse edasi kõigi Kirde-Euroopa maade kõigis majapidamistes. Tema jõi napsi veinipeekritest ja õllekannudest, ta ahmis peale soola-, pipra- ja suitsuliha-kala, andes ka siin eelistuse hulgale headuse ees, tolle süütu ja ei mingi varjamise peale mõtleva himuga, millega kaheaastane hea tervisega laps sööb oma toitu. Purjuspäi sõlmis ta vahvaid kihlvedusid ja tundis lapselikku rõõmu neid elu ohtu pannes võita; neist oli peagi palju lugusid ringi käimas. Aga nii kihlvedudes kui kaardimängus tehtud kaotustega leppis ta ükskõikselt, viha tundmata, jah, naerdes heasüdamliku kahjurõõmuga, nagu oleks mõne võõra kaotaja puhul õigus maksma saanud.
Tallinna linna kohal Toompea lossis resideerib Matthias von Poorten, kuninga asehaldur, range ja täpne mees, kelle käest kuningas Karl nõuab ikka ja jälle raha, vilja, hobuseid ja nekruteid. Poortenil oli viisakust hertsogit kord oma lauda paluda, ja hiljem arvab hertsog ise, et tal oli väga lõbus, kuid järgmisel päeval palusid asehalduri naine ja mõned teised daamid teda, et jäägu asi selle ühe korra juurde; seda ta neile ka lubas.
Poorten maksab vangidele elamisraha, astmestatud nende aukraadi järgi ja säästliku mõõduga, nagu suurtel sõjaaegadel kohane; ja viis ju kuningas iga vaskpennigi kohta aruandluse sisse. Hertsogi kui kindralfeldmarssali raha on loomulikult suurim, ta ise aga saab seda vaevalt näha, sest maksmispäevadel trügivad ta võlausaldajad asehaldurikassa kantselei ees. See läheb talle vähe korda: tema aukraad ja nimi avasid talle ju esimesest päevast peale ulatusliku krediidi. Ta võlad kasvavad kärmesti, sellest hoolimata laenatakse talle rikkas linnas pikemata edasi. Croy ei maksa, Croy ei rehkenda, ta laseb endale anda, mida vajab, ja kirjutab alla, mida talt nõutakse. Nii paistavad talle asjad korras olevat, ja laenu andes täidab inimesi ka lahke valmisolek; enamikule meeldib ta hästi, ta on seda sorti inimene, keda ei nähta meelsasti kurvana või hädas olevana; tundub nii, nagu aimataks hästi, et ka kurbuse ja hädaga ei oskaks ta midagi peale hakata.
Ta on õnnelik inimene, see hertsog de Croy; sest kõike, mida ta teeb, teeb ta kogu südamest. Mitte palju inimesi ei ela nii, et mõni sopike nende olemuses ei jääks tühjaks, osavõtmatuks, puutumatuks sellest, mis nad teevad; niisiis peab see end täitma kõiksugu rahulolematuse, igatsuse, kõiksugu piinavate hirmudega. Säärastest asjadest ei tea hertsog midagi, seda tajuvad omal moel kõik, kes temaga kohtuvad, lapsed tänaval, talupojad maalt, mündrikud sadamas, sõdurid. kuid ka need, kes ta pahandustäratavaid hullusi halvaks panevad – aastates aadlimehed, ranged vaimulikud, tõsised kaubahärrad ja tublid matroonid ja koguni asehaldur Poorten – nemadki leiavad omaenda imestuseks, et nad ei suuda teda hukka mõista ilma südametunnistusel lasuva seletamatu koormata. Ja veel palju aastaid pärast ta surma hüüavad vanad rahulikud mehed äkilise ägedusega: "Hertsog de Croy, jah, oli see vast mees! Säärast meest ei kohta ma enam!" Juba eluajal aga on ta legendiks saanud.
Varsti peale jõule algasid vastlalõbustused, mis olid hertsogile igati meelt mööda. Vaenlane oli kaugel ja kuningas võidukas, nii olid nad meelt mööda kogu linnale. Algas paastuaeg, aga sellega ei ajanud hertsog täpsust taga. Kuid ka sellepärast ei laitnud teda keegi. Koguni superintendandil oli kalduvus teda vabandada ja ta ütles oma adjunktile: "Ta ei oska paremini; nojah, ta on ju paavstimeelne, talle ei tohi seda süüks panna." Ja seejuures oli ju superintendandile hästi teada, et roomausulistel on kombeks paastu rangemini pidada kui Tallinna luterlased.
Paastuajal kohtas üks asehalduri ametnikke tänaval Suure Gildi oldermann Sturmi, kes oli ta hea tuttav. Nad läksid mõne sammu üheskoos, vesteldes kõiksugu uudistest. Ja nii jutustas sekretär ka kuninglikust käsust, mille kohaselt vangid tuli koos laevasõidu taasavamisega Stockholmi üle viia.
"Hertsog ka?" küsis Sturm ägedalt. Sekretär kinnitas seda.
Sturm, kes polnud paha mees, kuid oma äri eest väljas, nagu üks kaubahärra ju peabki olema, oli üks hertsogi peavõlausaldajaid. Ta jättis sekretäriga hüvasti, ruttas oma kontorisse ja kutsus väljasaadetud sõnaviijate kaudu Croy võlausaldajad samaks õhtuks Suure Gildi majja nõupidamisele.
Seal nad nüüd siis istusid, patriitslikud suurkaupmehed ja elukutselised rahalaenajad, jõukad ja lihtkäsitöölised, kõrtsmikud ja pudupoodnikud, ja väike rahvas tundis end tähtsa ja austatuna, et nad tohtisid istuda ja aru pidada Gilditoas sama laua ääres, sama õlut juues ja samas vahaküünalde valguses ning samas hädas linna suurte suguvõsade liikmete, Mustpeade vendade ja raehärradega. Nad kõnelesid tõsiselt, erutatult ja murelikult.
Sturm ise avas istungi, andes teada selle põhjuse, mis enamikule polnud küll enam uudiseks. Seejärel rääkis ta targal ja tungival viisil ühise hoiaku kasust ja vajalikkusest ja palus kohalviibijaid teada anda oma nõuded hertsogi vastu. Igaüks teatas nüüd oma osa, üks pani arvud paberile kirja, ja nii oli tekkinud midagi seesugust nagu hertsogi võlausaldajate ühendus. Liideti ja rehkendati, misjuures sündis kõiksugust pearaputamist ja imekspanemist; lõpuks selgus, et igakuine vangiraha kindlustab kõigiti protsendid veel tagasi maksmata summade pealt. Kapitali tagasisaamist ei andnud sõja kestes niikuinii loota, seda teadis igamees - aga kurat neid küll võtku, kui nad peaksid oma protsendid stockholmlastele kinkima! Ei, oma hertsogit ei tahtnud nad lasta endalt ära võtta, viidagu teised Stockholmi! Ükskord peab sõda otsa saama, siis lunastavad tsaar ja Poola kuningas oma väejuhi välja; pealegi, kui raha ja kaubaliiklus Läänemerel ja maatsi läbi Poola on taas vabad, siis ei või olla raske hertsogi perekonna rikastest Pikardia, Flandria, Westfaali valdustest korjunud summasid koos protsendi ja liitprotsendiga kätte saada; sest hertsogi tülliminekust omastega polnud Tallinnas aimugi. Kui aga lubati Croy Stockholmi viia, siis polnud kadunud mitte ainult jooksvad protsendid, ei, kadunud oli ta ise, kadunud suhtlusest ja silma alt, ja kui kergesti võis juhtuda pärast sõja lõppu, et Stockholmi rahamehed sul naha üle kõrvade tõmbavad! Kokkutulnud soojenesid üles, meeled läksid elevile, langes teravaid sõnu Stockholmi ja rootslaste ja isegi sõjahullu kuninga enda kohta, kes segas igasugust kauplemist, tõstis kõiki makse ja tahtis meestelt nüüd veel nende hertsogitki ära vôtta1
Nii otsustati Croy äraviimisele vastu seista. Jah, arupidamine lõppes sõpruseavaldusega hertsogile või otsekui tema krediidivääriliseks kuulutamisega. Oldermann Sturm lubas ise vajalikud sammud astuda. Otsused tehtud, jäid mehed veel üheskoos õlut maitsma selles ülendatud südameseisundis, mille teevad teoks üksmeelsed äraotsustamised, kuna igaüks saab jõudu ja võtab tuld naabri kindlameelsuselt. Uks läks lahti, sisse tuli Croy nagu ikka õhtuse joomaseltskonna otsingul, ja viipas sõbralikult vägeva punase käpaga. Nad teretasid teda lärmakalt, nad jõid tema terviseks. Sturm juhtis ta aukohale, ja seal ta nüüd istus naerdes võlausaldajate seltsis, tegi neile nende endi raha eest välja ja karjus: "Mina jään Tallinnasse! Parem lähen kuradile kui Stockholmi! Mind ei vii keegi siit minema!"
Järgmisel päeval läks Sturm koos kahe isandaga lossi. Asehaldur Poorten, ise Tallinna patriitsipoeg, lubas oma kaaskodanikele teha mis tema võimuses. Tema pingutused, see mõjujõud, mis tal kuninga juures oli, said selle ka teoks. Karl kirjutas oma käega: “Pidage see joomar endale. Las rüüstab parem Tallinna kui mu pealinna Stockholmi."
Laevareis algas, vangid läksid pardale. Croy seisis sadamas, punapõskne, naerukas, parukas tuulest sasitud, ja lehvitas kübara ning kätega. Siis läks ta vilistades Rannavärava kaudu linna.
Hertsog jäi oma eluviisile truuks. Tema talupojakere, tugev kui karul, paistis igale väljakutsele vastu pidavat. Sellest peale, kui oli tekkinud oht, et ta ära viiakse, ja sellest ohust oli jagu saadud, näis tema populaarsus veelgi kasvanud. Inimestel oli tema suhtes tunne, nagu oleks Croy auhind, mis saavutatud hukatusega ähvardanud, kuid lõpuks ränga vaevaga võidukalt lõppenud võitluses. Kõigist majadest lehvitati talle, kerjused ja muidusööjad hüüdsid talle elagu. Ootamatuid mänguvõite puistas ta helde käega laiali. Kui siis oli läheduses mõni osav võlausaldaja, võis tollel hõlpsasti õnnestuda oma raha tagasi saada ja korjunud protsendid peale selle; sest see aeg, kui vangi elatisrahast oli piisanud protsentide katmiseks, oli peagi möödas. Vahetevahel istus Croy võlatornis; siin võõrustas ta oma võlausaldajaid pidusöögiga, millest Tallinnas veel kaua räägiti. Oma kahekümne viiendat vara-arestimist pühitses ta söömaajaga, mille korraldas rae täidesaatvaile ametnikele. Varsti pärast seda arestisid mõned sellest peost osavõtnud ta just selle söömaaja kulude pärast kahekümne kuuendat korda. Selle peale naeris ta pööraselt.
Tema Tallinnas viibimise teisel aastal kostis ühel ööl metsik helistamine Strahlborni majas, kus hertsog elas. Majaelanikud ja teenijad kohkusid unest üles, mõtlesid tulekahjule, jooksid treppidest üles-alla, meeletu helistamine kestis mõni hetk edasi, katkes järsku; see tummaksjäämine oli veelgi kõhedustäratavam kui kaikuv kõla enne. Õhku ahmivad inimesed tungisid hertsogi magamistuppa, sest siit oli helistamine kostnud.
Nad leidsid ta elutult voodist, lai suu ammuli, seda katsid vahumullikesed; ühe kohkunud teenijatüdruku käes vabiseva küünla valgel paistis see tõmblevat. Silmad olid metsikult pungis. Nägu oli tume ja moondunud, pihus oli veel kellanööri tikitud tups, mis rippus magaja käeulatuses voodibaldahhiini küljes.
Kutsuti arst, kes uuris kaalutlevalt ja rääkis siis äkilisest ajuverejooksust, mille põhjust ei saavat täieliku selgusega välja uurida, aga küllap tulevat see seostada hertsogi eluviisidega. Kuid juba enne sedastava arsti kohalejõudmist olid majaelanikud ära tundnud, et see eriskummaline hing oli lahkunud kehast, mis oli talle nii sarnane olnud. Nad sulgesid surnud feldmarssalil silmad, avasid akna, lugesid oma meieisa, igaüks omal viisil, ühed kartlikult ja poolihääli, teised söakalt ja kindla meelega. Nad mälestasid tõsiselt selle võimsa elu äkilist katkemist ega aimanud, et sellele, kes lebas nii hiiglasuurelt ja liikumatult seal nende ees, oli saatus oma suurimad eriskummalisused veel varuks hoidnud.
Keegi ei tea, kas jumal tahab, et surm oleks kerge või raske. Seda aga arvame küll võivat öelda, et hertsog de Croyle ei olnud jumal mõõtnud hullu surma; sest suri ta ju keset oma elu laadi ja lõbusust. Kui hiljem algas julm aeg, meenutas seda nii mõnigi; kui kuningas oli kaotsis Türgimaal ja venelased kogu maa Tallinna ümber ära laastasid; kui piiramisrõngas pommitatud linn oli näljas ja katk kümnest inimesest ikka üheksa ära võttis. Siis ei surnud keegi lõbususest. Siis võidi küll öelda: "Hertsog läks parimal hetkel teise ilma."

Hommikul jooksis surmateade läbi linna. See valitses turgu ja habemeajajatube, kõrtse ja võõrastemaju, kantseleisid, kontoreid ja kodanikemaju. See avaldas tugevamat mõju, kui muidu suutnuks mõne suure kaubakoja pankrott või mõne täislastis laevakolonni põhjaminek. Siin paistis olevat varisenud linna tunnusmärk, hävinud kõigi elu ühisomand, ja kes tohtinuks mõelda, et see veel noor hiigelkeha võiks olla ette määratud äkilisele kõdunemisele?
Õhtul kogunesid võlausaldajad Gildituppa. Neid oli peaaegu kolm korda rohkem kui tol esimesel koosviibimisel. Oldermann Sturm ütles neile tere tulemast ja tema palve peale tõusid kõik püsti, et lahkunule vaikides au osutada. Seal nad nüüd seisid, kõik need laitmatud, naiste ja järeltulijate peatoiduse peale mõtlevad, kogukonna asjale kasulikud mehed, seal nad seisid ontlike leinanägudega ja osutasid aupaklikkust ühe joomari ja mürtsumehe mälestusele, kel polnud ei naist, last ega kogukonda, kes polnud kellelegi kasu toonud ja kes oli nende kõigi raha sirgeks löönud. Sturmile endale, keda muidu harva haaras imestus, ei jäänud märkamata toimuva sünge koomilisus ja ta pidi pingutama, et muiet varjata.
Nüüd algas nõupidamine, kus sõna said hirm ja mured. Jälle nimetati summasid, liideti ja arvestati protsenti. Tulemus ületas mitmekordselt selle summa, mis omal ajal samas ruumis oli kokkutulnuid nõnda jahmatanud.
Algul paistis Sturmi kõne tahtvat hajutada kõige hullemaid kartusi. Elatusraha maksmised langesid küll ära, kuid ometi ei saanud võlakoorem vähemalt enam kasvada. Nõudmised säilitasid oma õiguse, hertsogikoja valdused jäid feldmarssali surmast mõjutamatult pandiks edasigi.
“Küll tuleb aga mõelda ühele ebasoodsale asjaolule,” jätkas oldermann, “nimelt sellele, et meil pole käes meie nõudmiste panti nagu seni. Selleks pandiks oli oma eluajal õnnis hertsog ise, ja oma tahet teda mitte käest anda avaldasime tookord isegi majesteedile ja surusime selle ka läbi.” Sturm tegi pausi. See meenutus tema mõjust asehaldur Poortenile, mille eest talle ikka veel tänulik oldi, kindlustas ta edasisele jutule heatahtliku kuulajaskonna. Ta jätkas: “Isandad ja vennad võtku aga kaaluda, et hertsog koos oma kahjatsetud surmaga ei pruugi olla tingimata lakanud meile pandiks olemast. Kõigi kokkutulnute ja nende perekondade tuluks otsisin ma neid kummalisi asjaolusid arvestades õigusetundjate käest nõu. Nõnda siis sihib minu ettepanek sinnapoole” – ja siin kergitas ta häält –, “et vaadelda hertsogi surnukeha meie pandina ja pidada teda meie kindlates kätes.”
Seepeale voltis ta lahti paberilehe ja luges ette igasugu vanaaegseid sententse Lübecki õigusest ja Tallinna tavadest koos näidetega, kuidas varasematel aegadel sarnaseil juhtumeil oli talitatud, ja ka oma õigusteadlasest sõbra asjatundjaarvamuse. Kõigest sellest tulenes kaheldamatult, et vana õigustava, millele oldermann toetus, oli küll praktikast kadunud, kuid polnud iialgi mõne korraldusega tühistatud. Jah, leidus koguni üks uuem määrus, mille järgi ebaharilikult suurte võlgnevuste korral tuli enne matusetseremooniat hankida võlausaldajate nõusolek, et õiguspärased nõudlejad ei kaotaks raha peiedele ja uhketele matustele, kabelite, hauasammaste ja epitaafide ostmisele ja püstitamisele. Surnukeha endale pidamine mulda sängitamata ja ilma igasuguste kiriklike matusetseremooniateta, nii lõpetas Sturm oma kõne, olevat kõige kindlam tagatis selleks, et pärast asetleidnud rahusõlmimist oleks tsaaril, Poola kuningal, de Croy hertsogisuguvõsal kiire kõik võlad ära maksta, võimaldamaks feldmarssalile seisusekohasel viisil matusepaik pühitsetud mullas.
Kokkutulnud kuulasid oldermanni üksmeelse tähelepanuga. Ta oli kasutanud osavat võtet oma kõne pikaks venitada; nimelt andis see igamehele aega pentsiku mõttega harjuda, enne kui selle kohta midagi arvata. Ja ehkki oldermann oli heatahtliku meeleolu loomiseks rääkinud algul üpris suure kindlusega tulevase võlatasumise väljavaadetest, oli ta lõpuks oma kuulajates selle kindlustunde taas ära nõrgestanud või neile ometi mõista andnud, et selline lootus olevat ainult siis õigustatud, kui suudab toetuda niisugusele tagatisele, nagu tema ette pani.
Paljud tajusid, et Sturmi poolt väljakaevatud õiguses oli kõige korrektsuse juures midagi ebainimlikku. Kui aga keegi selle välja ütles, hüüdis üks veinikaupmees: “Parem oodaku üks surnud hertsog mõnda aega oma hauda kui minu elavad lapsed igavesti oma vanemate pärandust.”
Ja sarnaseid hüüdeid kostis veel terve hulk. Keegi arvas, et hertsog ise olnuks viimane, kes sellele ettepanekule vastu oleks. Mis tähtsust oli temale haual ja matusejutlusel! Ja nüüd hüüdsid nad kõik läbisegi nagu tookord, kui ei tahtnud lasta hertsogit Stockholmi viia: “Me ei anna teda välja! Surnukeha on meil võlavangis! Meie hertsog ei tohi mulla alla minna! Me ei lase endalt hertsogit võtta!” Oli kummaline, milline pooleldi varjatud soojus ka kõige jäärapäisuse juures neis sõnades esile tuli. Seal polnud juttu ainult väärtuslikust pandist, mida ei tahetud käest ära anda; ei, seal räägiti nagu lähedasest inimesest või mõnest südame külge kasvanud, ehkki tavapärases mõttes kasutamatust omandist, mida ei lasta endalt ära võtta. Jah, ta oli neile kõigile meeldinud, ta oli olnud koostisosaks nende ja nende linna elus. Kui polnuks võlgasid, siis oleks igaüks meelsasti annetanud oma osa korjandusele, ja nad oleksid ühiste kuludega teinud talle säärased hiilgavad matused, nagu Toomkirikki uhkemaid ei tundnud, puhtast sõprusest ja südamlikkusest!
Lõpuks volitas koosolek ühehäälselt oldermann Sturmi pidama tarvilisi läbirääkimisi rae, asehalduri ja vaimulikega, et võlausaldajate ühingu protestile kuuldavõtmist kindlustada. Kui pärast toda esimest üksmeelt oli esinenud kõikvõimalikku kadedust ja vaenu, siis nüüd andis see kõik tulemuseks uue ja suure üksmeelsuse; sest üks ja teine olid aina uuesti katsunud tagasimakseid teiste arvel kätte saada, samuti polnud ju iseäranis vähem rahvas eriti võimeline oma rahast väga pikkade tähtaegadega ilma olema. Nüüd aga teatas oldermann, et rae korraldusel on hertsogi pärand riideesemete ja väärtasjade osas juba hommikul aresti alla pandud, ja silmapilk leppisid kohaletulnud kokku tunnistada nende hulgast kehvimate eesõigustatud nõudmist sellele varanatukesele. Säärases üksmeeles jäid nad veel kauaks seltsi ja jõid lahkunu mälestuseks. Mõned jõudsid koju väga raske peaga.

Juba järgmisel päeval alustas oldermann Sturm läbirääkimisi ametivõimudega. Selgus, et ka kantseleides oli juba esitatud endale küsimus, mida surnud hertsogiga peale hakata.
Me peame meelde tuletama, et matuste osas olid noil aegadel teised mõtted ja tavad kui meie ajal. Kõigepealt omistati neile suuremat tähtsust ja suuremat väärikust. Seetõttu polnud nad mõeldavad ilma vajaliku toreduseta, mis omakorda ei saanud teoks ilma suure rahakuluta. Seepärast aeti ainult tavalised ja mittesaksa inimesed väljaspool linna mulda, kõik teised aga “langetati” kirikutes, see tähendab, pandi müüritud hauakoopasse põranda all, ilma et seda koobast oleks mullaga täidetud; nii polnud ka sõnad “mulda sängitama” või “maha matma” tookord peaaegu pruugis. Kel nime ja seisust, see langetati suurte kuludega ainult selleks ehitatud või siis ostetud kabelisse ning püstitati talle hauakivi ja epitaaf. Seda kommet ei järginud aga mitte ainult kohalikud suguvõsad, vaid ka kõrgest seisusest võõrast, kel polnud Tallinnas ei peret ega pärushauakambrit, polnud võimalik teistmoodi ära saata. Sellisel viisil oleks niisiis tulnud talitada ka surnud hertsogiga ja ametivõimud olid nõndaviisi mõningases kimbatuses. Teda väljaspool linna auku ajada nagu mõnd mittesaksa sulast ei tulnud kõne allagi. Teda koos seisusekohaste auavaldustega rahupaika saata oli võimatu, sest kes oleks pidanud kulud kandma? Asehaldur Poorten teadis, et ta ärataks oma kuningas äärmist meelepaha, kui tuleks mõttele võtta raha maksumaksjate arvelt, jah, et kuningas võtaks tema enda varanduse tagatiseks.
Säärases kahevahelolekus olid Sturmi protest ja ettepanek teretulnud, pealegi kui ta pakkus võlausaldajate nimel, et kantakse hoolt vähemalt surnukeha kirstupaneku ja esialgse säilitamise eest. Tema õigusteaduslike argumentide eest ei saanud kõrva sulgeda, samuti olid asehaldur, raad ja garnisonikomandantuur arvamusel, et enne lõplikku mahamatmist tuleb ära oodata hertsogliku perekonna juhtnöörid, mida hetkel sõja tõttu ju kätte ei saanud. Üksnes vaimulikkond esitas tõsiseid vastuväiteid. Ent ka need vaikisid, kui oldermann Sturm küsis viisaka pilkega, kas pastorid on valmis kandma oma vahendeist seisusekohase matuse kulud – võlgadest ei tahtnud ta rääkida.
Nüüd peeti nõu surnukeha säilitamise paiga üle ja otsus langes Püha Niguliste kasuks, kus seisis tühi arvestatav kabel, mida võidi kasina maksu eest kasutada anda. Samuti arvas üks raehärrasid väikese muigega, et Püha Niguliste sobib paremini kui kõik muud Tallinna kirikud, sest leidub ju siin veel vanadest katoliku aegadest muude kuulsate maalide seas too pilt, mis kujutab Püha Nikolaust vangisolevate sõjameeste vabakslaskmise eestkostjana.
Nii pandi hertsog odavasse kuusepuust kirstu ja kanti selles ilma vaimuliku osavõtuta, kuid Sturmi ja arvukate muude meeste saatel surimajast Niguliste kirikusse. Kui kandjad olid ta Rosenite kabelis maha pannud, luges oldermann meie-isa-palve ja seepeale läksid kõik Gildituppa peiesöömaajale, millest hertsog osanuks rõõmu tunda.
Ka järgneval ajal osutusid vajalikuks kokkutulemised ja arupidamised, ja kohe siinsamas paigas võib öelda, et võlausaldajate ühing sai teoks nii mõnegi hea asja, nagu näiteks kohtusid siin sundimatul, jah, sõbralikul viisil erinevate seisuste esindajad, kes muidu üksteisega distantsi hoidsid. Igamees maksis liikmemaksu, mis arvutati välja vastavalt tema nõudmise suurusele. Sellest kaeti istungite kulud, küünlavalgus, kostitamine ja maks, mis tuli tasuda gildile, lisaks veel raha Püha Niguliste kirikukassale hertsogile võimaldatud külalislahkuse eest. Ja kui hiljem tuli õigusteadlastelt nõu pärida või kõiksuguseid kirjatöid teha, siis raha selleks võeti tollest kassast. Jah, aja jooksul tekkis koguni komme, et võlausaldajate ühing korraldas nagu muudki seltsid omaette vastlapidusid, mis olid suures aus ja populaarsed, kus käis palju rahvast.
Juba neist asjaoludest, mis ju kõik osutavad kestvusele ja püsile, oleks nähtav, et võlatasumise asi ei edenenud kiiresti. Tehtud kokkuleppe vastaselt katsusid paar võlausaldajat sellest teistele teada andmata omal käel õnne, saates ühe kõrge ametniku vahendusel kuningale palvekirja, kus oli juttu Tallinna kaupmeeskonna hädast ja hertsogi kristlike matuste vajadusest. Karl ei vastanud, nad saatsid teise kirja; lõpuks kirjutas Karl välilaagrist: “Tallinna isandad teeksid paremini mulle mitte küsimusi esitades. Nõuaksid nad mult vastust, siis peaksin neile ütlema: visake see siga raibete hulka.” Selle reskripti saajad püüdsid asja salajas hoida, ometi sai Sturm sellest teada. Omavolitsejad heideti ühingust välja ega tohtinud nüüd enam ühingu vastlapidudest osa võtta.

Mitte tallinlaste mälus, küll aga argimälestuses nihutas aeg Croy´ asja veidi tahaplaanile; siis aga sündis midagi, mis inimeste äreva tähelepanu ühel hoobil taas temale pööras.
Mõni aasta pärast hertsogi surma, seeaeg kui kuningas Karl Poolas lahinguid lõi ja Poolas läbirääkimisi pidas ja tsaar Peeter oli ametis avantüristliku linnarajamisega, hulkus nimelt Tallinnas ringi üks laevalt maha munsterdatud soome madrus, lapi päritoluga toores ja tuim mees. See kuulis räägitavat, et Pühas Niguliste kirikus olla puukirstus üks maha matmata hertsog idakülge juurde ehitatud kabelis, kuhu pääseb kiriku eesruumist. Järgmisel pühapäeval läks madrus jumalateenistusele ja kuulas kannatlikult ära kahetunnise saksakeelse jutluse, millest ta sõnagi ei mõistnud. Ta polnud kunagi mõnd hertsogit näinud, küll aga kuulnud, et see on midagi kuninga taolist, ja nii mõtles ta siis oma segases himus kuldkroonile, väikeste kividega sõrmustele, ka kullast valitsejasauale ja riigiõunale; sellelaadset oli ta näinud kirikupiltidel.
Laplane oli tulnud vara ja pärast jumalateenistuse lõppu alles hilja läinud. Nii tulles kui minnes oli ta tähelepanelikult ringi uidanud, et kõike täpselt järele vaadata. Seintel ja piilaritel oli talle palju läikivat, kirevat ja kallihinnalist silma hakanud, puha pilt pildi kukil, ja ka surmatantsu maal, kus olid näha keiser ja keisrinna, kuningas ja kirikuvürstid irvitavate, pilli mängivate, kirstu kandvate luukerede vahel. Ja see surma ning aarete lähedus paistis olevat nagu loodud kõiki tema mõtteid ja lootusi kinnitama. Pärastlõunajutlusele pöördus ta tagasi, täiendas end paiga tundmises ja jõudis arusaamisele, et tema kavatsusele jäi vähe teele ette. Sest seal oli väike kõrvaluks, mida ei pandud lukku, vaid ainult seestpoolt riivi; selle kaudu mõtles ta kirikust nähtamatult kaduda, kui on oma kavatsuse täide viinud.
Järgmisel pühapäeval istus ta pärastlõunasel jumalateenistusel tagasihoidlikult ühel kaugemale jäävatest pinkidest, seljas avar vihmamantel, mille all ta kandis petiklampi, laevanuga ja kangi.
Kogudus läks laiali, küünlad kustutati ära. Laplane peitis end kooritoolide vahele. Kõrged nurgelised piilarid paistsid hämaruses nagu hiigelpuud. Viimane samm lahkus kaikudes kirikust. Võtmed ragisesid ja lukk kolksatas kinni. Läks hämaramaks, läks pimedaks, peagi polnud aknasüvendid enam eristatavad. Laplane pani petiklaterna põlema ja läks läbi kiriku. Siiani oli pimedus olnud ühtlane, mitte teistsugune kui silmi kinni hoidva inimese laugude all. Nüüd aga kargasid iga ta sammu peale himukalt tema suunas põnevalt moonutatud varjud. Kaduvuse pildid, mida ta oli näinud, pikk ooteaeg kõrgete võlvidega üksildases kirikus - see kõik võis tekitada tas eelaimuse nii mõnestki õudusest, mis nüüd sai tema üle võimust. Ta jõudis kabelini ja ronis ehisvõrest üle. Ta mantel jäi nikerdustesse kinni, ta rebis end lahti ja pääses üle, aga õud pitsitas ta südant veel enne kirstuni jõudmist. Selle päeva õhtutundidel Niguliste kirikust möödunud inimesed teatasid hiljem, nagu oleks nad kuulnud jubedat karjatust. Roosikabelist leiti mantliräbal ja kang. Mitmepäevased järeleotsimised andsid tulemuseks, et mõlemad esemed pidid olema kuulunud laplasele. Teda otsiti ta öömaja pererahva juurest ning neist ringkondadest, kellega ta läbi käis, kuid ei saadud kätte; käis jutt, et ta oli järgmisel hommikul linnast lahkunud, ja keegi pidi olema märganud, et ta juuksed olid üleöö valgeks läinud.
Ent suurema kaaluga kui madruse üritatud kuritegu oli tähelepanek, mille tegi köster järgmisel päeval hertsogi lahti murtud, kuid röövimata jäänud kirstu ees. Ta teatas sellest jahmunult pastorile ja oldermann Sturmile. Juba mõne tunni pärast tungles kabelis rahvast. Ja mida nad siin nägid, see laskis neil mõista, kuidas õud oli sissemurdjat vallanud. Ta oli kirstu küll lahti teinud, kaas lebas viltuselt kirstu kõrval; aga siis oli ta põgenenud surnut puudutamata, jah, oma tööriistugi kaasa võtmata.
Sest see surnu ei paistnud surnud olevat. Viis aastat lebas ta lihtsas puukirstus ilma metallkestata, õhku läbilaskvas, pigitamata ja kinnijootmata mahutis. Aga ei mingi kaduvuse ja kõdunemise seadus polnud suutnud tema üle võimust saada. Ratsasaabastes, kindralikuues ja särbis, mõõk kõrval, lebas siin magaja, mitte milleski erinedes tollest mehest, keda nad kõik olid tundnud tema ärkvel olles. Üksnes ettevaatlikult magaja nägu puudutav sõrm tundis, et elav ihu oli kivikõvaks kuivanud.
Mehed olid näinud teda eluaegu ja esimestel päevadel pärast ta lõppu, kuni kirst kinni pandi. Tookord oli surnu nägu moondunud otsatust õudusest. Nüüd aga, kohutav vaadata, oli see õuduseilme muutunud muigeks. Mõnusalt, vähe imestades, veidike pilkavalt ja väga üleolevalt: nii vaatas see suletud silmadega nägu meestele otsa. Jah, tundus nii, nagu oleks senini barbaarsest kehalisusest kaetud hertsoglik veri alles nüüd nähtavale tulnud. Ja ta muie näis ütlevat: “Tehke minuga mis tahate ja mis teile meeldib - mulle ei lähe see enam korda.”
Petiklambi kitsas valgusjoas, vägeva kabelivõlvi jubedustäratavas sünguses võis selle näo elavus küll õudust kiirata. Nüüd, puhtas päevavalguses, nägid kokkutulnud tuttavaid näojooni ega tundnud muud kui kummalist häbi, mis jäi neile endile seletamatuks.
Karjakaupa tuli nüüdsest inimesi hertsogi keha kõdunematuse imet uudistama. Tulid Toompea ülikud, tuli asehaldur Poorten oma naisega, tulid kaubahärrad ja käsitöölised, kõigi kirikute vaimulikud, ohvitserid ja sõdurid, meremehed ja talupojad, tulid naised ja lapsed. Köstril ja vöörmündril polnud mingit rahu; neile anti suuremal ja vähemal määral jootraha; lõpuks võtsid nad igalt vaatajalt kabelisse pääsemise eest kindla tasu.
Õpetlased ja arstid uurisid surnukeha. Nii mõnedki neist väljendasid arvamust, et mõju pidi olema avaldanud ehituskivis sisalduv salpeeter; seesugustel puhkudel võib sündida, et inim- ja loomakehad püsivad kõdunemata. Aga Tallinna inimesed ei leppinud säherduste seletustega. Nad olid tundnud oma hertsogit, mis pikka arutamist siin õige vaja läks salpeetrist ja ehituskivist? Mis kaitsesid hertsogit igasuguse kõdunemise eest, need olid kohutavad kogused kangeid vedelikke, mis olid sellest kerest läbi käinud ja sinna oma setted jätnud. Ime oli juhtunud, eluvesi oli surma hävitava jõu võimetuks teinud, siin lebas nagu reliikvia kõigi joomarite kaitsepühak!
Kaugelt tulevad eesti talumehed teda vaatama. Surnukeha ees seistes suruvad nad karvamütsid pelglikult vastu rinda, pomisevad oma meie-isa-palve. Ka kõige jämedusega ei suuda köster takistada, et mõned laskuvad põlvili ja suudlevad hertsogil saabast või kuuehõlma; kellel aga on õnnestunud puudutada huultega surnu kätt või nägu, see arvab, et viib koju kaasa päris õnnistuse. See oli vürst, kes ei istunud lauas ainult suurte isandatega. Ei, ta oli joonud lihtsa mehega ja kallanud tollele, palju hing ihaldas. Ja nad põimivad ta veidralt oma muistenditesse vanadest kangelastest ja hiidudest, kangest Kalevist ja tema pojast ning vägevast võlurist Lagadist1, kes oli ennemuiste Rootsi kuninga väeülem. Nad jutustavad heast hiiust, kes suutis maailmamere tühjaks juua ja kes ükskord eestlaste juurde tagasi pöördub, et igale vaesele mehele viina, põllumaad ja õiglust anda, kuni too ise hüüab: “Nüüd aitab!”

Kärmesti adus võlausaldajate ühing oma kasu; polnud vaja, et köster ja vöörmünder rikkaks saaksid. Kõigepealt sõlmiti kokkulepe, mille järgi kirikukassale kuuluv maksuline tasu surnukeha hoidmise eest pidi kaetama sissepääsurahadest. Sissetulekud kasvasid, oldermann Sturm haaras asjast kinni, ja lõpuks jõuti niikaugele, et pärast säilitamiskulude ja köstrile ning vöörmündrile makstava hüvituse mahaarvamist jäi võlausaldajate seltsile veel rikkalik jääk, nii et jooksvate kulude katmine ei sõltunud enam liikmemaksudest. Jah, ühing olnud sageli võimeline puistama välja väikesi tasandusmakseid saadaolevate protsentide eest. Ja nii oli siis hertsog lõpuks maksma hakanud.
Ta ei maksnud kaua, sest saabus hull aeg, nälja, katku, Vene linnapiiramise aeg. Keegi ei pääsenud linna sisse; linlastel aga oli muudki mõttes, sest endast paistis teatavat üleüldine hukatus.
Katk muutis kõiki olusid aastateks. Majad seisid tühjad, tänavad jäid kõledaks, perekonnad surid välja, inimesed said kerjusteks. Dokumendid läksid kaotsi, õigusasjadest kadus ülevaade. Paljud neist, kes olid hertsogi matmisele vastu seisnud, surid tookord ja jäid ilma õige hauata. Hulgakaupa heideti surnud suurtesse kaevanditesse ja puistati nad lubjaga üle, ja nii talitati ka oldermann Sturmi surnukehaga.
Säärastel asjaoludel sai Tallinnast keiserlik Vene linn, ja kuna nüüd pärast kõike hävingut paistis tasapisi tekkivat uus eluvaim, oli tallinlastel kibedasti raha tarvis. Croy võlgade asjus tulid kokku ellujäänud ja surnute pärijad. Palju neid enam polnud; mõnigi ei suutnud nõudmist enam mingi ürikuga kinnitada. Mõned olid näljaajal oma nõudmised edasi müünud, mõned loobumised olid võileivahinnaga üles ostetud. Need, kes nüüd omavahel Gilditoas nõu pidasid, polnud enam vana lõbus seltskond, kes oli naerdes pajatanud oma hertsogi joomaritegudest. Need oli vaeseks ja tõsiseks jäänud mehed, kes arutasid omavahel asja huvides ja asusid kiiruga koduteele, niipea kui otsus vastu võetud.
Ühe säärase otsuse jõul tehti nüüd seda, mida sõjaaeg polnud senini lubanud. Saadeti kiri Croy hertsogikoja sellasele peale ja anti kõige alandlikkuse ning kaastundega teada feldmarssali anno 1702 asetleinud surmast. Veel sooviti näpunäiteid matuste osas ja lõpuks paluti lahkesti tasuda õndsa hertsogi poolt Tallinnas tehtud võlad. Selle kirjaga oli kaasas kõiksugu pabereid, suritõendi notariaalselt kinnitatud ärakiri, võlgade nimekiri koos protsendiarvestusega ning samuti notariaalselt kinnitatud koopiad võlakirjadest ja edasimüümisdokumentidest.
Möödus mõni aeg, ilma et mingit vastust oleks saabunud. Palvet korrati; kirjade toon läks tungivamaks, jah, ei jäetud osutamata ka sellele, kui vähe sobib esialgne ja vääritu alalhoidmine surnu aujärjega, tema suguvõsa nimega. Kuid ka säärased viited jäid mõjuta.
Vahepeal olid võlausaldajad juba pöördunud oma uue isevalitseja, keiser Peeter I poole, sest tema väejuhina oli Croy surnud - kuidas võiks ta taluda, et tema Tallinna alamad jäävad hertsogi pärast ilma oma varast ja hertsog kui keiserlik feldmarssal oma hauast?
Palve jäi vastuseta. Võlausaldajad kordasid seda suuliselt, kui tsaar külastas oma linna Tallinna ja heas tujus olles ei keeldunud kedagi ära kuulamast. Haruldastest loodusnähtustest elavalt huvitatud Peeter laskis viia end hertsogi surnukeha juurde, silmitses seda väga tähelepanelikult ja silitas tal käega üle ikka veel pungis põskede. Köstrile kinkis ta hõberubla jootrahaks, kuid võlausaldajaile ütles: "Hertsog kaotas Narva lahingu ja läks mulle seega küllalt maksma." Ja kuna inimesed vajavad eneseõigustust, siis võib ju tõesti olla, et Peeter oli harjunud nägema hertsog de Croys süüdlast selles kaotuses, millest ta ise oli äkki ära sõites pääsenud.
Lootuseta, vaid selleks, et midagi tegemata ei jääks, pöördus võlausaldajate ühing Dresdeni õukonna poole. See vastas viivitamatult kuninga ja kuurvürsti Friedrich Augusti nimel, et Croy oli omavoliliselt lõpetanud oma teenistusvahekorra ja lasknud end Vene armeesse arvata; seetõttu tuleb jätta Tallinna isandate otsustada, kas pöörduda oma asjaga tsaari kui hertsogi kõrgema väeülema poole.
Nende kirjade käies jõudis lõpuks, vaevalt enam oodatud, jätkuva pealekäimise tulemusel kohale ka Croyde hertsogikoja vastus. See ütles selgelt, et hertsoglik perekond ei tunne juba pikka aega enam ühtegi oma soo liiget nimega Karl Eugenius.
Croyde hertsogikojal olid sääraseks vastuseks oma põhjused ja austatagu neid. Meie aga, kes me ei ole ei Croy hertsogite ega muidu mõne inimese teenistuses, meie, keda pole määratud hea seisma Croyde hertsogliku reputatsiooni eest, vaid pandud selle armastatud maailma kõigi narruste ja eriskummalisuste halduriteks, meie vist ikka tohime endale lubada osutada hilist armastust väljatõugatule, kes oli niisama pahaaimamatu nagu on pahaaimamatud loom, tuul, jõelaine või metsik õunapuu. Ja nii mälestame teda kui vaprat sõjameest, helde käega kamraadi ja kuraasikat joomakaaslast, lühidalt, kui rõõmsa südamega meest, kes ju Shakespare'i ütluse järgi elab kõige kauem.
Sest omal viisil kestis hertsog de Croy nad kõik üle, nii kaasaegsed kui järelkaasaegsed. Range mõõdukas sõjamees Karl, naiste, viina ja mängu vaenlane, kuningas ja kuurvürst Friedrich August Tugev ja tsaar Peeter Suur, asehaldur Poorten ja kõik Tallinna kaitsjad ja piirajad, Tallinna raehärrad, oldermannid, kogukonnavanemad ja gildivennad, Püha Niguliste pastorid, köstrid ja vöörmündrid, võlausaldajad ja võlausaldajate pärijad, kõik need tublid, ausad, vahest iseenda vastu ranged mehed, ja kõik hertsogisoo lülid, kes on ta kadununa koja mälust kustutanud, ja nende lapsed ja lapselapsed: nad kõik surid ja pidid mulla alla minema ja nende ihu lagunes. Ja ka kõik need, kes aastakümnete minnes kas uudishimu või õudusvärinatega muumia ees seisid, ka nemad surid ja pidid mulla alla minema ja nende ihu lagunes. Aga Croy, joomar ja mängur, lustivend ja päevavaras, tema kestis nad kõik üle.

Ammugi on võlausaldajate ühing laiali läinud ja kus veel mõni võlakiri leidub, seal säilitatakse seda kui väärtusetut kurioosumi. Ammugi pole hertsog enam mingi pant, vaid ei midagi muud kui kaemisväärne objekt uudistamislõbule. Kuid ikka veel lebab ta muutumatult, aastakümnest aastakümnesse, kuiv ja krimpsus, ent veel selleski seisundis säilitades oma ponsunud kehaolekut ja sõbralikku põlgust näoilmes.
Kõigile on ta igituttav, kaaskodanik, lüli endastmõistetavas elus, nagu ta veel ihuliselt Tallinna kõrtsides istudes oli seda nende esivanemailegi. Ühte vaimulikku, kelle jutluste kohta käis ringi palju jutte, väideti olevat kantslis tsiteerinud Koguja tähendamisssõna, nimelt "elavad teavad, et nad peavad surema, aga surnud ei tea enam midagi ja neil pole enam palka". Ja räägiti, et vaimulik olevat lisanud: "Siin, hardad kuulajad, näeme, et Jumala tarkus lubab kõikjal erandeid. Sest surnud hertsog de Croy saab rohkem palka kui paljud elavad."
Ammugi ei pretendeeri keegi enam sissepääsurahadele; tulud lähevad kirikule ja tema kogudusevaestele. See passib hästi kokku hertsogi helde moega. Aga et mõnelt vaesunud mehelt toetus ära võetakse, kuna ta on kangekaelse joomatõve ja kõlvatu eluviisiga teinud end väärituks seda saama, seda poleks tohtinud sündida, sest just temale oleks hertsog kindlasti andnud kõige parema meelega ja kõige ohtramalt.
Iga võõras, kes Tallinnasse tuleb, kirjutab oma reisimärkmikku või koju lähedastele saadetud kirjas, et ta käis vaatamas duc de Croy muumiat; jah, kes ei heida pilkugi Niguliste kiriku muudele vaatamisväärsustele: surmatantsumaalile, Jakobi-piltidele, kallihinnalistele tiibaltareile ja rikkalikule nikerdustööle, see ei jäta külastamata õndsat hertsogit. Vahel kohkub mõni daam elusarnase surnukeha ees sünge surivõlvi all, musta kirstueesriide ja kirbe kõdulõhna ees, ning tõttab kähku kirikuôue päiksepaistesse ja pärnapuude varju, kus rohelises kuues seisavad veel vanad hauakivid sigrimigriliste ja loetamatuks muutunud kirjadega. Uusi küll ei lisandu, kaheteistkümnenda Karli ja suure Peetri aastasada on lõppenud ja võimud ei salli enam matuseid seespool linnamüüre. Aga surnuaed on saanud meeldivaks patseerimispaigaks ja iseäranis suvel, kui jaanipäevaturu putkad ja müügilauad kerkivad Püha Niguliste vanade haudade kohale, tungleb siin elegantne seltskond, siis silmitsetakse ja hinnatakse kübaraid ja kaelarätte, salle ja kindaid ja siidikangaid, piigad kohtavad oma austajaid, tuttavad vahetavad tervituse, vanad sõbrad, kes pole üksteist terve aasta näinud, saavad tujuküllaselt kokku; sest on ju jaanipäevaaeg, ja kauge maa tagant on maa-aadel kalessides ja ekipaažides kõigist Eestimaa neljast maakonnast pealinna kokku voolanud äriasju ajama, sisseoste tegema ja seltskondlikke lõbustusi nautima. Lapsed nuruvad maiustusi, karusellilt ja kiigelt kostab kiljumist, sandid väntavad leierkaste, pröökalid kutsuvad oma vaatemängutelkidesse, ja nii peab elu truud naabrust surmaga. Köstril ja vöörmündril on head päevad, nagu oli kõigil nende eelkäijail jaanipäeva aegu ja nagu saab olema kõigil nende järeltulijail, kui haljas kalmistu on ammugi kadunud ja veel üksnes selle paiga võimsad oksarikkad pärnad tähistavad muistsete aastasadade surnuaeda.
Küll teab köstergi, mis ta kohus. Ta kannab oma hertsogi eest hoolt. Sellest peale kui selgus, et Püha Niguliste kirikuhiired on hertsoglikule garderoobile mõningast kahju tekitanud, sulgeb ta kabelisse kasse. Ja samuti hoolitseb ta, et külastajad oma raha eest ka midagi saaksid, ja nii võttis ta endale südameasjaks hertsoglikke rõivaid paremasse seisukorda viia, selleks pakkus end suurepärane võimalus.
Kuna nimelt riiginôunik von Kotzebue lahkus Tallinnast, et kogu Eestimaa provintsi kurbtuseks oma isalinna Weimarisse tagasi pöörduda, siis hakkas tema rajatud ilmakuulus teater, mida ta oli juhatanud ja aina uute näite- ja lustmängudega varustanud, lagunema ja ta rekvisiidid pandi müüki. Köstril polnud tarvis välja anda palju raha ja hertsog de Croy sai siiski paslikud riided. Nüüd kandis ta siidsukki ja pannaldega kingi, kuldpoordiga rohelisest sametist justaucorps'i sädeleva ordeniga, ja paremas käes hoidis hôbetatud marssalikeppi. Üksnes Narva môôk oli talle alles jäetud.
Esimesi aegu pärast seda rõivastamist sündis küll, et see või teine naissoost teatrientusiast raputas rohelisest sametist justaucorps'is hertsogit silmates kurvalt pead ja ütles: "Oo jaa, chevalier Riccaut de la Marlinière! Kui uhkelt noor Nottbeck omal ajal asjaarmastajate lavastuses selles rollis hiilgas!"
Aegamööda aga sattus justaucorps'i, ordenitähe ja marssalikepi päritolu unustusse ja külastajad panid uuesti imeks seda kestvust, mis oli hertsogi viinast küllastunud kehast tema rüüle üle kandunud.
Tallinna Vene riiki kuulumise saja viiekümnendat aastapäeva tähistati piduliku näitemängu lavastusega, mille oli kirjutanud keegi toomkooli noorem ülemôpetaja. Seadus ei lubanud Vene valitsejaid lavale tuua, nii langes siis peaosa Venemaa geeniuse kõrval vürst Menšikovile kui tsaar Peetri esindajale. Režiikomitee pidas kaua aru kostüümi valiku üle, mis pidi vastama kõigile ajaloolise ehtsuse nõuetele. Lõpuks otsustati võtta eeskujuks roheline justaucorps. Ja köster, kes oli järgnenud oma äiale ametis ja teadis hertsoglikke tualetisaladusi, ütles oma naisele mõnuga: "Teatrist teatrisse! Nii on kõik korras ja kauniks austuseks meile kõigile: hertsogile, õndsale riiginõunik Kotzebuele, sinu isale ja meile mõlemale."

Mitte väga kaua pärast seda pidustust juhtus kõhedustäratav sündmus, mis tegi hertsog de Croy taas kord inimeste jutuaineks.
Preili Kitty Rutz, mitte enam väga noor muusikasõber, oli hankinud endale loa aeg-ajalt üksildaseks hingekosutuseks Niguliste kiriku orelit kasutada, ja ta eelistas igasugusele unistamisele soodsaid hilise, juba õhtu poole kalduva pärastlõuna tunde. Siis meeldis talle jätta end helide raugemise ja vanas kirikus leviva hämaruse meelevalda. Siis vaatas ta mängu unustades orelikoorilt alla tasapisi pimenevasse kesklöövi, kus otsekui mustad ürgmetsatüved seisid rivis saledad sambad, ja hiiglaslikku, nüüd mustana paistvat triumfiristi, mis hõljus kõrgel koori ees hallinevas õhus. Preili oli ainus elav hing selles surnute, mineviku ja kaduvuse kojas ja säärases unelemises, mis temale seostus mälestusega kõiksugustest värssidest ja luuletajate teostes loetud kirjeldustest, arvas ta leidvat kurvameelse ja ühtlasi ülendava täienduse oma vaiksele ja piiratud elule.
Ühel neist pärastlõunatest – oli sügis ning hämarus ja pimedus saabusid varakult – oli preili Rutz ammugi käed langetanud ja kuulatas mõnusa külmavärinaga tormi, mis puhkis väljas kiriku ümber, ja murdunud pärnaokste maharaksatamist, pilk suunatud allapoole kesklöövi, surma varju ja pimedusse. Järsku tundus talle, nagu kuulnuks ta läbi vihina ja raksumise üht teist häält, jalgade järelevedamist, mida võlvide kaja inimtühjas kirikus veelgi võimendas. Ta kohkus, kummardus ette, sammud tulid eeskoja poolt. Kitty Rutz märkas üksildast hõljuvat tulukest, mille kuma vaples tohutul inimkujul, kontuurid sulandusid pimedusega.
Orelikooril käib preilil jäine värin üle abaluude. Leegikese sinakas tuli langeb rohelisest sametist kuuele, välgatab hõbedane ordenitäht, kord kumavad heledad siidsukad. Ja nii tuleb hertsog de Croy jõnklike kangete liigutustega eeskoja poolt ja kaob vasakut külglöövi kesklöövist lahutava sammasterivi taha. Kitty Rutzil ähvardab süda seisma jääda ja ometi tahab ta kindel olla, et ta eksis. Aga mõni hetk hiljem ilmub hertsog kesklöövi ja läbib sellegi samal viisil. Ta kaob sammaste taha, mis piiravad kesklöövi paremast külglöövist, ja nüüd kohe, hõljuva tulukese juhtimisel, ilmub ta välja paremas külglöövis. Ainult seda preili Kitty Rutz enam ei taju, ta karjatab heledalt ja ta teadvus kaob suurde musta auku.
Vaid ühe tillukese sopikese ees tema olemuses paistab see must auk peatunud olevat, ja selles sopikeses arvab preili Rutz tajuvat, et temaga võetakse ette igasuguseid hoolitsevaid asju. Jah, selles sopikeses on ruumi vilksatavale mälestusele loetust, ettekirjutatud küsimusele: "Kus ma olen?", ja küsimus leiab trööstiva, koguni õdusa vastuse, kui preili Kitty lahtilöödud silmade esimene pilk näitab talle köstrikorteri lillelist tapeeti, sõbralikult põlevat petrooleumilampi, jõhvkanapee musta vakstut ja köstri abielupaari, kes on mures Kitty Rutzi pärast.
Köstriproua rahustab teda emalikult, ehkki ju preili Rutz on head kaks aastakümmet temast vanem, proua turgutab teda palderjanitilkadega, roosilikööri ja kuuma kohviga, ta lippab tekkide ja soojaveepudelite järele ja sinna vahele kiidab Jumalat, et kõik on õnnelikult möödas ja preiliga pole midagi tõsiselt hullu juhtunud. Köster paistab veidi kohmetuna, kuid temagi on ametis lahke vaigistamise ja muretsemisega. Ja nõnda õuduse, uudishimu ja õdususe vahel kuuleb preili Rutz asjakäigust ja lubab õhinal, et ei poeta ühelegi inimhingele sõnakestki nähtust, ja nüüd, kui jubedus on selja taga, nüüd on ta õnnelik oma osaluse üle romantilises saladuses, sest on see ju aare kogu eluks.
Kõik on väga pentsik ja ometi väga loomulik. Rosenite kabeli lagi on veidi kahjustunud ja nii ka puust kirstukaas ja on ju suurte sügiseste vihmavalingute aeg; nii on ka rohelisest sametist justaucorps veidi niiskust saanud ja omal ajal pandi ju ikkagi hertsoglikku garderoobi üksjagu raha, seega tuleb mõelda tema säästmisele ja hoidmisele; nii nagu ju köstergi mõtleb naise abiga ka oma garderoobi säästmisele ja hoidmisele. Nii on siis köstril vihmastel õhtutel tavaks oma hertsog kirstust välja võtta ja teda kaksiratsi läbi kiriku kanda, et käärkambri hüva kahhelahi paneks piiri niiskuse hävitavale toimele, ja väikese tokklaterna puupideme surub ta kaenla alla, sest ta käed pole ju vabad. Aga kuna hertsog on vägeva kehaga ja köster pisike mehike, siis nägi preili Rutz orelikoori kõrguselt küll tohutut hertsogit, mitte aga teda kandvat köstrit.

Järgnevalt mõistis köster vait olla, tema naine niisamuti. Üksnes preili Rutz ei suutnud vastu panna, et mitte siin-seal mõnd vihjet poetada, ehkki vaid väikest. Nii juhtus, et tuntuks ei saanud tegelik asjakäik oma ilmsüütu seletusega, vaid et linna tungisid poollooritatud, teisenevad ja rohkenevad üksikasjad. Ja küllap kaotas preili Kitty Rutzki inimlikul moel mälust lähemal vaatamisel ju ülimalt igapäevase ja tema läbielamise väärikusega vähe sobiva selgituse ja tõi endale parema meelega silme ette ringiuitava hertsogi jubeda pildi ning sinaka tulukese õõtsumise ja hubisemise, mis piilarite vahel tontlikult ringi vilkles, küllap tahtes võrdpildistada hertsogi hinge, mis polnud rahu leidnud.
Nüüd kerkisid peagi esile igasugu kummitustelood. Mõistagi pidi olema Croyd nähtud surimaja läheduses, kirikupärnade all või "Magusa Augu" ees, sajanditevanuses veinitoas Suure Gildi majas. Täiskuuvalguses, pikkade talveööde hilises kõhklevas aohämaruses, südasuve valgetel öödel väitis üks ja teine teda näinud olevat, Kadriorgu viival puiesteel, Toompea avaral vaiksel lossiväljakul, puust sadamakail, vanalinna kitsastel käänulistel tänavatel, kõiksugustes süngetes bastionide müürisoppides. Jah, keegi purjutaja, kes ühel hommikul Harju värava eest üles korjati, väitis veel kaua pikka aega, et ta olevat veetnud öö suure hertsogiga eesti talupojakõrtsis trimbates.
Mõned ebausule vaenulikud mehed, kes olid arvamusel, et alanud on uus aeg, panid neid lugusid pahaks; kõige paremini tehtaks, ütlesid nad, kui hertsog lõpuks maha maetaks. Asi tuli ka raes jutuks; aga siin anti ta ühe komisjoni hooleks, ja nii ei kuuldud temast enam palju. Linnas aga jutustati, et hertsogit ei tohtivat sellepärast maha matta, kuna doktor Barg, üks rahvale armas veidrik, kelle omapäraks on, et kõigepealt oletab ta igas surnus varisurnut, olevat protesti avaldanud.
Ometi küsitles Püha Niguliste ülempastor köstrit. Köster suvatses kirjeldada menetlust, mida ta oli rakendanud rohelisest sametist justaucorps´i säästmiseks, ja võttis vastu heatahtliku noomituse. Kuid taoliste juhtumuste välistamiseks tulevikus anti nüüd korraldus kindralfeldmarassal ümber kolida. Rosenite kabelist viidi kirst vastasasuvasse Clodt von Jürgensburgi perekonna kabelisse. Siin oli ilmakindel katus, ja üleüldse asendati puust kirstukaas, mis siiani oli igal kaemisel maha tõstetud, liikumatu klaasist kaanega. Hertsog de Croy aga leppis oma ükskõiksel muigel sellegi uuendusega, nii nagu ta oli muianud soome madruse ja tsaar Peetri, uue sametkuue ja preili Kitty Rutzi ja kõigi inimlike tegemiste peale.

Nüüd on jällegi mõned aastakümned mööda läinud, ilma et hertsog de Croy loos midagi muutunud oleks. Paljud asjad Tallinnas on teise näo saanud, üksnes tema mitte. Seeaeg läheneb üheksateistkümnes aastasada oma lõpule.
Toompea lossis, kõrgel linna kohal, kus hertsogi eluajal resideeris Matthias von Poorten Rootsi kuninga asehaldurina, elavad juba peaaegu kakssada aastat Vene keisri kubernerid. Nende ritta kuulub härra Skalozubov, kes oli õigustanud end Siberis tubli valitsusametnikuna ja oli sealt värskelt vanasse Saksa Tallinnasse üle toodud. Ta teab, mida valitsus Peterburis temalt ootab, nimelt teojõudu, arusaamist ja osavust. Need kolm omadust tähendavad käesoleval juhul, et ta peab kõik mängu panema, et võtta Eestimaa kubermangult koos tema pealinnaga käratult talle veel jäänud vanad saksa privileegid ja nad mõlemad võimalust mööda võrdsustada Kaluuga, Tambovi, Vjatka vôi Simbirski kubermangude ja kubermangulinnadega. Skalozubovil on auahnust, Skalozubov tahaks ministriks saada; niisiis on ta täis otsustavust olla teojõuline, arusaaja ja osav.
Skalozubov pole veel kaua Tallinnas, kui ta teatab juba siseministeeriumile, et olevat ennekuulmatule olukorrale jälile saanud. Ühe luterliku kiriku kõrvalruumis lebavat matmatult ja ilma vähimagi eeskirjakohase märgita tema kõrgest aukraadist keiserliku kindralfeldmarssali surnukeha ja juba pikemat aega olevat teda võimude arusaamatu sallivusega väljanäituseks kasutatud, seda säärasel viisil, mil mitte ainult puudub igasugune seaduslik alus, vaid mis kujutab endast lausa Vene armee au ja väärikuse mõnitamist. Otsekohe, kui see nörritav olukord oli talle teatavaks saanud, olevat ta temalt oodatavas kiindumuses keisrikojasse, armee ausse ja tema enda teenistusülesannetesse teinud korralduse kabeliruum sulgeda ja kinni pitseerida ja andud kirikueestseisusele teada, et reserveerib edasised abinõud. Linnavõimudele teinud ta range noomituse. Täie alandlikkusega paluvat ta nüüd siseasjade ministeeriumi võtta ühendust sõjaministeeriumiga, et võiks anda korraldused kärmeiks ja kadunu kõrge aukraadiga sobivaiks matuseiks Tallinna sõjaväekalmistul.
Siseministeerium võttis ühendust sõjaministeeriumiga ja juba mõne kuu pärast sai Skalozubov vastuse.
Selle vastuse mõistmiseks tuleb öelda, et nende peaaegu kahesaja aasta jooksul, mis olid möödunud de Croy ootamatust ja ebaametlikust kindralfeldmarssaliks nimetamisest, oli see aukraad ja tiitel omandanud väga suure ja esiletõstva harulduse. Vaevalt võis elav sugu kiidelda, et oleks näinud oma silmaga Vene kindralfeldmarssalit või koguni tema matustest osa võtnud. Matusteks oli sõjaväeline etikett vahepeal tekitanud üliväga ranged ja komplitseeritud eeskirjad. Kohal pidid olema keisrikoja esindaja, ministrite nõukogu, peaaegu kogu kindralstaap, kõigi Vene rügementide delegatsioonid koos lippudega, mereväe ja sõjaväeliste õppeasutuste lähetused, ja leinasaluuti tohtis tulistada ainult kaardiväekahurvägi. Kõigile osalejatele tuli aukraadi mööda maksta reisi- ja päevarahad. Siberi ja Kesk-Aasia garnisonide delegatsioonid vajasid kohale- ja tagasisõiduks pikka rida nädalaid. Ja see üüratu raha, aja, inimjõu kulu oleks tulnud kanda mehe pärast, keda sõjaajalugu vaevalt enam mainis või kui, siis omistamaks talle süüd kaotatud Narva lahingus, meest, kelle surnukeha polnud kakssada aastat olnud midagi muud kui tsirkuseomaniku kolmepäine vasikas? Euroopa ja Ameerika suured ajalehed saadavad oma korrespondendid, joonistajad ja piltnikud, kogu maailm loeb, kogu maailm naerab!
"Il est fou, notre ami Skalozouboff," ütleb sõjaminister lahkelt. "Ta oleks tulnud Siberisse jätta."
Niisiis saab Skalozubov oma aruande peale vastuse, mis on säärastel juhtudel kombeks: nimelt, võtku ta asja veel kord uurida ja esitagu seejärel uus aruanne. Skalozubov on piisavalt kaua teenistuses olnud, et mõista, kuidas see on mõeldud. Seesuguse teise aruande esitamine kuulub piinlikemate asjade hulka, mida ühelt ametnikult võib nõuda. Tema ülesandeks on ilma end paljastamata esitada vastupidine arvamus tema poolt avaldatule. Ta peab näitama, et mida tema mustaks nimetas, on valge, aga et tal oli ometi õigus seda mustaks nimetada.
Skalozubovil oli üks vana kirjutaja, Timofei Zahharovitš Mazilkin, kes oli teda saatnud tema senise karjääri kõigil etappidel ja oma tagasihoidlikust auastmest hoolimata oli harjunud kõigis keerulistes asjades silmatorkamatult viimast sõna ütlema. Skalozubov laskis ta välja kutsuda ja jutustas talle halvatujuliselt asjaloo ära, misjuures andis selgelt mõista, kui kindlalt ta usaldab end Mazilkini nupukuse hoolde. Kõige lugupidamisega, mis ta võlgnes, osutas Mazilkin rohkem näoilme kui sõnadega, et nii see läheb, kui Kõrge Ekstsellents astub samme, olemata enne temaga nõu pidanud. Seepeale lubas ta kubernerile, et laseb endal asja peast läbi käia. Ta kaalus, ta kuulas maad, ta kaalus veel ja leidis lõpuks väljapääsu. Juba veidikese aja pärast esitas ta Kõrgele Ekstsellentsile uue aruande mustandi. Skalozubov luges, Skalozubov vilistas läbi hammaste, Skalozubov kirjutas alla. Aruanne läks teele ja nüüdsest peale imetles ja kaitses Skalozubov oma kirjutajat veel enam kui enne. Lühikese ajaga oli Mazilkin jôukas majaomanik.
Nimelt oli Mazilkin, käbe, hea ninaga, nutikas Mazilkin oma sorimisel sattunud saksa sõnadele: mulda sängitama, maha matma, viimsele teele saatma, kirstu panema, hauda laskma /Bestatten, Beerdigen, Begraben, Einsargen, Beisetzen/, mille hulka ta segas vana Tallinna keele- ja matusevormi "langetamise" /Senken/. Oma aruandes esitas ta kõik need sõnad saksa keeles ja jutumärkides, ta raputas ja keerutas nad segamini, selgitas igat mõistet teise abil, mis Peterburi ametkonnale arusaadav olemiseks vajanuks omakorda selgitust, ja ajas nad kõik sassi mis sassi.
Ja nii seisis siis kuberneri aruandes lugeda, et käsku mööda olevat ta alustatud uurimisi jätkanud ja seejuures teada saanud, et siinmail kombeks “langetamine" olevat küll ära jäänud, seevastu "kirstupanek" toimunud juba pikka aega tagasi. Vahepeal olevat ta ise lasknud “langetamise” toime panna ja uskuvat, et talitas sellega kõrgemate ülemuste vaimus. Kindralfeldmarssali langetamisel järgitava tseremoonia osas polevat tema teada mingeid eeskirju, kuna asjakohased korraldused, nagu neist pikemata välja loetav, käivat eranditult üksnes kirstupaneku ja matuste kohta. Kui sõjaministeerium peaks soovima sõjaväelise au osutamist tagantjärele, siis paluvat Skalozubov vaid käskida; ta andvat siis asja kohuseteadlikult garnisonikomandantuurile üle. Sinnamaani lootvat ta, et siseministeerium on tema poolt rakendatud abinõudega päri.
Selle aruande peale ei saanud Skalozubov enam vastust; kui ei taheta näha vastust mitte ühe ülearu kõrge ordeni andmises, mille ta sai varsti pärast seda kätte valitsejakojas mingite pühade puhul.
Aga “langetamine”, millest Skalozubovi aruanne teatas kui asetleidnust, toimus järgmiselt. Skalozubovi käsul kaevati Clodtide kabeli kivipõrandasse auk, küllalt suur, et parajalt suur kirst ära mahuks. Ühel külmal jaanuaripäeval saabusid kohalekamandatud kabelisse. Need olid ülempastor Luther, Püha Niguliste peavaimulik, köster koos nelja surnuaiamehega, linna politseiülem ja garnisonikomandantuuri esindaja. Nad seisid ootavalt jäises kabelis sünge avause ümber põrandas ja vaatasid tummalt hertsogi peale, kes oma klaasist kirstukaane all ükskõikselt muigas. Köstri süda oli kurb ja mitte ainult sissepääsurahade pärast. Ta ütles sosinal: "Härra ülempastor, ennemini oleksin arvanud et Tallinn kokku variseb, kui et meie hertsogil tuleb kivipõranda alla minna."
Vaimulik ei kostnud midagi, sest nüüd ilmus kuberner oma adjutandiga ja kirjutaja Mazilkiniga. Ta teretas lühidalt ja ütles: "Palun peale hakata."
Sõjaväelased andsid au, ülempastor luges meie-isa-palve. Seejärel lausus ta: "Mullast oled sa võetud, mullaks pead sa saama."
Surnuaiamehed panid kirstule köied ümber ja lasksid ta alla. Kõigi kohalolijate pilgud püsisid hertsogi muigaval näol, kuni kalmu varjud selle äratuntamatuks tegid. Ja need üksteist meest olid viimased maa peal, kes nägid hertsog de Croyd oma silmaga.
Väljas kiriku ees seisis külmast hoolimata palju uudishimulikke, kuid üks politseiametnik takistas neil kirikusse sisenemast. Kui nad nägid venelasi välja tulevat, saanidesse istuvat ja minema sõitvat, oli mitmelgi tunne, nagu pidanuks sel tunnil koos hertsog de Croyga olema kabelipõrandasse müüritud mõnedki Tallinna vanad kaitsevaimud.
Ja sellega lõpeb hertsogi surmakäik peaaegu kakssada aastat pärast seda, kui oli lõppenud ta elukäik. Kakssada aastat andis ta ikka uuesti tööd inimeste ajudele ja keeltele, südameile ja sulgedele. Ta ei lubanud neile mingit rahu.
Clodtide kabeli hauakamber suleti lihtsa hauakiviga, mis kannab hertsogi nime.
Niguliste kiriku vana kallisvara hulgas on ka sari maale, mis jutustavad oma pentsikul ja lihtsameelsel viisil esiisa Jakobi loo ja kujutavad puha mehi seitsmeteistkümnenda sajandi Tallinna patriitsirõivastes. Mantel seljas, lodukübar peas ja krouskrae kaelas, reisib Jakob Egiptusemaale ja kantakse lõpuks hauda kirstus, mis on kaugele loetavalt tähistatud "Jakobi” nimega. Iga pildi all seisab neljavärsiline salm. Viimase pildi salm kõlab:

"Lõpuks Jakob rahu saab,
kui ta silmad sulguvad.
Rahu meidki sügaval
ootab hauakivi all."

Ja hauakivi all leidis lõpuks rahu ka hertsog de Croy. Aga kes meist üürikesist teadjaist võib öelda, et see rahu on ta viimane?

 

 


  • Country in which the text is set
    Estonia
  • Featured locations
    Tallinn / Reval
  • Bibliographic information
    Der Tod von Reval. Kuriose Geschichten aus einer alten Stadt. Hamburg 1939
  • Translations
    Language Year Translator
    Estonian 1966 Rein Sepp
    Estonian  1998  Rein Sepp & Mati Sirkel 
    Latvian 2000 Austra Aumale
    Swedish 2017 Anders Björnsson
  • Year of first publication
    1939
  • Place of first publication
    Hamburg